Autor: PassionPress.eu/Allgäu Comets
Foto: Foot Bowl/Susanne Hägele
Die Allgäu Comets haben die reguläre Saison 2026 der effect® ENERGY GFL mit einem Erfolgserlebnis beendet. Im heimischen Illerstadion setzte sich das Team aus Kempten mit 26:21 gegen die Saarland Hurricanes durch. Zum Sprung auf den sechsten Tabellenplatz reichte der Sieg allerdings nicht: Aufgrund des direkten Vergleichs bleiben die Hurricanes vor den Comets.
Für die Comets war die Ausgangslage vor dem letzten Spiel der regulären Saison klar. Ein Sieg gegen die Saarland Hurricanes war die Grundvoraussetzung, um überhaupt noch eine Chance auf Platz sechs zu haben. Gleichzeitig musste aufgrund der deutlichen 21:46-Niederlage aus dem Hinspiel ein sehr hoher Vorsprung her, um auch den direkten Vergleich noch zu drehen.
Die Allgäuer erfüllten zumindest den ersten Teil ihrer Aufgabe. In einem umkämpften Saisonfinale besiegten sie die Hurricanes mit 26:21 und feierten damit ihren zweiten Saisonsieg. Weil die Differenz von fünf Punkten jedoch nicht ausreichte, um das Ergebnis aus dem Hinspiel zu egalisieren, beendet Saarland die reguläre Saison trotz identischer Bilanz von 2:10 auf Rang sechs. Die Comets schließen die GFL Süd mit ebenfalls zwei Siegen und zehn Niederlagen auf dem siebten Tabellenplatz ab.
Comets erwischen den besseren Start
Vor heimischem Publikum zeigten die Comets von Beginn an, dass sie sich mit einem Sieg aus der regulären Saison verabschieden wollten. Die Gastgeber kamen gut in die Partie und brachten früh die ersten Punkte auf die Anzeigetafel.
Auch der zweite Touchdown des Tages gehörte den Allgäuern. Nach der anschließenden erfolgreichen Two-Point-Conversion stand eine 14:0-Führung auf dem Scoreboard. Damit hatten die Comets nicht nur einen nahezu perfekten Start erwischt, sondern zwischenzeitlich auch die Hoffnung geweckt, den für den direkten Vergleich notwendigen hohen Vorsprung tatsächlich angreifen zu können. Doch Saarland ließ sich vom frühen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen. Die Hurricanes fanden zunehmend besser in die Begegnung und bekamen insbesondere ihr Laufspiel in Gang.
Gabriel Cunningham sorgte schließlich für die ersten Punkte der Gäste. Mit einem Lauf fand er den Weg in die Kemptener Endzone, der anschließende Extrapunkt verkürzte auf 14:7. Mit diesem Spielstand endete das erste Quarter.
Hurricanes drehen die Partie
Im zweiten Spielabschnitt setzte Saarland seine Aufholjagd fort. Erneut war es Cunningham, der mit einem Lauf zum Touchdown kam. Nach dem erfolgreichen Extrapunkt war die frühe 14:0-Führung der Comets aufgebraucht und die Partie beim Stand von 14:14 wieder völlig offen.
Die Hurricanes hatten zu diesem Zeitpunkt ihren Rhythmus gefunden und konnten wenig später sogar erstmals die Führung übernehmen. Joshua Youngblood, bereits im Hinspiel eine der gefährlichsten Waffen der Saarländer Offense, sorgte für den nächsten Touchdown der Gäste. Auch diesmal verwandelte Saarland den Extrapunkt.
Aus dem 14:0 für die Comets war damit ein 14:21 geworden.
Für die Gastgeber war das die nächste Bewährungsprobe in einer Saison, in der die Mannschaft immer wieder mit Rückschlägen und einer zunehmend angespannten Personalsituation umgehen musste. Dieses Mal aber fanden die Comets eine Antwort.
Comets kämpfen sich zurück
Die Allgäuer ließen die Partie nicht kippen und arbeiteten sich wieder heran. Mit ihrem dritten Touchdown verkürzten die Comets auf 20:21 und brachten damit auch die Zuschauer im Illerstadion wieder voll zurück ins Spiel. Aus dem komfortablen Vorsprung der Anfangsphase war inzwischen ein enges Duell geworden, in dem jeder Ballbesitz entscheidend sein konnte.
Und die Comets legten noch einmal nach. Ein weiterer Touchdown brachte die erneute Führung. Beim Stand von 26:21 hatten die Gastgeber das Spiel ein zweites Mal gedreht. Diese Führung sollte Bestand haben. Die Allgäuer Defense ließ keine weiteren Punkte der Hurricanes zu und sicherte damit den zweiten Saisonsieg. Nach zwölf Spielen steht für die Comets eine Bilanz von 2:10 sowie ein Punkteverhältnis von 153:555 zu Buche.
Sieg reicht nicht für Platz sechs
So erfreulich der Heimsieg zum Abschluss der regulären Saison war, so schnell richtete sich der Blick nach dem Abpfiff auf die Tabelle und den direkten Vergleich. Das Hinspiel im Saarland hatten die Hurricanes mit 46:21 gewonnen. Entsprechend hätten die Comets das Rückspiel mit mehr als 25 Punkten Differenz gewinnen müssen, um den direkten Vergleich noch auf ihre Seite zu ziehen.
Mit dem 26:21 gelang zwar der angestrebte Sieg, die dafür notwendige Differenz jedoch nicht. In beiden direkten Duellen erzielten die Hurricanes insgesamt 67 Punkte, die Comets kamen auf 47. Damit bleibt Saarland bei gleicher 2:10-Bilanz vor den Allgäuern und beendet die reguläre Saison auf Rang sechs. Der Sieg gegen Saarland dürfte dabei trotz des verpassten sechsten Platzes wichtig sein. Die Comets hatten in den vergangenen Monaten mit einer extrem dünnen Personaldecke und dem Ausfall zahlreicher Schlüsselspieler zu kämpfen. Gleichzeitig wurden zunehmend junge Akteure aus dem eigenen Nachwuchs in das GFL-Team integriert.
Gerade vor diesem Hintergrund ist der Erfolg gegen den direkten Tabellennachbarn mehr als nur eine statistische Verbesserung der Saisonbilanz. Die Mannschaft bewies nach einer zwischenzeitlich verspielten 14:0-Führung Moral, kämpfte sich nach dem 14:21-Rückstand zurück und entschied eine enge Partie in der zweiten Hälfte noch für sich.
Verzicht auf Playdowns
Die Allgäu Comets haben sich nach intensiver Prüfung dazu entschieden, auf die Playdown Spiele gegen die Berlin Rebels zu verzichten und den damit verbundenen Zwangsabstieg in die Regionalliga in Kauf zu nehmen.
Diese Entscheidung ist nicht leichtgefallen. Seit Wochen steht der Vorstand in einem positiven und offenen Austausch mit der Liga und hat die Situation über das gesamte Jahr transparent kommuniziert. Die aktuelle Kadersituation sowie die finanziellen Herausforderungen eines zusätzlichen Monats Spielbetrieb, einschließlich eines Auswärtsspiels in Berlin, würden den Verein vor eine enorme Belastung stellen.
Gleichzeitig muss die Entwicklung des Sports und die damit verbundene zunehmende Professionalisierung berücksichtigt werden. Diese hat Auswirkungen auf sämtliche Bereiche eines Vereins – auf die notwendige Infrastruktur, auf Personal und Organisation, auf die Anforderungen an Spieler und Coaches, auf ehrenamtlichen Helfer und natürlich auch auf die finanziellen Rahmenbedingungen. Dieser Entwicklung wollen und müssen die Allgäu Comets gerecht werden. Gleichzeitig ist es der Anspruch, dies verantwortungsvoll zu tun, ohne den Verein finanziell oder strukturell zu überfordern.
Zudem war unabhängig von der aktuellen Situation seitens der Vereinsführung bereits vorgesehen, für die Saison 2027 einen Rebuild in einer unteren Spielklasse zu starten. Die Liga wurde über diese Überlegungen bereits frühzeitig informiert, und gemeinsam wurde an möglichen Lösungen für die Zukunft gearbeitet. Ein Verbleib in der effect® ENERGY GFL war daher nicht Teil der Planung in Bezug auf einen „Rebuild“ im Jahr 2027. Jetzt wird dieser notwendige Neuaufbau konsequent und mit klarer Perspektive angegangen.
Die aktuellen Regularien lassen einen solchen Rebuild in der GFL2 ohne das Antreten zu den Playdowns augenscheinlich nicht zu und es konnte in den Gesprächen zwischen Verein, Liga und AFVD dazu leider auch keine andere Lösung für die aktuelle Situation gefunden werden. Daher hat sich die Vereinsführung dazu entschieden, den geplanten Rebuild nun konsequent in der Regionalliga zu starten und damit die Grundlage für einen nachhaltigen Neuaufbau der Allgäu Comets zu schaffen.
Die kommenden Jahre werden genutzt, um die Strukturen und die Infrastruktur der Allgäu Comets nachhaltig weiterzuentwickeln, den Nachwuchs zu stärken, neue Spieler und Mitglieder zu gewinnen und wieder eine Mannschaft aufzubauen, mit der sich die Menschen in Kempten und dem gesamten Allgäu identifizieren können.
Dabei geht es nicht nur um den sportlichen Erfolg. Die notwendigen Grundlagen sollen geschaffen werden, um langfristig wieder GFL Football im Allgäu zu ermöglichen – sportlich, organisatorisch, wirtschaftlich und infrastrukturell. Gerade die zunehmende Professionalisierung des Sports macht es notwendig, in all diesen Bereichen Schritt für Schritt belastbare Strukturen aufzubauen. Die Allgäu Comets wollen wachsen und professioneller werden – aber mit Augenmaß und auf einer wirtschaftlich und organisatorisch gesunden Grundlage.




