Samstag, 25.09.2021 - Kickoff 17:00 Uhr
GFL Halbfinale - Optima-Sportpark

Schwäbisch Hall Unicorns

Potsdam Royals

Schwäbisch Hall Unicorns
28
Potsdam Royals
18
Quarterstände
14:6 / 7:6 / 7:0 / 0:6
Infos zum Spiel
Gamestats
VIDEO. Dieses Spiel wird übertragen von Livestream.com.

2.410 Zuschauer kamen am Samstag in den OPTIMA Sportpark und bekamen beim AVS-Gameday ein spannendes Halbfinale zu sehen. Die Schwäbisch Hall Unicorns gewannen gegen die Potsdam Royals verdient mit 28:18, machten sich dabei das Leben phasenweise aber selbst schwer und mussten zwei Verletzungen hinnehmen, die ihnen womöglich noch beim Endspiel in zwei Wochen Schmerzen bereiten werden.

„Das war ein Spiel mit vielen Emotionen und eines, das alles andere als nach Plan gelaufen ist“, sollte Unicorns-Headcoach Jordan Neuman nach dem Spiel sagen. Vorausgegangen waren 48 Spielminuten, in denen sein Team nicht nur glänzte. Besonders schmerzlich waren die Knieverletzungen von Runningback John Santiago bereits im ersten Viertel und von Quarterback Alexander Haupert, der in der zweiten Hälfte zuschauen musste. Bei beiden ist es fraglich, ob sie beim SharkWater German Bowl in zwei Wochen dabei sein können.

Wie erwartet versuchten die Potsdamer besonders aus Läufen über ihren Runningback Jake Mayon Kapital zu schlagen. Er sammelte auch viel Raumgewinn, insgesamt betrachtet hat die Haller Defense den Ausnahmespieler aber gut kontrolliert. Überrascht hat mehr der Royals-Quarterback Patrick Settles, der mehrfach ebenfalls zu raumgreifenden Läufen ansetzte. Allerdings standen sich die Potsdamer auch selbst im Weg. Die Schiedsrichter ließen ihnen nicht nur technische Fouls sondern auch einige Undiszipliniertheiten nicht durchgehen. Am Ende mussten die Gäste 19 Strafen für insgesamt 168 Yards Raumverlust hinnehmen.

Zunächst lief es bei den Unicorns wie nach dem Drehbuch eines Erfolgsfilms. Zweimal zwang man die Royals schnell zu einem Befreiungskick und beide Mal nutzte man den Ballbesitz für flüssige Angriffszüge. Den ersten schloss John Santiago mit einem 4-Yard-Lauf zum 7:0 ab (alle PAT Tim Stadelmayr) und den zweiten krönte ein 51-Yard-Pass von Alexander Haupert auf Tyler Rutenbeck zum 14:0.

Danach wurde es turbulent, denn zunächst konnte Potsdams Abu Daramy Swaray den Haller Kickoff über 92 Yards zum 14:6 in die Haller Endzone tragen. Wenig später führte eine zu hohe Ballabgabe bei einem Haller Befreiungskick dazu, dass die Gäste an der 1-Yard-Linie der Unicorns in Ballbesitz kamen. Sechs Strafen in neun Versuchen, während denen man auch die Seiten zum zweiten Viertel wechselte, sorgten dafür, dass die Royals diese zwingende Chance ohne Punkte liegen ließen.

Hall musste inzwischen ohne den verletzten John Santiago auskommen und so übernahm Moritz Böhringer die Verantwortung. Der gelernte Receiver und Tightend wird normalerweise durch die Luft bedient, erzielte das 21:6 aber mit einem 17-Yard-Lauf. Potsdam wusste zu antworten: Ein Angriffszug über 75 Yards beendete Settles mit einem 4-Yard-Lauf zum 21:12. Es folgte Hektik in den letzten zwei Minuten vor der Pause: Ein Böhringer-Fumble führte zum Ballbesitz für Potsdam und Christian Köppe machte das Missgeschick durch einen abgefangenen Royals-Pass wieder wett. Punkte fielen aber in der ersten Hälfte keine mehr.

Wegen Hauperts Knieverletzung lief Ian Gehrke nach der Halbzeit als Spielmacher der Unicorns auf. Im letzten Viertel sollte ihm zwar noch eine Passinterception unterlaufen, den wahrscheinlich spielentscheidenden Pass warf er aber schon Mitte des dritten Viertels. Über 63 Yards bediente er Yannick Mayer, der so das 28:12 herstellte.

Fünf Minuten vor Schluss kam Potsdam mit einem 22-Yards-Pass von Settles auf Lukas Drache auf 28:18 an die Haller heran, doch der anschließende Onside-Kick landete in den Armen von Halls Aurieus Minton. Routiniert kontrollierten die Haller nun den Ball und die Uhr und brachten das 28:18 über die Zeit.

„Wir haben sehr stark angefangen und haben über das gesamte Spiel besonders ab der 20-Yard-Linie sehr gut in der Defense gespielt“, sagte Jordan Neuman nach dem Spiel. „Die Verletzungen von John Santiago und Alexander Haupert hat man uns dann aber auch angemerkt. Ian Gehrke hat das Spiel in der zweiten Hälfte gut gesteuert und einen wichtigen Touchdown-Pass geworfen. Am Ende war es neben der Defense unsere Offense-Line, die das Ergebnis sichern konnte.“

Mit dem Erfolg gegen Potsdam stehen die Unicorns nun zum neunten Mal im SharkWater German Bowl und haben in zwei Wochen die Chance, zum fünften Mal die deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Die Gegner in Frankfurt im Deutsche Bank Park werden die Dresden Monarchs sein, die ihr Halbfinale gegen die Saarland Hurricanes mit 37:0 für sich entscheiden konnten.

Die Punkte für Hall erzielten: John Santiago (6), Tim Stadelmayr (4), Tyler Rutenbeck (6), Moritz Böhringer (6) und Yannick Mayr (6).

Zuschauer: 2.410

Viertelergebnisse: 14:6 / 7:6 / 7:0 / 0:6 / Final: 28:18

Alle Punkte:

7:0 – John Santiago – 4-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)

14:0 – Tyler Rutenbeck – 51-Yard-Pass von Alexander Haupert (PAT Tim Stadelmayr)

14:6 – Abu Daramy Swaray – 92-Yard-Kickoff-Return (PAT blocked)

21:6 – Moritz Böhringer – 17-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)

21:12 – Patrick Settles – 4-Yard-Lauf (PAT missed)

28:12 – Yannick Mayr – 63-Yard-Pass von Ian Gehrke (PAT Tim Stadelmayr)

28:18 – Lukas Drache – 22-Yard-Pass von Patrick Settles (CON failed)

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