Wenn die New Yorker Lions am kommenden Samstag (Kick-Off 15 Uhr, Stadion Bärnsdorfer Straße, Dresden) auf die Dresden Monarchs treffen, geht es für beide Mannschaften mit Blick auf die Playoffs bereits um viel.

DRESDEN MONARCHS

Mit aktuell sechs Siegen und nur einer Niederlage stehen die New Yorker Lions auf Platz zwei in der Erima-GFL Gruppe Nord. Direkt gefolgt von den Dresden Monarchs, die ihrerseits in bisher sechs Spielen ebenfalls nur eine Niederlage quittieren mussten. Schaut man sich den bisherigen und noch verbleibenden Spielplan in der regulären Saison an, hat das Spiel der Lions gegen die Monarchs eine vermutlich bereits richtungweisende Bedeutung im Norden. Wenn die Lions am Samstag in Dresden gewinnen und auch die restlichen vier Begegnungen siegreich gestalten können, ist ihnen Platz zwei nicht mehr zu nehmen. Sollten die Monarchs auch das noch offene Rückspiel gegen die Potsdam Royals siegreich gestalten, wäre sogar der Nordmeistertitel für das Team von Headcoach Troy Tomlin machbar. Sollten allerdings die Dresden Monarchs das Spiel am Samstag für sich entscheiden, ziehen sie an den Löwen in der Tabelle vorbei und haben es ihrerseits in der eigenen Hand, mit einem weiteren Sieg gegen die Royals, die Nordmeisterschaft zu gewinnen. Für die Lions wäre bei einer Niederlage in Dresden vermutlich nicht mehr als Platz drei in der Abschlusstabelle der Gruppe Nord drin, da man für eine bessere Platzierung auf Schützenhilfe bzw. einen Ausrutscher der Royals oder der Monarchs hoffen müsste. Darüber hinaus dürften sich die Braunschweiger keine weitere Niederlage in den verbleibenden Spielen erlauben.

KÖNIGLICHER ANGRIFF

Das Aushängeschild der Dresden Monarchs in der Saison 2023 ist die Offensive. Headcoach Paul Alexander hat gemeinsam mit seinem Trainerstab einen Angriff auf das Feld gebracht, der speziell im Passspiel das Maß aller Dinge in der Erima-GFL ist. Dreh- und Angelpunkte sind dabei die beiden US-Amerikaner Spielmacher Steven Duncan und Wide Receiver Austin Mitchell. Mit über 380 Yards pro Spiel, 29 Touchdowns und nur zwei Interceptions, ist der fast zwei Meter große und 110 Kg schwere Steven Duncan die Nummer eins in der GFL. Seine Lieblingsanspielstation und aktuell bester Passempfänger der GFL ist sein Landsmann Austin Mitchell. Mit über 180 Yards Raumgewinn pro Spiel und bisher 14 Touchdowns, ist der wendige Wide Receiver ein Alptraum für jeden Passverteidiger. Zweiter Mann neben dem US-Amerikaner ist der britische Wide Receiver Tommy Wilson. Eine weitere Anspielstation für Steven Duncan stieß erst Anfang der Woche zum Team der Monarchs: Mario Flores kommt vom österreichischen Meister, den Danube Dragons, an die Elbe. Weitere Verstärkung erhielten die Sachsen im Angriff von Tight End Martin Havelka und den beiden in Dresden bereits bekannten Offense-Line Spielern Zbynek Kysilka und Miroslav Kysilka, die alle drei vom ELF-Team der Prague Lions kamen.

VERTEIDIGUNG DER MONARCHEN

Auf Seiten der Verteidigung bei den Monarchs zeigt sich in Sachen Passspiel das Gegenteil. Mit fast 300 zugelassenen Yards pro Spiel, bilden die Sachsen etwas überraschend das Schlusslicht in der Erima-GFL. Auch hier haben die Sachsen in der Sommerpause nachgebessert und mit Angelo Druck, der vom französischen Team Flash de La Courneuve zu den Goldhelmen wechselt, nachgebessert. Zusätzlich erhielt man Unterstützung von den Leipzig Kings in Person von Linebacker Chris Römer und Defenselineman Roman Damasch. Statistisch bester Tackler in den Reihen der Monarchs ist der Schwede Hugo Dyrendahl. Aufgrund von Verletzungen stieß der 24-jährige erst Anfang Juni zum Team, führt aber bereits jetzt die Defensestatistik der Sachsen an. Bester Verteidiger der ersten Reihe ist mit Adam Bender ebenfalls ein Schwede. Mit bisher vier Sacks und 7.5 Tackle for loss ist er in beiden Kategorien momentan führend. In der Passverteidigung setzen die Monarchs unter anderem auf den Briten Joe Cassidy und der US-Amerikaner Narrio Walks.

WHO RUN IT?

Im Vergleich zwischen Lions und Monarchs können die Braunschweiger die aktuell statistisch beste Verteidigung der Liga dem Passfeuerwerk der Sachsen entgegensetzen. Mit bisher im Schnitt knapp 16 zugelassenen Punkten pro Spiel, 111 zugelassenen Punkten insgesamt und nur 233 Yards Raumgewinn der Gegner im Durchschnitt, sind die Löwen momentan das „Team to beat“. Aber auch der Angriff der Braunschweiger kann sich sehen lassen und hat mit Runningback D’wayne Obi den aktuellen Rushing Leader der Erima-GFL im Team. Derzeit fehlen dem Briten noch etwas mehr als 140 Yards, um bereits früh in der Saison die 1.000 Yard Marke zu brechen. Offen ist der Einsatz von Quarterback Karé Lyles, der sich im Spiel gegen die Munich Cowboys vor knapp zwei Wochen eine Schulterverletzung zuzog. Sollte der US-amerikanische Spielmacher der Löwen nicht einsatzfähig sein, steht mit Hendrik Scharnbacher ein Ersatz zur Verfügung, der bereits im letzten Jahr sein Können auf höchstem deutschen Niveau unter Beweis stellen konnte. Zusätzlich steht mit Loan Kuci ein Spieler in den Reihen der Löwen, der im bisherigen Saisonverlauf als Quarterback aus der Wildcat-Formation ebenfalls erfolgreich war.

Für alle Footballfans der Erima-GFL ist das Spiel am kommenden Samstag ein Muss, das man nicht verpassen sollte. Wer nicht selbst das Spiel vor Ort in Dresden verfolgen kann, kann dies über den Kanal der Dresden Monarchs auf Sportdeutschland.tv tun.

Braunschweig New Yorker Lions
Gegründet: 1987 Farben: schwarz / rot Spielstätte: Eintracht-Stadion, Braunschweig Erfolge: Deutscher Meister 1997, 1998, 1999, 2005, 2006, 2007, 2008, 2013, 2014, 2015, 2016, 2019 Eurobowl-Sieger: 1999, 2003, 2015, 2016, 2017, 2018 Head Coach: Troy Tomlin
http://www.newyorker-lions.de/

Ähnlicher Artikel