Die Schwäbisch Hall Unicorns gewinnen ihr Playoff-Viertelfinale in der GFL zuhause gegen die Düsseldorf Panther mit 23:20 (13:7) und ziehen damit ins Halbfinale ein. Vor 2.452 Zuschauern im OPTIMA Sportpark sorgte zuletzt die Haller Defense für die entscheidenden Akzente.
Bei spätsommerlichen Temperaturen entwickelte sich im OPTIMA Sportpark ein intensives Playoff-Duell zwischen den Schwäbisch Hall Unicorns und den Düsseldorf Panther. Dabei sorgte vor allem die Haller Defense immer wieder für die entscheidenden Akzente. Bereits die ersten Punkte entstanden nach einem geblockten Fieldgoal der Gäste durch die Verteidigung der Haller, die zudem im ersten und dritten Viertel keine gegnerischen Punkte zuließ. Im Schlussabschnitt wurde die Partie dennoch noch einmal spannend, als Düsseldorf einen zwischenzeitlichen 23:7-Rückstand bis auf drei Punkte verkürzen konnte. Am Ende brachte die Haller Mannschaft den Vorsprung jedoch über die Zeit und sicherte sich mit dem 23:20-Erfolg den Einzug ins Halbfinale.
Die Panther erwischten vermeintlich einen guten Start und marschierten in ihrem ersten Drive bis kurz vor die Haller Endzone. Dort blockte die Unicorns Defense jedoch den Fieldgoal-Versuch der Gäste. Den freien Ball nahm Jonell Pelie anschließend auf und übergab ihn direkt an Jordan Toles, der ihn über 96 Yards zum 7:0 trug (Alle PAT Timo Bronn.)
Danach setzte die Unicorns Defense Quarterback Dawson Herl zunehmend unter Druck. Unter anderem sorgten Noah Lorieri, Nicolas Hühnergarth und Daniel Bartmann mit Sacks dafür, dass Düsseldorf seine Angriffsserie per Punt beenden musste.
Die Haller Offense fand im Anschluss in ihrem ersten Angriffszug wie gewohnt über das Laufspiel in die Partie. Ein langer Drive führte die Unicorns noch im ersten Viertel tief in die Hälfte der Gäste, doch zu Beginn des zweiten Spielabschnitts verfehlte der Fieldgoalversuch Timo Bronns sein Ziel.
Nach einem weiteren schnellen Punt der Panther bekamen die Haller erneut den Ball und arbeiteten sich dieses Mal konsequent über das gesamte Feld. Kelley Joiner sorgte dabei mehrfach für Raumgewinn, bevor Julius Klenk zunehmend auch seine Receiver in Szene setzte. Schließlich fand der Quarterback Rayjuon Pringle aus vier Yards in der Endzone zum 13:0.
Kurz vor der Halbzeit kamen dann auch die Gäste das erste Mal auf das Scoreboard. Dawson Herl führte seine Offense mit mehreren erfolgreichen Pässen zügig über das Spielfeld und vollendete den Drive schließlich selbst mit einem Lauf über 12 Yards zum Halbzeitstand von 13:7.
Nach dem Seitenwechsel starteten die Haller erneut mit einem langen Angriffszug. Kelley Joiner eröffnete diesen mit einem sehenswerten 42-Yard-Lauf, bevor seine Offense den Ball bis unmittelbar vor die Endzone bewegen konnten. Dort scheiterten die Unicorns jedoch im dritten und vierten Versuch an sich selbst, da zwei Mal die Ballübergabe zwischen Center und Quarterback misslang und man den Ball letztendlich abgeben musste.
Die Haller Verteidigung sorgte in der Folge erneut dafür, dass dies ohne Konsequenzen blieb. Düsseldorf musste bereits kurz darauf punten und brachte die Unicorns durch einen missglückten Befreiungskick in aussichtsreicher Feldposition in Ballbesitz. Zwar fand die Offense anschließend nicht den Weg in die Endzone, Timo Bronn verwandelte jedoch ein Fieldgoal aus 41 Yards zum 16:7.
Im nächsten Angriffszug der Panther sorgte die Defense dann direkt für den nächsten wichtigen Ballgewinn. Monteze Latimore forcierte bei einem Lauf von Dawson Herl einen Fumble, den Julian-Ludwig Mayorga tief in der Hälfte der Panther für die Unicorns sichern konnte. Die Offense nutzte die wiederholt gute Feldposition in diesem Fall konsequent. Nach einem kurzen Lauf von Rayjuon Pringle fand Kelley Joiner im nächsten Spielzug die entscheidende Lücke und trug den Ball über 32 Yards zum 23:7 in die Endzone.
Damit gingen die Unicorns mit einem komfortablen Vorsprung in den Schlussabschnitt. Die Panther gaben sich jedoch keineswegs geschlagen. Gleich zu Beginn des vierten Viertels arbeiteten sich die Gäste bis an die 5-Yard-Linie der Haller vor. Dort zeigte die Unicorns Defense erneut ihre Qualität und stoppte Düsseldorf in vier Versuchen. Besonders dieses Turnover on Downs nahm dabei wichtige Zeit von der Uhr und hielt die Gäste zunächst weiter auf Abstand.
Nach einem Punt der Unicorns bekamen die Panther allerdings eine weitere Chance und nutzten diese. Dawson Herl improvisierte wiederholt mit seinen Beinen und führte seine Mannschaft bis unmittelbar vor die Haller Endzone. Mit einem kurzen Lauf erzielte er zuletzt selbst auch den Touchdown zum 23:13, die anschließende Conversion misslang.
Nach dem gesicherten Onside Kick der Düsseldorfer versuchten die Unicorns, die verbleibende Spielzeit möglichst weit herunterlaufen zu lassen. Ein weiterer Fieldgoalversuch Timo Bronns, dieses Mal aus 50 Yards, blieb jedoch ohne Erfolg, sodass Düsseldorf etwas mehr als drei Minuten vor Spielende noch einmal in Ballbesitz kam. Die Gäste marschierten in der Folge schnell über das Feld und verkürzten durch einen 9-Yard-Pass von Dawson Herl auf James Okike bei noch 1:56 Minuten auf der Uhr auf 23:20. Da jedoch auch der zweite Onside Kick der Gäste ohne Erfolg blieb, konnten die Haller Offense nach einem weitern Lauf Joiners abknien und damit die Restspielzeit auslaufen lassen.
Im Interview nach dem Spiel sah Düsseldorfs Head Coach Jaycee Krieg vor allem die Fehlerquote als entscheidenden Unterschied: „Wir haben heute mehr Fehler gemacht. Die Unicorns waren in ihren Aktionen konsequenter.“ Mit Blick auf die hektische Schlussphase ergänzte er: „Uns ist am Ende die Zeit ausgegangen.“
Panthers-Runningback Gennadiy Adams hob die besondere Atmosphäre im OPTIMA Sportpark hervor: „Wir haben die Energie und die Lautstärke hier in Hall sehr genossen. Die Fans haben neben der Mannschaft einen tollen Job gemacht und uns damit das Leben sehr schwer.“
Für die Unicorns geht die Saison damit bereits am kommenden Wochenende im heimischen OPTIMA Sportpark weiter. Im Halbfinale wartet mit den Potsdam Royals der amtierende Gegner aus dem Norden, der sich in seinem Viertelfinale zuhause mit 48:21 gegen die ifm Razorbacks Ravensburg durchsetzen konnte. „Wir freuen uns, wieder hier zuhause spielen zu können“, blickte Brenner bereits auf die nächste Aufgabe voraus.
Die Punkte für Schwäbisch Hall: Jordan Toles (6), Rayjuon Pringle (6), Kelley Joiner (6), Timo Bronn (5)
Viertelergebnisse: 7:0 / 6:7 / 10:0 / 0:13 Final: 23:20
Alle Punkte:
7:0 – Jordan Toles – Return nach geblocktem Fieldgoal (PAT Timo Bronn)
13:0 – Rayjuon Pringle – 4-Yard-Pass von Julius Klenk (PAT failed)
13:7 – Dawson Herl – 12-Yard-Lauf (PAT David Immel)
16:7 – Timo Bronn – 41-Yard-Fieldgoal
23:7 – Kelley Joiner – 32-Yard-Lauf (PAT Timo Bronn)
23:13 – Dawson Herl – 1-Yard-Lauf (CON failed)
23:20 – James Okike – 9-Yard-Pass von Dawson Herl (PAT David Immel)




