Der Aufsteiger aus der Domstadt vermochte am Samstagnachmittag nicht den Sack zu zu machen und verpasste somit bei den starken Berlin Rebels die Sensation mit einer bitteren, weil unnötigen 14:6 Niederlage.

Das Domstadtfootballteam der Crocodiles machte sich bereits Freitagabend auf die Reise in die Hauptstadt. Mit zwei Heimsiegen und einer Auswärtsniederlage war man doch verheißungsvoll in die erste Saison in der höchsten deutschen Spielklasse in der GFL Nord gestartet. Nun sollte sich also beim Vorjahresvierten zeigen, wo die Reise hingehen könnte. Nach der doch recht deutlichen 63:0 Vorstellung gegen den Stadtrivalen Berlin Adler vergangene Woche und dem 41:26 Erfolg zum Saisonstart gegen die Hildesheim Invaders scheint der Klassenerhalt schon realistisch. Mit einem Auswärtssieg gegen die Rebels wäre vielleicht sogar schon mehr zu erreichen, als das Minimalziel. Auf Seiten der Rebels konnten die Älteren bei den Kölnern um Headcoach und Defense Koordinator Patrick Köpper sowie Offense Koordinator David Odenthal einige alte Rivalen begrüßen. So standen an der Sideline des Kontrahenten der ehemalige Adlerspielmacher und neben TV Moderator Roman Motzkus zweifache German Bowl Bezwinger der Crocodiles aus den Jahren 1990 und 1991, Cliff Madison, sowie der ehemalige Running Back u.a. bei den Braunschweig Lions, Kim Kuci, und auf dem Feld mit Wide Receiver und Quarterback Darius Outlaw einige Größen aus der Footballvergangenheit beisammen.

Die Kölner gewannen den Münzwurf und entschieden sich diesmal für den ersten Ballbesitz. Was sich nun nach dem Kick Off der Berliner eröffnete, war ein höchst dramatischer und spannungsgeladener Schlagabtausch, der auf von vielen sicher nicht erwarteten mehr als Augenhöhe stattfand. Einmal mehr bestimmten die Verteidigungsreihen auf beiden Seiten den Spielverlauf. Beide Teams mühten sich aufopferungsvoll, das Spielfeld in Richtung gegnerische Endzone zu überwinden. Kölns Spielmacher Benjamin Mentges schickte Mal um Mal den bereits Liga dominierenden US Running Back Kevin Anthony Parks zu seinen kraftvollen Läufen, bevor er mit einem Passversuch leider in Form von Defensive Back Gino Chongo nur den Gegner fand, der an der 38 Yard Linie den Ball für die Charlottenburger abfing. Doch auch die Gastgeber konnten von der ersatzgeschwächten Kölner Defense effektiv ein ums andere Mal gestoppt werden. Am Ende sprang für die Rebels lediglich ein Fieldgoalversuch etwa an der 20 Yard Linie der Kölner heraus, der dann auch noch geblockt werden konnte. Gegen Ende des ersten Viertels erlief Kölns Laufwunder Kevin Anthony Parks fast den ersten Touchdown des Tages, wurde jedoch von den an diesem Tag höchst souveränen Schiedsrichtern an die 45 zurückgepfiffen, da er wohl an dieser Stelle bereits den Boden mit dem Ellbogen berührte.

Nach dem Seitenwechsel konnte die Verteidigung der Rebels einen an der 10 Yard Linie gestarteten Spielzug stoppen. Parks gelang es in der Folge bis an die 1 Yard Linie der Gastgeber vorzudringen, nur um im nächsten Spielzug bis an die 3 Yard Linie zurückgedrängt zu werden. Auf Kölner Seite entschied man sich in diesem zähen Kräfteringen auf Nummer sicher zu gehen und schickte Kicker Florian Mentges aufs Feld Dieser versenkte das Ei gezielt durch und über die Stangen zur für die Berliner unter den gefühlt etwa 75 Zuschauern unerwarteten 0:3 Führung des Domstadt- gegen den Hauptstadtfootball. Die Hausherren spielten erfolgreich den Ball über ihren Star-Running Back Larry McCoy sowie mit erfolgreichem Passspiel. Allerdings wurden die Rebels auch immer wieder durch teils grobe Regelverstöße um die Früchte ihrer Arbeit gebracht. Einmal wurden sie – bereits an die eigene 35 Yard Linie gelangt – durch zwei aufeinanderfolgende persönliche Fouls im gleichen Spielzug nah an die eigene Endzone zurückgedrängt. Zudem wurde ein erfolgreicher Fieldgoalversuch zum Ausgleich ebenso durch ein Personal Foul für erheblichen Raumverlust und lediglich einem Punt zurückgepfiffen. 60 Yards an Strafen kassierten die Gastgeber allein in diesem Spielabschnitt. Der freche und stark aufspielende Aufsteiger machte es da cleverer und baute seinerseits die Führung mit einem weiteren Feldtor von Florian Mentges auf 0:6 aus. Kurz vor der Halbzeit versuchten die Rebels mit etwa 28 Sekunden verbleibender Spielzeit an der eigenen 24 Yard Linie noch einmal einen Angriffsspielzug zu starten. Am Ende reichte es bei 7 Sekunden nur zu einem Feldtorversuch aus 42 Yard Entfernung, der jedoch vom Berliner Kicker knapp nach rechts verzogen wurde. So ging man beim Stand von 0:6 in die Kabinen.

Nach dem Pausentee schenkten sich die Kontrahenten weiterhin nichts. Beide Verteidigungsreihen schickten ihre Kontrahenten vermehrt jeweils mit drei und aus per Punt vom Feld. Langsam wurde den Anwesenden immer mehr klar, wer hier den ersten Touchdown macht, gewinnt vermutlich auch das Spiel. Die Zeit verrann unerlässlich, ohne dass eine der beiden Mannschaften sichtbare Überhand erzielen konnte. Beide Teams bewegten zwar abwechslungsreich den Ball, zu Punkten sollte es jedoch nicht kommen. Während Berlin abwechslungsreiches Lauf- und Passspiel zeigte, stotterte der Kölner Angriff immer wieder bei Passversuchen. Zwar erzielten die Ballträger der Crocodiles, allen voran Kevin Anthony Parks, erfolgreich nennenswerten Raumgewinn. Auch die deutschen Running Backs André Frisch und Denis Dauben machten erneut einen guten Job. Die Kölner Ballempfänger konnten an diesem Tag einfach die Pässe von Quarterback Benjamin Mentges ein ums andere Mal nicht unter Kontrolle bringen. Zwar gelang es Eigengewächs Ramin Akhlaghi – unter anderem mit einem Catch über 25 Yards – und ebenfalls Kevin Anthony Parks, sich mit sehenswerten Aktionen und Raumgewinn nach Kurzpass in Szene zu setzen. Doch irgendwie gelang es nicht das Passspiel zu etablieren. So endete das Drittel punktelos.

Nach dem letzten Seitenwechsel passierte dann, was die ganze Zeit aus Kölner Sicht schon befürchtet werden musste. Nach wiederum zähem Kampf gelang es dem Berliner Importspieler Larry McCoy das letzte Yard in die Kölner Endzone zu überwinden und die erstmalige aber knappe Führung des Heimteams zu holen. Nach erfolgreichem Kick stand es plötzlich 7:6 für die Hauptstädter. Doch es sollte noch dicker kommen. Kölns Angriff wurde wiederum von der Verteidigung am Punkten gehindert. Zwar schaffte man es noch einmal bis kurz vor die Endzone. Ein weiterer Fieldgoalversuch ging jedoch daneben. Die Rebels tankten sich in der Folge ein weiteres Mal durch und am Ende schaffte Berlins Spielmacher James Harris mit einem sträflich vernachlässigten Lauf über rechts den fehlenden Abstand zum Touchdown. Die Kölner Verteidigung sah in diesem Spielzug unglücklich aus, als sie den an sich richtig rein gegebenen Spielzug sichtlich vertändelte. Auf einmal wurde der enge Spielverlauf auf den Kopf gestellt und die Crocodiles kassierten im zweiten Auswärtsspiel zum zweiten Mal einem späten zweiten Gegentouchdown. Es stand nach ebenfalls erfolgreichem Kick 14:6 gegen die Gäste aus Köln. Jedoch war der Berliner Angriff bei noch 1:36 auf der Uhr fast etwas zu schnell. Der erneut nicht aufsteckende Liganeuling um Koordinator David Odenthal nutzte die ihm so geschenkte Zeit um mit drei aufeinanderfolgenden Firstdowns durch den laufstarken Spielmacher Benjamin Mentges sowie einem weiteren Lauf von Kevin Anthony Parks bis an die 12 Yard Linie der Rebels zu gelangen. Mit einem Touchdown und erfolgreicher 2-Punkt-Conversation lag sogar noch der leistungsgerechte Ausgleich in greifbarer Nähe. Der heilbringende Pass in die Endzone wurde jedoch von Berlins Defense Back Maximilian Bessedine abgefangen. Den verbleibenden letzten Spielzug knieten die Gastgeber dann zum hart umkämpften abschließenden 14:6 Sieg ab.

Nach dem Spiel wiederholte Headcoach Patrick Köpper die fehlende Erstligaerfahrung seiner jungen Mannschaft. Allerdings könne man mehr als stolz sein auf sein Team. Mit etwas mehr Abgebrühtheit, erfolgreicherem Passspiel und weiterem harten und akribischem Training wäre ein Sieg durchaus möglich gewesen. Auf jeden Fall zeigte das Spiel einmal mehr, dass die Cologne Crocodiles angekommen sind und in der Lage sind, gegen jeden Gegner ansehnlichen Football zu spielen. Das nächste Heimspiel bestreiten die Crocodiles dann am 28.05.2017 (Kick Off 15:00 Uhr) im Rückspiel gegen die Kiel Baltic Hurricanes ausnahmsweise in der letztjährigen Spielstätte auf der Bezirkssportanlage Chorweiler (!), Merianstraße. Bereits erworbene Einzel sowie Saisontickets behalten ihre Gültigkeit, die Preisdifferenz wird erstattet. Weitere Info auf unserer Homepage www.cologne-crocodiles.de.

 

Bildquelle: Thomas Sobotzki

 

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