Mit Spitzenbegegnungen in Nord und Süd kehrt die effect® Energy GFL aus ihrer kurzen Sommerpause von einem Wochenende zurück. In der Süd-Gruppe empfängt der Tabellenzweite Pforzheim Wilddogs den noch ungeschlagenen Tabellenführer Schwäbisch Hall Unicorns. Im Norden ist aus der Partie von Meister Potsdam Royals und Hildesheim Invaders ein Verfolgerduell geworden, nachdem die Potsdamer Ende Juni die Neuauflage der GFL Bowls der letzten beiden Jahre gegen Dresden verloren haben.
Die Royals zeigten sich davon gegen die Berlin Rebels vor zwei Wochen gut erholt. Dazu hat Herausforderer Hildesheim selbst – genau wie Herausforderer Pforzheim im Süden – zuletzt einen Rückschlag hinnehmen müssen. Im Fall der Invaders genau gegen den Gegner, dem man nun wieder gegenüber steht. Das Hinspiel in Hildesheim ging mit 44:21 an die Brandenburger, die dabei im zweiten und dritten Viertel Fehler der Invaders konsequent bestraft hatten.
Enttäuschend für die Hildesheimer: Ob sie ohne solche Fehler und gegen einen anderen Playoff-Kandidaten wieder in die Erfolgsspur gefunden hätten, hatten sie eigentlich bei den Rebels herausfinden wollen. Doch ihre Partie in Berlin fiel vor 14 Tagen kurzfristig der Hitzewelle zum Opfer. Nun reisen sie erneut in die Hauptstadtregion, die Voraussetzungen beim zweiten Versuch gegen die Potsdamer sind völlig andere. Aber immerhin: Dank Potsdams Niederlage gegen Dresden wäre die Aufgabe nun „nur“: Gewinnen, egal mit welchem Resultat, um es in die eigene Hand zu bekommen, mit weiteren Siegen danach Platz zwei erobern zu können.
Es wäre eine faustdicke Überraschung, wenn dies gelingen könnte. Von einer ähnlichen hatte man insgeheim dieses Jahr auch in Pforzheim geträumt. Nach einem Sieg in Ravensburg im Hinspiel und mit der Erinnerung an den 2025 in Aalen gegen Schwäbisch Hall gewonnenen Pink Bowl lag die Rechnung nahe, eins und eins zusammenzuzählen und Rang eins für die Wilddogs zu prognostizieren. Doch mit der Pleite im Rückspiel vor eigenem Publikum gegen die ifm Razorbacks ist aus dem Spiel an diesem Samstag in der Kramski-Arena eher ein Matchball für die die Schwäbisch Hall Unicorns geworden.
Rechnerisch können die Unicorns den Gruppensieg in der effect® Energy GFL Süd nocht nicht perfekt machen. Aber mit gewonnenen direkten Vergleichen gegen alle drei anderen Teams der oberen Tabellenhälfte und drei von vier danach noch ausstehenden Partien gegen solche aus der unteren wären bei einem Erfolg in Pforzheim die dann zwei oder drei Siege Vorsprung auf die Verfolger eigentlich nicht mehr zu verspielen.
Pforzheim will seine letzte Chance auf den Coup bewahren. Zumal es außer dem „Traumziel“ von Platz eins ja darum geht, die realistische Option auf Rang zwei und damit auf immerhin ein Heimspiel in den Playoffs zu bewahren. Da Munich Cowboys und ifm Razorbacks Ravensburg ihre Spiele gegen Schwäbisch Hall bereits verloren haben, würde ein Pforzheimer Erfolg einen gewichtigen Unterschied machen.
Aus dem Pink Bowl des Vorjahres entstand nicht nur bei den Unicorns für das Spiel nun der unbedingte Wille zur Revanche. Beide Vereine arbeiten seither bei verschiedenen Aktionen zusammen, um die mit dem Charity-Event der letzten Saison verbundene Unterstützung des Kampfes gegen Krebs dauerhaft fortzusetzen. Dies wird am Samstag auch im Pforzheimer Stadion sichtbar werden.
Auf dem Feld geht es aber gegeneinander. Beide betonen den Respekt für die jeweilige Angriffsformation des Gegners und entsprechend die Schwere der Aufgabe für die eigene Defensive. Die Pforzheimer wollen bei den Unicorns vor allem Running Back Kelley Joiner besser in den Griff bekommen, als dies anderen bisher gelang. Die Unicorns fürchten die flexible Explosivität, die Pforzheims Quarterback Drequan „Dre“ Harris entfachen kann. Es kann ein munterer Showdown werden, und wenn es wie letztes Jahr in Aalen in die Verlängerung gehen sollte, kann es den Fans nur recht sein.
Während im Norden außer in Potsdam noch eine Woche mehr Sommerpause ist, sind in der Süd-Gruppe alle Mannschaften wieder am Start. Ein vorentscheidendes Duell gibt es dabei am Samstag in Kempten. Die Allgäu Comets erwarten Aufsteiger Regensburg Phoenix zum einzigen Aufeinandertreffen der beiden für diese Saison. Für die Regensburger, die aus ihrer schweren ersten Saisonhälfte immerhin einen nicht von allen erwarteten Auswärtssieg in Düsseldorf mitbringen, starten damit in ihre Wochen der Wahrheit. Viermal in Folge geht es nun gegen die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf.
Für sie wie auch für die Comets gilt: Ein Sieg in diesem direkten Vergleich wäre eine gute Basis, mindestens Rang sechs und damit den sicheren Klassenerhalt erobern zu können. Oder können die Konkurrenten anderswo überraschen? Die Saarland Hurricanes, die am Samstag die Munich Cowboys zu Gast haben, waren in vier der letzten fünf Spielzeiten Sieger in diesem Vergleich, auch in Jahren, in denen sie wie diesmal in der Tabelle hinter den Münchnern lagen.
Trotz Heimvorteils in Neunkirchen deuten die Resultate des Jahres aber darauf hin, dass die Defense der Hurricanes mit dem Angriff der Cowboys um Quarterback Nick Semptimphelter alle Hände voll zu tun haben dürfte. Noch schwerer wird es für die Straubing Spiders im Sonntagsspiel des Wochenendes in Ravensburg. Auswärts und nach dem Rücktritt des bisherigen Head Coaches Bence Lukacs dürfte es für den verbliebenen Trainerstab eine Mammutaufgabe werden, das Ruder ausgerechnet jetzt sofort herumzureißen.




