Wird der Meister nun getestet?


Vier Mannschaften sind 2026 in der effect® Energy GFL noch ungeschlagen, unter anderem Titelverteidiger Potsdam Royals, der am 3. Oktober im GFL Bowl seine vierte Meisterschaft in Folge aus Dresden nach Hause holen will. Unter den Ungeschlagenen sind neben den Potsdamern jedoch nicht nur ihre Final-Kontrahenten der letzten Jahre aus Dresden und Schwäbisch Hall: Auch die Hildesheim Invaders haben sämtliche ihre ersten fünf Partien dieser Saison gewonnen.

Jetzt gehen sie mit Heimrecht in den ersten Vergleich mit den Potsdamern für dieses Jahr. Für die Royals beginnt ein guter Monat an Herausforderungen: Nach dem Spiel in Hildesheim folgen im Wochentakt Heimpartien gegen Dresden und Berlin, wieder zwei Wochen später kommen die Invaders zum Rückspiel. Allen drei Gegnern kann zugetraut werden, die Potsdamer an einem guten Tag zu bezwingen und so vielleicht auch in der Abschlusstabelle vor ihnen zu landen.

In fünf Wochen dürfte mehr Klarheit über die Vergabe der Playoff-Plätze in der effect® Energy GFL Nord herrschen. Ob die Hildesheimer dann noch an der Spitze stehen können? Offensiv glänzte die Mannschaft von Cheftrainer Marcus Herford in ihren bisherigen Spielen, Quarterback Nelson Hughes und Receiver wie Philipp Dolezal, Paul Terjung und Lennart Stukenborg sorgen für Big-Play-Potenzial. Noch mehr Punkte pro Spiel machten allerdings die Potsdamer, gegen die bisherigen gemeinsamen direkten Gegner locker mehr als das Doppelte der Hildesheimer Ausbeute.

Seit ihrem Wiederaufstieg haben die Hildesheimer in den letzten beiden Jahren drei hohe Niederlagen gegen die Royals kassiert. Von Spiel zu Spiel schafften die Hildesheimer dabei immer weniger eigene Punkte. Dies spiegelt wider, dass sich in Potsdam die Verteidigung seit einigen Jahren immer weiter steigert. Die Hildesheim Invaders werden am Samstag eine perfekte Vorstellung benötigen, wollen sie ihre weiße Weste verteidigen. Es ist für diese Saison das erste Heimspiel der Invaders im Friedrich-Ebert-Stadion und damit die Rückkehr der Football-Bundesliga an die traditionsreiche Spielstätte in der Hildesheimer Innenstadt.

Während Invaders-Head-Coach Marcus Herford vor dem Heimspiel betont, dass eine großartige Gelegenheit bevorstehe, sich mit einem der besten Football-Programme Europas zu messen, dürften die drei Gastgeber des siebten Spieltages der effect® Energy GFL Süd vor allem die Chance sehen, mit Siegen die Kluft zwischen Rang vier und Rang fünf und damit zwischen den Playoff-Plätzen und den übrigen Rängen weiter zu vergrößern.

Außer Aufsteiger Regensburg haben auch die Straubing Spiders bereits vier Niederlagen auf dem Konto. Für Allgäu Comets und Saarland Hurricanes sind es bisher drei. Die Comets müssen am Samstag nach Pforzheim in die Kramski-Arena und die Saarländer am Sonntag ins TeleData-Stadion in Ravensburg. Dort erwartet sie nicht nur eine für Auswärtssteams schwierige Atmosphäre, die die Fans von Wilddogs und ifm Razorbacks erzeugen. Sondern vor allem auf dem Feld Mannschaften, die heiße Anwärter auf mindestens Rang zwei und damit ein Viertelfinale zu Hause in eben jener Atmosphäre sind. Ravensburg nutzte es 2025, um Kiel aus dem Rennen zu werfen. Pforzheim war erst am letzten Spieltag vom zweiten Platz zurückgeworfen werden. Mit ihrem Heimsieg gegen die ifm Razorbacks Ravensburg haben die Wilddogs sich für dieses Jahr jetzt aber eine hervorragende Ausgangslage geschaffen.

Bevor die Pforzheimer zum Rückspiel nach Ravensburg müssen, stehen die beiden Partien gegen die Allgäu Comets an. Die Kemptener haben sich mit ihrem ersten Saisonsieg gegen Straubing Luft verschafft. Ob die defensiven Probleme der ersten drei Spiele abgestellt sind, werden die Comets im Vergleich mit den Wilddogs erfahren. Offensiv sorgen Quarterback Brad Jones und Tight End Gabe Quigley dafür, dass die Allgäuer sich Chancen erarbeiten.

Für die Straubing Spiders war die 20:24-Niederlage in Kempten jedenfalls eine herbe Enttäuschung, zumal ihre nächsten Spiele bis Anfang August nun gegen Playoff-Kandidaten gehen und kaum leichter werden. Richten soll es Trey Yeldell, der neue Quarterback, der gegen die Allgäuer erstmals für die Niederbayern auflief und nach einer weiteren Trainingswoche mit den neuen Mitspielen der Spiders-Offense in München nun ein neues Gesicht geben soll. Wichtig wird für die Spiders aber auch die Verteidigung. Münchens Quarterback Nicholas Semptimphelter spielt effizient und hat mit Gabriel Boccella einen Receiver, der derzeit kaum zu stoppen scheint. Wenn die Munich Cowboys erst einmal ihren Rhythmus finden, wird es für die Spiders sehr schwer, Kontrolle über das Spiel zu bekommen.

Defensiv zulegen müssten auch die Saarland Hurricanes. Ihre drei bisherigen Heimspiele gegen die Top-Teams aus Baden-Württemberg verloren sie klar, mit fast identischen Resultaten und jeweils knapp 50 Gegenpunkten. In Ravensburg stehen die Hurricanes nun einem Gegner gegenüber, der nach zuletzt zwei Niederlagen etwas gutzumachen hat. Auch die Braunschweig Lions nehmen Anlauf auf eine Auswärtshürde. Nachdem der Rekordmeister sein Saisonspiel gegen Kiel bereits verloren hat, gibt es auch gegen die Düsseldorf Panther 2026 nur eine einzige Chance. Am Samstag in Benrath werden die Braunschweiger von selbstbewussten Düsseldorfern gefordert: Die Panther haben gerade aus Kiel ihren ersten Saisonsieg mit nach Hause bringen können.

Die Kiel Baltic Hurricanes haben später zwar noch die wohl schwereren Interconference-Spiele als die Braunschweiger, doch sollte den Lions in Düsseldorf der erste Saisonsieg nicht gelingen, wird es schwer für sie, Platz sieben noch an einen der Konkurrenten abzugeben. Allerdings: Das 7:14 gegen Düsseldorf war für die Baltic Hurricanes schon deren vierte Niederlage in Folge, in Dresden wird es am Samstag jetzt nicht einfacher, auch wenn die Dresden Monarchs letzte Woche in Braunschweig nicht ganz überzeugten. Ob Braunschweig einen Leistungssprung gemacht hat oder Dresden ins Formtief geglitten ist - die Antwort gibt es diesen Samstag in Dresden und Düsseldorf.