Souveräner Sieg gegen Kiel

DDM-KBH

Dresden Monarchs bleiben weiterhin ungeschlagen

Die Dresden Monarchs bleiben in der laufenden Saison der effect®ENERGY GFL weiter ungeschlagen. Beim letzten Heimspiel vor der Sommerpause gewannen die Sachsen souverän gegen die Kiel Baltic Hurricanes mit 42:7 (14:0/14:0/14:7/0:0).

Kann man einfachmal gar nicht meckern! Die sächsischen Erstligafootballer aus Dresden zeigten beim Sieg gegen die Hurricanes von der Ostseeküste über weite Strecken ein durch und durch komplettes Spiel. Offense, Defense, Specials – bis kurz vor Ende des dritten Viertels griffen in allen Einheiten die Zahnräder ineinander, dass es teilweise schon fast zu einfach aussah. Vor allem die deutliche Leistungssteigerung im Monarchs-Angriff machte Spaß beim Zusehen. Musste sich die Elf um Spielmacher Rocky Lombardi zuletzt immer wieder Kritik anhören, weil zwar Bigplays gelangen, aber Konstanz fehlte, muss man genau dieser Truppe diesmal großen Respekt zollen. Aus den Fehlern gelernt, gearbeitet und geliefert.

Kiel war als erstes mit seiner Offense auf dem Feld im mit knapp 4.500 Fans gut besetzten Heinz-Field. Und PJ Settles, Quarterback der Canes, dirigierte seine Männer in einem sehenswerten Drive bis kurz vor die Dresdner Endzone. Dort war allerdings Schluss. Kein Touchdown. Und auch ein Fieldgoalversuch ging schief. Dresden seinerseits zündete sofort den Turbo. Hatte Headcoach Greg Seamon zuletzt gerade das nicht immer in Schwung kommende Laufspiel kritisiert, konnte er nun mit Genugtuung von der Teamzone aus ein paar dominante Runs beobachten. Rocky Lombardi schickte zweimal Runningback Toff Lala. Der erlief jeweils ein Firstdown. Dann ein Zuckerpass auf Montigo Moss und noch ein letzter kraftvoller Lauf von Lala und schon stand es 7:0 (PAT Florian Finke). Kiel schien beeindruckt und kam seinerseits zunächst nicht mehr vom Fleck. Dresdens Defense war in der Hitze hellwach und schickte die Canes gleich mehrmals nach nur drei Versuchen wieder vom Feld. Und der Monarchs-Angriff? Scorte ungeniert weiter: Wieder Ballübergabe von Lombardi an Lala – wieder Touchdown (PAT Finke 14:0). Zweites Viertel. Jetzt mal eine gute Phase der Canes Defense. Dresden muss sich nach einem kurzen Drive schnell vom Ball trennen und Kiel bekommt in Sichtweite der Endzone den Ball – und gibt ihn sofort wieder ab. Fumble Kiel, Logan Mobelini greift zu und schon darf Dresden wieder auf den Fahrersitz. Und legt postwendend nach: Lombardi mit einem Pass auf den kurz vor der Endzone nur wenig gedeckten Janne Särkelä – Touchdown Nummer Drei (PAT Finke 21:0). Nur wenige Minuten später krönt Quarterback Rocky Lombardi seine starke Leistung an diesem Tag mit einem eigenen Touchdown. Gut 25 Yard vor der Endzone boten sich ihm plötzlich mehrere Lücken in der Kieler Verteidigung. Lombardi nahm Ball und Beine in die Hand und lief nahezu unbedrängt in die Endzone (PAT Finke 28:0). Erst kurz vor der Pause wieder eine Chance für die Gäste: Nach einem langen Pass von Settles auf Michel Peschel standen die Canes plötzlich nur noch wenige Schritte entfernt von der Goalline. Doch nach vier Versuchen waren sie nicht weiter vorangekommen. Kein Touchdown, weil vor allem Dresdens Jason Denneboom gleich mehrere Pässe abwehren konnte.

Halbzeit! Und mal so richtig gute Laune im Stadionrund – und vermutlich auch in der Monarchs Kabine. Das sah sicher aus, das sah dominant aus. Das sah vor allem nach einer perfekten Vorbereitung und Konzentration in der Umsetzung des Gameplans aus. Und es ging so weiter. Drittes Viertel – und Dresden marschierte. Zwei weitere Touchdowns, diesmal per Catch jeweils durch Montigo Moss. Und Dresden lag uneinholbar mit 42:0 vorn. Das Viertel war fast zu Ende, da erwischten die Gäste die Sachsen bei der ersten Unkonzentriertheit. Kick Off nach dem letzten Touchdown, CJ Davis fängt den Ball nah der eigenen Endzone und kann mit Slalom, Geschwindigkeit und guten Blocks seiner Vorderleute übers komplette Feld zum ersten und einzigen Touchdown der Kieler sprinten (PAT Anousheh Fulford 42:7). Das tat den Monarchs eigentlich nicht weh, brachte den Sieg an diesem Samstag nicht in Gefahr. Geärgert werden sich die Monarchs nach der souveränen Vorstellung bis zu diesem Moment aber schon haben. Egal, das Spiel ging ins Schlussviertel. Dresden wechselte durch, die Starter machten Feierabend. Zählbares passierte nicht mehr. Und mit dem Schlusspfiff stürmten die Dresdner Fans die Tartanbahn im Heinz-Field, um sich bei der für diesen Gameday extra angekündigten Autogrammstunde ihrer Helden die besten Plätze zu sichern.

Die Coaches der Dresden Monarchs müssen unter der Woche die richtigen Worte gefunden und die passenden Hebel umgelegt haben. Das war, gerade im Angriff, eine deutliche Leistungssteigerung. Und keinen Moment zu spät, geht es doch am kommenden Samstag zum amtierenden Meister. Bevor die Monarchs in den Urlaub dürfen, müssen sie noch einmal ran – bei den ebenso ungeschlagenen Potsdam Royals.

Foto: Jörg Meißner