Start der 47. Saison der effect® Energy GFL

Am 9. Mai startet die effect® Energy GFL in ihre neue Saison, die 47. Spielzeit der deutschen Bundesliga. Zur Tradition gesellen sich einige Neuerungen. Dazu gehört, dass die schrittweise Reduzierung von 15 Mannschaften auf nur noch zwölf in drei Jahren startet. Der Tabellenletzte der achtköpfigen effect® Energy GFL Süd wird direkt absteigen. Dazu werden die beiden Siebten aus Nord und Süd in Playdowns einen zweiten Absteiger ermitteln. In der GFL 2  wird es erstmals Playoffs geben, mit Halbfinals der Top vier und einem GFL 2 Bowl als Finale um den einzigen Aufstiegsplatz.

Was nicht so neu ist: Als Favoriten dürfen im Oberhaus einmal mehr Potsdam Royals und Dresden Monarchs gelten. Beide bestritten schon die GFL Bowls 2024 und 2025, beide zielen auf eine weitere Neuauflage. Der GFL Bowl 2026 wird am 3. Oktober erneut im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion ausgespielt, und das Programm des Finalwochenendes in der sächsischen Landeshauptstadt beginnt diesmal bereits am Vortag mit verschiedenen Fan-Events in der Stadt.

Auch am ersten Spieltag wird in Dresden gespielt, da allerdings im Heinz-Steyer-Stadion. Der Vorverkauf für den Auftakt des Vizemeisters gegen den Rekordmeister Braunschweig Lions ließ darauf hoffen, dass eine fünfstellige Zuschauerkulisse das Stadion bis auf den letzten Platz füllen könnte – wenn denn das Wetter mitspielt. 

Dresden und Braunschweig hatten lange Jahre die effect® Energy GFL Nord dominiert, ehe in jüngerer Vergangenheit Potsdam „dazwischengrätschte“. Ihr Aufeinandertreffen ist insofern als einer der Nord-Klassiker eine wunderbar passende Ansetzung für den Saisonauftakt in der Finalstadt. Die zwei Finalniederlagen gegen Potsdam haben die Dresdener als Ansporn genommen, noch einmal kräftig zu investieren. 

Unter anderem gibt es am Samstag das Ligadebüt von Rocky Lombardi, der lange Jahre als Quarterback von Michigan State und später als Ersatzmann von Joe Burrow bei den Cincinnati Bengals agierte. Wahrscheinlich wird es eine schwere Aufgabe für die Braunschweig Lions. Veränderungen im Trainerstab und Fluktuation im Kader erschwerten den Braunschweigern die Vorbereitungen. 2025 hatten sie erstmals nach 13 Jahren wieder einmal die Playoffs verpasst und werden in Dresden herausfinden, ob eine Route zurück möglich sein wird.

Zu den Neuerungen in diesem Jahr gehört auch eine einheitliche Anstoßzeit für fast alle Spiele der Saison. Alle sechs Partien am Samstag starten um 16 Uhr – künftig Standardtermin für die effect® Energy GFL. Der synchrone Beginn ermöglicht den Ausbau der medialen Präsenz über die Spieltagskonferenzen, die an allen Spieltagen bei Sporteurope.tv und bei den meisten auch im linearen Fernsehen bei DF1 ausgestrahlt werden. Mit offiziellem Twitch-Partner-Kanal und vielfältigen weiteren Angeboten in traditionellen und sozialen Medien setzt die effect® Energy GFL auf eine noch stärkere Vernetzung mit den Fans.

Parallel zum Nord-“Klassiker“ in Dresden gibt es am 9. Mai auch einen im Süden. Denn im Münchner Dantestadion treffen mit Munich Cowboys und Schwäbisch Hall Unicorns jene beiden aufeinander, die in der Süd-Gruppe die mit Abstand längste Zugehörigkeit zur ersten Liga vorweisen können. Wie Braunschweig im Norden gehörte Schwäbisch Hall im Süden das vergangene Jahrzehnt quasi fast allein. 

Letztes Jahr schlüpften die Unicorns zwar anders als die Löwen aus Niedersachsen noch in die Playoffs. Doch nur als Vierter und nur mit ausgeglichener Bilanz, während stattdessen die Munich Cowboys als Zweiter nach Jahrzehnten wieder einmal ein Playoff-Spiel zu Hause absolvieren durften. Ausschlag gab dabei just das letzte Duell der beiden im Dantestadion, das die Cowboys mit 13:10 vorn sah. Auch die Cowboys haben nun Appetit auf mehr, geht es nach ihnen, soll der Trend für die beiden Süd-Traditionsteams weiter in unterschiedliche Richtungen zeigen.

Gerade die Cowboys waren in den letzten Jahren allerdings nicht immer konstant unterwegs. Was unter anderem an einer weiteren guten Tradition der Süd-Gruppe der Liga liegt: Jahr für Jahr wirbeln gerade dort die Aufsteiger auf den Feldern und in der Tabelle einiges durcheinander. Letztes Jahr begannen die Pforzheim Wilddogs mit vier Siegen aus den ersten fünf Spielen. Passend also, dass sie nun der Auftaktgegner ihres Nachfolgers als Neuling sind: Regensburg Phoenix startet die erste Bundesliga-Saison mit dem Heimspiel gegen die Goldstädter. 

Beide Mannschaften können weiter auf ihre Quarterbacks Cameron Yowell (Regensburg) und Dre Harris (Pforzheim) bauen – nach Erfolgssaisons nicht immer eine Selbstverständlichkeit bei US-Importspielern. Eine eingespielte Offense zu Beginn einer Saison ist häufig Gold wert, auch wenn sich dies bei den Regensburgern in ihrem Testspiel noch nicht zeigte. 7:0 hieß es da bei den Augsburg Centurions, dem Süd-Aufsteiger der GFL 2, dem wie den Minden Wolves im Norden einiges an Perspektive im ersten Zweitligajahr zugetraut wird. Beide setzten sich gleich in ihrem ersten Drittliga-Jahr souverän als Aufsteiger durch – Fortsetzung in Liga zwei nicht ausgeschlossen…

Die GFL-Staffelsieger des Vorjahres starten am Samstag auswärts in die Saison. Für die ifm Razorbacks Ravensburg geht die Reise zu den Saarland Hurricanes nach Neunkirchen, wo die Hurricanes dieses Jahr ihre Heimspiele austragen. Der erste Trip des deutschen Meisters Potsdam Royals ins Berliner Mommsenstadion ließe sich im Zweifel über eine Handvoll S-Bahn-Stationen erledigen. Das regionale Derby bietet den Berlin Rebels die Gelegenheit zur echten Standortbestimmung. Vergangenes Jahr ging das Heimspiel gegen die Potsdamer mit 0:20 verloren – was jedoch wiederum der knappste Sieg der Royals der Hauptrunde war. Damals hatten die Royals Verletzungssorgen im Angriff, diesmal starten sie von Beginn an mit Xeavier Bullock als Quarterback, mit dem sie im Oktober auch den Titel holten.

Die weiteste Anreise haben auf der anderen Seite die Allgäu Comets vor sich. Denn auch die Interconference-Spiele zwischen Nord und Süd bleiben 2026 im Programm. Begonnen wird die Serie in Hildesheim mit dem Duell der Invaders gegen die Kemptener. Unter ähnlichen Voraussetzungen für die Teams: Nach Playoff-Teilnahmen 2024 landeten beide 2025 nur auf Rang sieben. Nach den neuen Regularien der effect® Energy GFL würde sie dies in den Abstiegskampf der Playdowns zwingen. Beide haben aber das Potenzial und den eigenen Anspruch, wieder in obere Tabellenregionen zurückzukehren. Erfolge in den Interconference-Duellen können genau jene „Bonus-Siege“ sein, die über Wohl und Wehe einer ganzen Saison entscheiden.