Spiders verpassen ersten Sieg nach großer Aufholjagd

Foto: Foot Bowl/Björn Kecker

Die Straubing Spiders haben auch ihr letztes Heimspiel der Saison nicht für den ersehnten ersten Erfolg nutzen können. Gegen die Munich Cowboys unterlag die Mannschaft von Head Coach Sven Dorfner am Samstagabend im Spiderdome knapp mit 23:30. Dabei sah es zur Halbzeit nach einer klaren Angelegenheit für die Gäste aus. München führte mit 16:0, ehe Straubing nach der Pause innerhalb eines Viertels zurückkam und zum 16:16 ausglich. Im Schlussabschnitt entschieden jedoch zwei lange Touchdown Pässe die Partie zugunsten der Cowboys. Für die Spiders bleibt damit vor dem letzten Saisonspiel bei den Düsseldorf Panther eine Bilanz von elf Niederlagen aus elf Spielen und eine inzwischen äußerst kritische Situation im Kampf um den Klassenerhalt.

Chancen bleiben in der ersten Hälfte ungenutzt

Straubing eröffnete die Begegnung ungewöhnlich und erfolgreich mit einem Onside Kick, den Kristof Komiszar selbst sicherte. Die Spiders erhielten damit sofort den ersten Ballbesitz, konnten aus der guten Ausgangslage allerdings keine Punkte erzielen. Auch danach boten sich Möglichkeiten. Nach einem Punt Return von Jordan Xavier Pouncey startete Straubing bereits in der Hälfte der Cowboys, ein Field Goal Versuch blieb jedoch ohne Erfolg. Wenige Sekunden später sorgte Luca Aigner mit einer Interception für den nächsten Ballgewinn der Spiders, erneut sprang daraus aber nichts Zählbares heraus.

München tat sich offensiv ebenfalls lange schwer, setzte sich im zweiten Viertel aber zunehmend ab. Maximilian Mittasch brachte die Cowboys zunächst mit Field Goals aus 31 und 47 Yards mit 6:0 in Führung. Für Straubing wurde es kurz vor der Pause besonders bitter. Eine Interception von Raleigh Benjamin Yeldell III brachte München in aussichtsreiche Position, Nicholas Semptimphelter fand Sebastian Reiner anschließend über 33 Yards zum ersten Touchdown der Partie. Kurz darauf verlor Straubing erneut den Ball, zwei zusätzliche Strafen ermöglichten den Gästen mit auslaufender Uhr noch ein weiteres Field Goal. Statt mit einem überschaubaren Rückstand ging es deshalb mit einem 0:16 aus Sicht der Spiders in die Kabine.

Spiders drehen im dritten Viertel auf

Nach der Pause änderte sich die Partie grundlegend. Straubing bekam nach einem Fehler im Münchner Puntspiel den Ball bereits an der 49 Yard Linie der Cowboys und benötigte nur drei Spielzüge für die ersten Punkte. Yeldell fand Pouncey über 29 Yards zum Touchdown, Jvonte Kareem Davis lief anschließend die Two Point Conversion zum 8:16 in die Endzone.

Die Straubinger Defense hielt München danach aus der Endzone und die Offense bekam die nächste Möglichkeit. Ein Pass von Yeldell auf Eloi Soler über 34 Yards brachte die Spiders tief in die Hälfte der Gäste. Wenig später übernahm Davis und lief aus 16 Yards zum zweiten Touchdown. Yeldell vollendete die anschließende Two Point Conversion selbst und plötzlich stand es 16:16. Innerhalb weniger Minuten hatten die Spiders den kompletten Rückstand aus der ersten Hälfte aufgeholt und das letzte Heimspiel der Saison wieder völlig geöffnet.

München findet im Schlussviertel die Big Plays

Die Cowboys antworteten allerdings noch vor dem Ende des dritten Viertels mit einem langen Drive. Über zwölf Spielzüge und 78 Yards arbeitete sich München über das Feld, bevor Semptimphelter zu Beginn des Schlussviertels erneut Sebastian Reiner fand. Der 27 Yard Touchdown brachte die Gäste mit 23:16 zurück in Führung.

Straubing bekam anschließend mehrere Möglichkeiten, noch einmal auszugleichen. Ein Ballverlust der Spiders wurde durch eine Interception von Pascal Andreas Sendelbach praktisch umgehend neutralisiert. Sendelbach trug den Ball über 41 Yards bis an die Münchner 22 Yard Linie zurück und verschaffte der Offense damit eine hervorragende Ausgangsposition. Doch Straubing konnte die Gelegenheit nicht nutzen und scheiterte beim vierten Versuch.

Die Entscheidung fiel nur einen Spielzug später. Semptimphelter fand Emre Gökce über 84 Yards zum Touchdown und München erhöhte gut zwei Minuten vor dem Ende auf 30:16. Straubing antwortete noch einmal schnell. Zwei Pässe auf Soler brachten die Offense weit über das Feld, Pouncey legte mit einem Lauf über 14 Yards nach und Davis erzielte eine Minute vor Schluss seinen zweiten Rushing Touchdown. Komiszar traf zum 23:30, für eine weitere Aufholjagd reichte die verbleibende Zeit jedoch nicht mehr.

Soler und Davis führen die Offense an

Offensiv gehörten Eloi Soler und Jvonte Davis zu den auffälligsten Straubingern. Soler fing sieben Pässe für 101 Yards und knackte damit die Marke von 100 Receiving Yards. Zusätzlich sorgte er mit einem Kickoff Return über 52 Yards für eine der besten Feldpositionen des Abends. Davis kam bei sechs Läufen auf 41 Yards und erzielte beide Straubinger Rushing Touchdowns sowie eine Two Point Conversion. Jordan Xavier Pouncey steuerte vier Catches für 59 Yards und einen Touchdown bei.

Eloi Soler (Straubing Spiders, #19, Wide Receiver) – Foto: Foot Bowl/Maxim Burghardt

Yeldell brachte 18 seiner 32 Pässe für 180 Yards und einen Touchdown an. Gleichzeitig musste er eine Interception hinnehmen und verlor zwei seiner drei Fumbles. Insgesamt stehen für Straubing damit erneut vier Turnover in der Statistik. Genau diese Ballverluste wogen in einer Partie schwer, die nach dem 16:16 zwischenzeitlich komplett offen war.

Die Defense der Spiders fing Semptimphelter zweimal ab. Luca Aigner verbuchte neben seiner Interception insgesamt acht Tackles und einen Tackle für Raumverlust. Pascal Andreas Sendelbach sorgte mit seiner Interception und dem anschließenden Return über 41 Yards für eines der wichtigsten defensiven Plays des Abends. Charles Patrick Hangartner III kam auf sechs Tackles und zwei Tackles für Raumverlust.

Vier Turnover kosten erneut wichtige Möglichkeiten

Ein Blick auf die Statistik zeigt eine Partie, in der Straubing durchaus seine Möglichkeiten hatte. Die Spiders erzielten 14 First Downs, München kam auf zwölf. Straubing lief für 66 Yards, während die Cowboys am Boden lediglich 39 Yards erreichten. Besonders effizient waren die Spiders in der Red Zone, wo beide Möglichkeiten mit Touchdowns abgeschlossen wurden.

Der Unterschied lag vor allem im Passspiel und bei den Ballverlusten. München produzierte 336 Passing Yards und damit den Großteil seiner 375 Yards Total Offense. Semptimphelter warf für 336 Yards und drei Touchdowns, Sebastian Reiner fing acht Pässe für 103 Yards und zwei Touchdowns. Jonathan Roebuck kam auf 109 Yards, während Gökce mit seinem einzigen Catch direkt den spielentscheidenden 84 Yard Touchdown erzielte. Straubing leistete sich dagegen vier Turnover, München zwei.

Nur noch ein Spiel bleibt

Mit dem 23:30 endet die Heimspielsaison der Straubing Spiders ohne Sieg. Nach elf Spielen steht die Mannschaft weiterhin ohne Erfolg da, und die Situation im Kampf um den Klassenerhalt ist vor dem letzten Wochenende äußerst angespannt.

Zum Abschluss der regulären Saison reisen die Spiders nun zu den Düsseldorf Panther. Dort bleibt nur noch eine Gelegenheit, die Saison mit einem Sieg zu beenden und das eigene Ergebnis im Kampf um den Ligaverbleib zu liefern. Nach der Aufholjagd gegen München ist gleichzeitig klar, wo Straubing ansetzen muss: Gute Phasen allein reichen nicht mehr. Im letzten Spiel müssen daraus über vier Viertel Punkte und ein Sieg werden.

Autor: PassionPress.eu