Pforzheim. Es war alles angerichtet für ein absolutes Football-Fest in der Pforzheimer KRAMSKI-Arena: Am neunten Spieltag empfingen die Pforzheim Wilddogs in der effect®-ENERGY GFL den ungeschlagenen Tabellenführer, die Schwäbisch Hall Unicorns zum SWP Gameday. Vor der atemberaubenden Kulisse von über 1.500 Zuschauern entwickelte sich von der ersten Sekunde an ein hochintensiver, absolut ausgeglichener Krimi, bei dem sich die Hausherren nach großem Kampf denkbar knapp mit 23:28 geschlagen geben mussten. Neben dem sportlichen Spektakel auf dem Rasen bewies die Wilddogs-Familie jedoch auch abseits des Feldes, was echter Zusammenhalt bedeutet.
Die Partie startete furios und mit einem echten Paukenschlag der Pforzheimer. Direkt beim Kickoff setzte Nick Olivier mit einem explosiven Return bis an die 49-Yard-Linie das erste Ausrufezeichen. Zwar setzte die Offense im ersten Drive fast ausschließlich auf das Laufspiel und musste den Ball nach einem Turnover on Downs an der 31-Yard-Linie abgeben, doch die Defense war sofort zur Stelle. Die Haller Offense wurde ohne First Down vom Feld geschickt, und der anschließende Punt wurde von Lars Dietrich spektakulär geblockt und direkt zum ersten Touchdown in die Endzone getragen (PAT Luca Hirschberger gut, 7:0). Die Defense der Wilddogs blieb bissig: Ein Sack zwang zum Fumble, den Antonio Alzheimer sicherte. Pforzheim nutzte das Momentum, ein blitzschneller Pass fand Luca Hirschberger, der auf 14:0 erhöhte. Doch die Unicorns zeigten ihre Klasse: Quarterback Julius Klenk, der die Offense der Gäste von Beginn an souverän anführte, fand Marvin Fuchs mit einem präzisen Pass zum 14:7-Anschluss.
Im zweiten Viertel dominierten zunehmend die Abwehrreihen beider Teams. Die Pforzheimer Offense tat sich schwer gegen eine nun exzellent eingestellte Haller Defense, die die Wilddogs an der 20-Yard-Linie stoppen konnte. Luca Hirschberger verwandelte das anschließende Field Goal sicher zur 17:7-Führung. Schwäbisch Hall schlug jedoch prompt zurück und tankte sich durch Julius Klenk zum 17:14 in die Endzone. Bis zur Halbzeitpause entwickelte sich eine wahre Abwehrschlacht, in der die Wilddogs-Defense kurz vor dem Pfiff noch einmal glänzte und einen Turnover on Downs der Gäste an der eigenen 24-Yard-Linie erzwang.
Abseits des Rasens war das Event ein voller Erfolg. Die Fanfarenzüge aus Bretten und Karlsruhe sowie SWP-Maskottchen Stromi und Pit von den Wilddogs, heizten dem Publikum ein. Ein ganz besonderes Highlight war die Spendenaktion der „Guardian Angels“: Gemeinsam mit den Unicorns und den Wilddogs wurden über 2.000 Euro für die Kinderonkologie am Olgahospital gesammelt.
Nach der Pause kamen die Gäste besser aus der Kabine. Julius Klenk bediente Rayjoun Pringle, der sich in einem packenden Sprintduell knapp gegen Nick Olivier durchsetzte – Touchdown für Hall und die erstmalige Führung zum 17:21. Pforzheims Offense musste ohne First Down punten, doch die Defense hielt das Team im Spiel: Ein völlig missglückter Snap der Haller an deren 5-Yard-Linie wurde von den Wilddogs gesichert. 1st and Goal Pforzheim! Ein Pass auf AJ Coons brachte die erneute Führung zum 23:21 (PAT geblockt).
Das letzte Viertel glich einem Hitchcock-Thriller. Eine Interception von Nick Olivier brachte den Wilddogs den Ball zurück, doch die effiziente Defense der Unicorns ließ kein Durchkommen mehr zu. Ein verunglückter Punt der Pforzheimer bescherte den Gästen dann eine exzellente Feldposition an der 14-Yard-Linie. Klenk nutzte dies aus und fand erneut Pringle zum 23:28. In den Schlussminuten warfen die Wilddogs alles nach vorne, setzten viel auf den Lauf, doch sie bissen sich an der massiven Haller Wand die Zähne aus. Das ohnehin physische Spiel wurde hitziger, kleine Rangeleien häuften sich, doch am Ende hielt die Defense der Gäste stand.
Headcoach der Wilddogs fand nach dem Abpfiff deutliche Worte: „Ja, das war eines dieser Spiele zum Haare raufen. Wir haben uns einige hervorragende Ausgangspositionen leider selbst zunichte gemacht. Schwäbisch Hall war extrem gut auf uns eingestellt. Wir richten unseren Fokus jetzt voll und ganz auf München. Es gab ein paar Themen, die mir in diesem Spiel gar nicht gefallen haben – dafür werden wir das spielfreie Wochenende nun intensiv nutzen.“
Vorstandsmitglied Kai Höpfinger zeigte sich tief beeindruckt über die Rekordkulisse: „Es war ein unfassbar spannendes Spiel, bei dem es am Ende leider ganz knapp nicht für uns gereicht hat. Was dafür aber überragend war: Über 1.500 Zuschauer haben die KRAMSKI-Arena förmlich zum Beben gebracht! Ein riesiges Dankeschön geht an alle Helfer im Hintergrund, die diesen fantastischen Tag überhaupt erst möglich gemacht haben.“
Die Niederlage hat direkte Auswirkungen auf das nächste Spiel: Da die Munich Cowboys zeitgleich gewannen, ziehen sie in der Tabelle knapp an den Wilddogs vorbei auf Rang zwei. Damit kommt es am 1. August in Pforzheim zum ultimativen Showdown. Wenn die Wilddogs die Cowboys empfangen, geht es im direkten Duell um den begehrten zweiten Tabellenplatz und das immens wichtige Heimrecht im Playoff-Viertelfinale. Das Dawghouse muss beben! Tickets für dieses Spiel gibt es bereits unter wilddogs.de/gameday/tickets
Fotos: Fide-pictures/David Congedo





