Wolves bei den Griffins in klarer Außenseiterrolle

Mindens Gastgeber Rostock nimmt Kurs auf die Playoffs um den neuen GFL2-Bowl:

Wenn sich andere Menschen noch mehrfach im Bett umdrehen, sind die American Footballer der Minden Wolves längst auf den Beinen. Gegen fünf Uhr in der Früh machen sie sich fertig, um sich pünktlich gegen 6.45 Uhr am Treffpunkt auf Kanzlers Weide zu treffen. Kurz darauf geht sie auch schon los, die längste Auswärtsfahrt der Saison. Die führt sie hoch an die Ostsee. Phil Gamble und seine Mannen sind am Sonntag zu Gast bei den Rostock Griffins, einem der stärksten Teams in der GFL2. Kickoff der Partie ist um 15 Uhr.

„Es ist zwar ein ganz schöner Ritt nach Mecklenburg-Vorpommern, wir haben aber bewusst auf Übernachtungen verzichtet. Hoffen wir, dass wir diesmal deutlich weniger Probleme bei der Anreise haben, als zuletzt bei unseren Spielen in Hamburg und Elmshorn“, blickt Wolves-Vorstand Guliano Schunke nach vorn.

Er weiß – wie der gesamte Mindener Tross – nur zu genau, welch schwere Aufgabe auf sein Team zukommt. „Wir fahren sicherlich nicht als Favorit nach Rostock.“ Und aufgrund der Tatsache, dass man erst am frühen Montagmorgen wieder zurück in der Heimat ist, mussten auch einige Spieler berufsbedingt absagen. „Das ist zwar bitter, aber leider nicht zu ändern.“

Die Griffins mussten sich im bisherigen Saisonverlauf zwar deutlich bei den Krefeld Ravens geschlagen geben, konnten ihre anderen vier Partien aber sämtlich für sich entscheiden. Als Tabellenzweiter sind sie aktuell voll auf Kurs „Playoffs“ für den erstmals auszutragenden GFL2-Bowl. Gastgeber könnten im Halbfinale die im Süden noch ungeschlagenen Wiesbaden Phantoms sein.

Playoff-Träume haben die Minden Wolves keine. „Wir waren überglücklich, dass wir den Sprung in die 2. Bundesliga geschafft haben. Und selbst, wenn wir die Klasse am Ende nicht halten können, wäre es für uns ein Abenteuer gewesen, auf das wir nicht verzichten wollten. Wir haben auch unglaublich viel geöernt“, erklärt Vorstandssprecher Ulrich Grünwald. „Aber noch besteht die Chance, dass wir den letzten Platz verlassen können. Und solange dies möglich ist, werden wir darum kämpfen. Das sind wir auch unseren treuen Fans schuldig.“

Seit einigen Wochen unterstützt Zachary Cavanaugh die Minden Wolves und versucht, die bislang etwas lahmende Offensive zu verbessern. „Wir sind froh, dass Zack sich trotz seines Football-Projektes in Berlin bereiterklärt hat, uns als Offense-Coordinator zu unterstützen“, ergänzt Grünwald.

Zaubern kann aber auch der letztjährige Quarterback der Mindener nicht. „Allerdings dürften Verbesserungen sicherlich zu sehen sein.“ Zudem unterstützt er damit auch Headcoach Phil Gamble.

In Rostock erwartet die Wolves ein starker Gegner. Das mussten Leipzig (7:31) und Langenfeld (0:38) bereits am eigenen Leib erfahren. Die Trauben hängen also deutlich höher als zuletzt. Runningback Ryan Gomes brachte es in fünf Spielen auf fast 500 Yards und erzielte dabei drei Touchdowns. Quarterback Spencer Moore setzt seine Nebenleute gut in Szene – so wie Wide Receiver Jonas Beumer, der vier Touchdowns erzielte, oder Saint-Jean Ruben mit bislang drei Endzonenbesuchen.

Zudem überzeugen die Rostocker durch eine starke Defense und ein gutes Specialteam.


Foto: Hendric-Noah Pieper