Foto: Foot Bowl/Sebastian Just
Die Straubing Spiders haben ihr Auswärtsspiel bei den ifm Razorbacks Ravensburg in der effect® Energy GFL mit 8:66 verloren. Vor 1.548 Zuschauern im TeleData Stadion am Lindenhof kassierten die Niederbayern damit die siebte Niederlage im siebten Saisonspiel. Für die Razorbacks war es zugleich der höchste Saisonsieg, für die Spiders ein weiterer schmerzhafter Rückschlag in einer bislang schwierigen Spielzeit.
Trotz des am Ende sehr deutlichen Ergebnisses zeigte Straubing vor allem in der ersten Halbzeit Phasen, in denen die Mannschaft ordentlich mithalten konnte. Umso bitterer war aus Sicht der Spiders, dass die Partie nach der Pause immer deutlicher in Richtung der Gastgeber kippte.
Ordentlicher Beginn, Ravensburg nutzt seine Chancen
Die Straubing Spiders fanden zunächst ordentlich in die Partie und bewegten den Ball mit einer guten Mischung aus Lauf und Pass. Der erste vielversprechende Drive wurde jedoch durch einen Sack von Samuel Mindham gestoppt. Wenig später übernahmen die Gastgeber aus Ravensburg mehr und mehr die Kontrolle und gingen durch einen Touchdown Lauf von Lennies McFerren mit 7:0 in Führung.
Auch im zweiten Viertel zeigte sich, wie effizient die Razorbacks ihre Chancen nutzten. Nach einem Field Goal zum 10:0 folgten weitere Punkte durch das Passspiel der Gastgeber. Straubing geriet dadurch zunehmend unter Druck, blieb aber zunächst im Spiel und zeigte Moral.
Touchdown vor der Pause als Lebenszeichen
Noch vor der Halbzeit gelang den Spiders ein wichtiges offensives Ausrufezeichen. Quarterback Raleigh Benjamin Yeldell III fand Anthony Earl Green Jr. mit einem tiefen Pass über 54 Yards zum Touchdown. Die anschließende erfolgreiche Two Point Conversion durch Dane Jason Lynch verkürzte den Rückstand auf 8:24.
Dieser Spielzug war einer der wenigen echten Höhepunkte aus Straubinger Sicht und spiegelte wider, dass die Mannschaft trotz der schwierigen Ausgangslage weiter an sich glaubte und bis zur Pause zumindest in Reichweite blieb.
Nach der Pause kippt das Spiel endgültig
Im dritten Viertel kamen die Spiders engagiert aus der Kabine und arbeiteten sich zunächst noch einmal nach vorne. Doch genau in dieser Phase setzte Ravensburg die entscheidenden Nadelstiche. Ben Rashid sorgte mit einem Sack inklusive erzwungenem Fumble für einen weiteren Ballverlust, Samuel Mindham sicherte den Ball für die Gastgeber. Kurz darauf fing Nils Wulf bereits seine zweite Interception des Tages und brachte die Razorbacks erneut in hervorragende Feldposition.
Von diesem Moment an nahm die Partie einen klaren Verlauf. Ravensburg baute den Vorsprung weiter aus und ließ den Spiders kaum noch Möglichkeiten, selbst wieder ins Spiel zu finden. Vor allem im Schlussviertel demonstrierten die Gastgeber ihre Offensivstärke mit mehreren weiteren Touchdowns und machten die Niederlage für Straubing schließlich sehr deutlich.
Ravensburg dominiert statistisch
Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht den Spielverlauf. Die ifm Razorbacks Ravensburg kamen auf 613 Yards Total Offense, davon 554 Yards durch die Luft. Quarterback Broghean McGovern warf sieben Touchdown Pässe bei nur einer Interception. Gleich drei Passempfänger der Gastgeber knackten die Marke von 100 Receiving Yards.

Auf Seiten der Spiders war Jvonte Kareem Davis mit 90 Rushing Yards einer der auffälligsten Offensivspieler. Quarterback Yeldell brachte zehn seiner 28 Pässe für 132 Yards und einen Touchdown an, musste aber auch drei Interceptions hinnehmen. Insgesamt leistete sich Straubing vier Turnover, ein Wert, der gegen einen offensiv so starken Gegner kaum aufzufangen war.
Dorfner glaubt weiter an den Klassenerhalt
Nach dem Spiel richtete sich der Blick bei den Straubing Spiders auch auf die neue Konstellation an der Seitenlinie. Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Bence Lukács stand mit Sven Dorfner ein neuer Head Coach in der Verantwortung. Trotz der klaren Niederlage wollte Dorfner den Glauben an das große Ziel nicht aufgeben.
„Ja, durch die ganze Änderung coachesmäßig ist natürlich jetzt halt unsere Mannschaft ein bisschen in Schwung gebracht. Wir haben natürlich heute einen relativ starken Gegner gleich mal als Auftakt gekriegt. Die erste Halbzeit fand ich gar nicht so übel, wenn wir doch viele Fehler selber machen. Aber ich glaube immer noch an das Ziel. Also ich sehe uns immer noch nicht in der vierten Liga. Es gibt noch eine Chance, die Liga zu halten und da glaube ich weiterhin daran“, erklärte der neue HC nach der Partie.
Jetzt geht es um Stabilität und Antworten
Für die Straubing Spiders gilt es nun, die richtigen Schlüsse aus diesem Spiel zu ziehen. Die erste Halbzeit zeigte, dass das Team weiterhin um Lösungen kämpft und sich nicht aufgegeben hat. Gleichzeitig machte die zweite Hälfte sehr deutlich, wie groß die Baustellen in der aktuellen Situation noch sind.
In den kommenden Wochen wird es für die Spiders darauf ankommen, die Fehlerquote zu senken, mehr Stabilität in das eigene Spiel zu bringen und trotz der angespannten sportlichen Lage als Mannschaft geschlossen zu bleiben. Die Situation ist schwierig, aber aus Sicht des neuen Trainerteams ist das Ziel Klassenerhalt weiter fest im Blick.
Autor: PassionPress.eu




