Mit viel Motivation und dem festen Ziel, die zuletzt gezeigte Leistung vergessen zu machen, reisten die Saarland Hurricanes zum Rückspiel bei den ifm Razorbacks Ravensburg nach Oberschwaben. Im Fokus stand dabei auch der erst wenige Tage zuvor verpflichtete neue Quarterback Jaylen Tregle, der dem Offensivspiel der Saarländer neue Impulse verleihen sollte.
Und Tregle zeigte von Beginn an, warum die Erwartungen an ihn hoch waren. Zwar mussten die Hurricanes ihren ersten Angriffsdrive mit einem Punt beenden, während Ravensburg seinen ersten Ballbesitz direkt zur Führung nutzte, dennoch war bereits erkennbar, dass die Gäste offensiv deutlich mehr Zug zum gegnerischen Endzonenbereich entwickelten als zuletzt.
Auch der zweite Drive der Hurricanes verlief vielversprechend. Saarland bewegte den Ball gut über das Feld und entschied sich mutig, einen vierten Versuch auszuspielen. Der tiefe Pass auf Joshua Youngblood fand sein Ziel jedoch nicht. Ravensburg nutzte die Chance im direkten Gegenzug konsequent und erhöhte mit einem schnellen Touchdown auf 14:0.
Die Hurricanes ließen sich davon zunächst nicht entmutigen. Angeführt von Tregle arbeitete sich die Offense erneut bis tief in die Red Zone der Gastgeber vor. Doch die entscheidenden Yards fehlten. Auch ein anschließender Fieldgoal-Versuch brachte keine Punkte. Stattdessen nahm die Partie eine besonders bittere Wendung: Der Kick wurde geblockt und von den Razorbacks bis in die Endzone der Hurricanes zurückgetragen – 21:0 für Ravensburg.
Eine Verschnaufpause gab es für die Offensivabteilung der Hurricanes kaum. Mitte des zweiten Viertels folgte dann der wohl entscheidende Moment des Spiels. Jaylen Tregle verletzte sich und konnte die Partie nicht fortsetzen. Runningback Allen Jonczyk, eigentlich Runningback übernahm daraufhin die Rolle des Quarterbacks. Die notwendige Umstellung wirkte sich auf zahlreiche Positionen aus und brachte spürbar Unruhe ins Spiel der Saarländer.
Trotz der schwierigen Situation gelang es der Hurricanes-Defense mehrfach, die Angriffe der Razorbacks zu stoppen. Dennoch fanden die Gastgeber rund drei Minuten vor der Halbzeit erneut den Weg in die Endzone und bauten ihre Führung weiter aus. Kurz darauf wurde es aus Sicht der Gäste nochmals bitter: Nach einem illegalen Punt brachte eine Strafe Ravensburg in hervorragende Feldposition, die die Gastgeber umgehend zum nächsten Touchdown nutzten. So mussten die Hurricanes mit einem deutlichen 34:0-Rückstand in die Halbzeitpause gehen.
Der Beginn der zweiten Hälfte verlief zunächst vielversprechend. Die Defensive zwang Ravensburg direkt zu einem Punt. Dieser geriet allerdings hervorragend und brachte die Hurricanes tief an die eigene Vier-Yard-Linie zurück. Kurz darauf folgte ein Ballverlust, den Ravensburg direkt zum nächsten Touchdown und zur 41:0-Führung nutzte.
Doch die Saarländer gaben sich nicht auf. Nun zeigte Joshua Youngblood, dass er nicht nur als Wide Receiver Qualitäten besitzt. In der Rolle des Quarterbacks brachte er neues Tempo und mehr Dynamik ins Offensivspiel der Hurricanes. Die Gäste agierten mutiger und zielstrebiger. Ein ausgespielter vierter Versuch wurde schließlich belohnt: Zu Beginn des Schlussviertels erzielten die Hurricanes ihren verdienten Touchdown und verkürzten auf 41:6.
Auch die Defensive setzte in der Schlussphase noch einmal Akzente. Marco Theisinger stoppte gleich mehrfach aussichtsreiche Angriffe der Gastgeber und zeigte dabei eine starke Leistung. Den Schlusspunkt setzte jedoch Ravensburg, das kurz vor Ende noch einmal die Endzone erreichte und den Endstand von 48:6 herstellte.
Für die Saarland Hurricanes war es insgesamt ein äußerst schwieriger Nachmittag. Der verletzungsbedingte Ausfall von Jaylen Tregle wog schwer und zwang das Team während der Partie zu zahlreichen Umstellungen auf verschiedenen Positionen. Dazu kam ein Gegner der auch mit deutlichem Vorsprung bis zur letzten Minute mit voller Kraft und Vollgas spielte.
Trotz aller Widrigkeiten steckten die Hurricanes nie auf. Die Mannschaft zeigte über die gesamte Spielzeit Moral, Zusammenhalt und Teamgeist. Auch wenn das Ergebnis deutlich ausfiel, bewies das Team Charakter und kämpfte bis zum Schlusspfiff weiter.
Foto: Tobias Wönne




