Wieder zu Null! Royals feiern dritten Shutout in Folge

Foto: Philipp Kuhnert

Die Potsdam Royals setzen ihren beeindruckenden Lauf in der effect® Energy GFL fort. Vor knapp 2.000 Zuschauern im Eintracht-Stadion gewann der amtierende Deutsche Meister mit 61:0 bei den Braunschweig Lions und feierte damit bereits den dritten Shutout in Folge. Nach dem 61:0 gegen Hildesheim und dem 49:0 in Düsseldorf blieb die Potsdamer Defense nun auch beim deutschen Rekordmeister ohne Gegenpunkt. Gleichzeitig produzierte die Offense 501 Yards Raumgewinn und neun Touchdowns – alle neun am Boden. Mit dem Erfolg verbessern die Royals ihre Saisonbilanz auf neun Siege bei einer Niederlage. Noch zwei Heimspiele stehen in der Regular Season aus, bevor der Blick endgültig auf die Playoffs gerichtet wird.

Kyei eröffnet mit einem Knall

Die Royals benötigten gerade einmal zwei Offensivspielzüge, um deutlich zu machen, in welche Richtung sich der Nachmittag entwickeln sollte. Chrisman Kyei eröffnete die Partie mit einem 68-Yard-Lauf von der eigenen 21-Yard-Linie bis unmittelbar vor die Braunschweiger Endzone. Direkt im nächsten Play vollendete er den Drive mit weiteren elf Yards zum ersten Touchdown.

Braunschweig versuchte zu antworten, doch bereits im ersten Drive der Gastgeber griff die Potsdamer Defense ein. Devin Hembry fing bei Third Down einen Pass von Ryon Thomas ab und trug die Interception noch zwölf Yards zurück. Potsdam begann dadurch bereits an der Mittellinie, wenig später lief Heiko Bals aus vier Yards zum 12:0 in die Endzone. Der nächste Royals-Besitz dauerte genau einen Spielzug. Kyei nahm den Ball an der eigenen 22-Yard-Linie und verschwand über 78 Yards in Richtung Endzone. Nach der erfolgreichen Two-Point-Conversion durch Joost Bohnhorst stand es bereits im ersten Viertel 20:0.

380 Rushing Yards – Braunschweig findet keine Antwort

Das Laufspiel der Royals entwickelte sich zum bestimmenden Faktor der Partie. Insgesamt produzierte Potsdam 380 Rushing Yards bei nur 32 Versuchen, durchschnittlich 11,9 Yards pro Lauf. Von den 29 First Downs der Royals entstanden 22 über den Boden. Der herausragende Akteur war Chrisman Kyei. Der Running Back benötigte lediglich zehn Läufe für 254 Yards und vier Touchdowns. Das entspricht außergewöhnlichen 25,4 Yards pro Carry. Neben seinen Touchdownläufen über elf, 78 und erneut elf Yards legte Kyei im Schlussviertel seinen vierten Score aus neun Yards nach.

Foto: Philipp Kuhnert

Doch Potsdams Laufspiel bestand keineswegs nur aus einem Spieler. Heiko Bals erzielte zwei Touchdowns und kam auf 36 Yards, Joost Bohnhorst steuerte 29 Yards und einen Score bei. Später bekamen auch die jungen Spieler ihre Möglichkeiten: Elias Güther erlief 45 Yards und einen Touchdown, Peter Martin setzte 29 Sekunden vor Schluss mit einem 14-Yard-Lauf den Schlusspunkt zum 61:0. Alle neun Potsdamer Touchdowns entstanden an diesem Nachmittag durch das Laufspiel.

Moritz Richter führt die Offense souverän

Die Verantwortung auf der Quarterback-Position lag in Braunschweig bei Moritz Pharrell-Richter. Bay Harvey stand den Royals aufgrund seiner Verpflichtungen mit der Schweizer Flag-Football-Nationalmannschaft nicht zur Verfügung. Für die Verantwortlichen kam das keineswegs überraschend: Harvey hatte bereits bei seiner Vertragsunterzeichnung kommuniziert, dass er an diesem Wochenende für die Schweiz eingeplant ist. Seine Abwesenheit war somit von Beginn an mit den Royals abgestimmt. Auch Richter wusste bereits seit der Vorwoche, dass er gegen die Lions die Offense anführen würde.

„Der Plan war schon letzte Woche, dass ich dieses Spiel für ihn übernehmen werde. Wir wollten den Gameplan simpel halten, zu unseren Basics gehen und uns auf unser wirklich starkes Run-Game verlassen – was ja auch sehr gut funktioniert hat“, erklärt Richter.

Und wie gut es funktionierte: Bereits im ersten Offensivspielzug brach Chrisman Kyei über 68 Yards durch die Braunschweiger Defense und vollendete den Drive unmittelbar danach selbst. Später legte er unter anderem einen 78-Yard-Touchdownlauf nach. Auch Heiko Bals und Joost Bohnhorst fanden früh die Endzone. Die Offensive Line öffnete immer wieder große Lücken und Potsdam konnte das Spiel zunächst konsequent über den Boden kontrollieren.

Mit der deutlichen Führung im Rücken öffneten die Royals anschließend Stück für Stück das Playbook. Richter fand unter anderem Milan Spiller für zwölf Yards, ehe ein 32-Yard-Pass auf Key’Shawn Smith den nächsten Angriff entscheidend voranbrachte. Kurz vor der Halbzeit verteilte er den Ball erneut auf mehrere Anspielstationen und bediente unter anderem Smith, Spiller und Peter Martin, bevor Bals den Drive mit seinem Touchdown zum 34:0 abschloss.

„Ich habe mich ziemlich gut gefühlt. Richtung Ende des zweiten Quarters und in der zweiten Halbzeit konnten wir das Playbook dann auch ein bisschen öffnen. Natürlich lief bei dem einen oder anderen Pass noch nicht alles perfekt, aber das ist Praxis und Spielerfahrung, die man sehr, sehr gerne mitnimmt. Von daher war das Ganze für mich ein ziemlich gelungenes Spiel.“

Foto: Philipp Kuhnert

Dass Richter trotz vergleichsweise weniger Spielanteile in den vergangenen Wochen bereit war, unterstreicht auch seine Einstellung zur Rolle als zweiter Quarterback. Für den Potsdamer ist die Vorbereitung keine Frage dessen, ob er am Wochenende als Starter eingeplant ist.

„Ich bereite mich eigentlich jede Woche ziemlich intensiv vor. Klar, als QB2 bekommst du nicht all die Reps, aber du bist immer nur ein Play davon entfernt, auf dem Platz zu stehen. Wenn das schlechtere Szenario eintritt und der Quarterback ausfällt, möchte man nicht der Grund sein, warum man verliert, sondern im besten Fall dem Team helfen zu gewinnen. Deshalb war meine Vorbereitung genauso intensiv wie jede Woche – mit den Standards, die wir hier bei den Royals haben.“

Am Ende brachte Richter elf seiner 17 Pässe für 111 Yards an den Mann und blieb ohne Interception. Sieben verschiedene Royals fingen mindestens einen Pass. Vor allem aber dirigierte er eine Offense, die insgesamt 501 Yards Raumgewinn produzierte und neunmal die Endzone erreichte.

„Am Ende bin ich vor allem damit zufrieden, dass wir als Offense in fast jedem Drive gescored haben, das Spiel gut runterspielen konnten und gezeigt haben, was unsere Offense gerade auch im Laufspiel alles kann.“

Richter musste in Braunschweig kein spektakuläres persönliches Zahlenwerk produzieren. Er sollte die Offense führen, den Football schützen und die Möglichkeiten nutzen, die ihm das dominante Laufspiel eröffnete. Genau das gelang und der Auftritt zeigte zugleich, dass die Royals auch auf der Quarterback-Position über Tiefe verfügen.

Defense nun seit zwölf Quartern ohne Gegenpunkt

Während die Offense ein enormes Tempo entwickelte, setzte die Potsdamer Defense ihre aktuelle Serie fort. Nach Hildesheim und Düsseldorf blieb nun auch Braunschweig ohne Punkte. Damit haben die Royals seit zwölf vollständigen Quartern keinen gegnerischen Punkt mehr zugelassen. Die Lions kamen insgesamt lediglich auf 178 Yards Total Offense. Besonders deutlich wurde die Dominanz gegen das Laufspiel: Braunschweig erzielte in 31 Versuchen gerade einmal 24 Rushing Yards, also weniger als einen Yard pro Lauf. Bei Third Down konvertierten die Gastgeber lediglich drei ihrer 13 Versuche.

Auch wenn Braunschweig mehrfach längere Drives aufbauen konnte, fand die Potsdamer Defense spätestens in den entscheidenden Situationen eine Antwort. Einen 53-Yard-Pass auf Peter Anderson im ersten Viertel beantwortete die Defense wenige Plays später mit einem Sack von Hunter Hewitt. Im dritten Viertel kamen weitere Sacks durch Jasper Kropp und Giorgius Tarlas hinzu.

Hewitt, Tarlas und Kropp verbuchten damit jeweils einen Sack. Alan Steinorth und Joshua Wünsch waren jeweils an zwei Tackles for Loss beteiligt, während Ruben De Ruyter mit vier Solo-Tackles zu den auffälligsten Tacklern gehörte.

Drei Ballgewinne für Potsdam

Neben dem frühen Pick von Devin Hembry erzwang die Defense zwei weitere Ballverluste. Im dritten Viertel arbeitete sich Braunschweig bis an die Potsdamer 23-Yard-Linie vor. Dort verlor Peter Anderson bei einem Lauf den Football. Mika Habermann sicherte den Ball für die Royals und beendete eine der gefährlichsten Serien der Gastgeber.

Nur wenige Minuten später folgte der nächste Turnover. Nach einem 47-Yard-Punt von Heiko Bals verlor Braunschweigs Returner Brandon Potts den Ball. Joost Bohnhorst erzwang den Fumble, Peter Martin sicherte ihn tief in der Braunschweiger Hälfte. Potsdam beendete die Partie damit mit drei Takeaways und leistete sich selbst keinen einzigen Ballverlust.

501 Yards und kaum Fehler

Auch abseits der großen Plays unterstreichen die Zahlen den kontrollierten Auftritt der Royals. Potsdam erzielte 501 Total Yards bei nur 52 Offensivspielzügen – durchschnittlich 9,6 Yards pro Play. Braunschweig kam bei ebenfalls 52 Plays auf 178 Yards beziehungsweise 3,4 Yards pro Spielzug.

Noch auffälliger war die Disziplin: Gegen die Royals wurden lediglich zwei Strafen für insgesamt zehn Yards ausgesprochen. Potsdam erzielte 29 First Downs, verwandelte seinen einzigen ausgespielten vierten Versuch und erreichte bei zehn Red-Zone-Besuchen acht Touchdowns. Der klare Erfolg war damit nicht das Resultat einer einzelnen Phase, sondern einer über vier Quarter stabilen Leistung. 20 Punkte im ersten Viertel, 14 im zweiten, sieben im dritten und weitere 20 im Schlussabschnitt ergaben am Ende das 61:0.

Jetzt zweimal zuhause: Royals brauchen die Family

Nach den vergangenen Auswärtsaufgaben kehren die Royals nun endlich in den Sportpark Luftschiffhafen zurück. Die letzten beiden Spiele der Regular Season finden beide vor heimischem Publikum statt. Am 22. August empfangen die Royals die Kiel Baltic Hurricanes, eine Woche später folgt am 29. August das Duell mit den Munich Cowboys. Beide Partien beginnen um 16:00 Uhr.

Mit nun neun Siegen aus zehn Spielen befindet sich Potsdam mitten im Endspurt um die bestmögliche Ausgangslage für die Playoffs. Auf dem Feld hat die Mannschaft zuletzt mit drei Shutouts in Folge ein deutliches Zeichen gesetzt. Jetzt soll auch von den Rängen noch einmal zusätzliche Energie kommen. Zwei Heimspiele. Zwei letzte Aufgaben in der Regular Season. Und zweimal braucht die Mannschaft die Royals Family im Luftschiffhafen.

Scoreboard

  • 0:6 – 11-Yard-TD-Lauf C. Kyei (TPC nicht gut)
  • 0:12 – 4-Yard-TD-Lauf H. Bals (TPC nicht gut)
  • 0:20 – 12-Yard-TD-Lauf C. Kyei (TPC J. Bohnhorst)
  • 0:28 – 12-Yard-TD-Lauf J. Bohnhorst (TPC C. Jeeves)
  • 0:34 – 15-Yard-TD-Lauf H. Bals (TPC nicht gut)
  • 0:41 – 11-Yard-TD-Lauf C. Kyei (PAT H. Bals)
  • 0:47 – 8-Yard-TD-Lauf C. Kyei (TPC nicht gut)
  • 0:54 – 3-Yard-TD-Lauf E. Güther (PAT H. Bals)
  • 0:61 – 13-Yard-TD-Lauf P. Martin (PAT H. Bals)

Autor: PassionPress.eu