Foto: Thomas Iden-Korjan
Nach der bitteren Heimniederlage gegen die Dresden Monarchs haben die Potsdam Royals die perfekte Antwort gegeben. Im Derby ließ der amtierende GFL Bowl Champion den Berlin Rebels beim 55:7 Heimsieg keine Chance und zeigte über weite Strecken eine der komplettesten Saisonleistungen. Mit nun sechs Siegen bei nur einer Niederlage bleiben die Royals erster Verfolger der weiterhin ungeschlagenen Dresden Monarchs und untermauern eindrucksvoll ihre Ambitionen im Kampf um die Nordmeisterschaft.
Traumstart entscheidet die Partie früh
Die Royals machten vom ersten Drive an deutlich, dass sie den Rückschlag der Vorwoche schnell vergessen machen wollten. Nach einer frühen Interception durch Devin Hembry benötigte die Offense nur einen Spielzug, ehe Xeaiver Bullock Milan Spiller mit einem 71 Yard Touchdown Pass in Szene setzte.
Wenig später legte die Defense nach. Nach einem Holding der Rebels in der eigenen Endzone wurde Quarterback Tyquell Fields von Max Menache zum Safety gestoppt. Potsdam führte damit bereits 10:0.
Die Gastgeber blieben gnadenlos effizient. Ein langer Drive endete mit einem Touchdown Pass von Bullock auf Maximilian McLeod, ehe Aashari Crosswell einen Pass von Fields abfing und den Ball 22 Yards direkt in die Endzone zurücktrug. Bereits nach dem ersten Viertel stand eine komfortable 26:0 Führung auf der Anzeigetafel.
Defense setzt Berlin permanent unter Druck
Zwar kamen die Rebels kurz vor der Halbzeit durch einen Quarterback Sneak von Tyquell Fields auf 26:7 heran, doch die Potsdamer Defense ließ darüber hinaus kaum noch etwas zu.
Immer wieder brachte sie Berlins Offense aus dem Rhythmus. Tyquell Fields warf insgesamt drei Interceptions gegen Devin Hembry, Aashari Crosswell und Ronaldo Tomasello. Hinzu kamen ein Safety, mehrere Sacks sowie insgesamt sechs Berliner Ballverluste. Am Ende standen lediglich 159 Offense Yards für die Gäste zu Buche, während Potsdam fast dreimal so viele Raumgewinne erzielte.

Bullock und McLeod liefern ein Offensivfeuerwerk
Nach dem Seitenwechsel spielte sich die Royals Offense endgültig in einen Rausch. Quarterback Xeaiver Bullock verteilte die Bälle nahezu nach Belieben und warf drei weitere Touchdown Pässe.
Zunächst fand er Maximilian McLeod über 33 Yards, anschließend Corey Jeeves aus sechs Yards Entfernung. Den spektakulärsten Spielzug des Tages lieferte das Duo Bullock und McLeod wenig später mit einem 99 Yard Touchdown Pass, der die Partie endgültig entschied.
Bullock beendete die Begegnung mit 364 Passing Yards und fünf Touchdown Pässen. McLeod fing acht Bälle für herausragende 223 Yards und drei Touchdowns. Auch Milan Spiller überzeugte mit vier Catches für 110 Yards und einem Touchdown. Insgesamt sammelte Potsdam 496 Offense Yards und erzielte sieben Touchdowns.
Pharrell Richter feiert mit Top-Leistung
Im Schlussviertel durfte schließlich auch Backup Quarterback Moritz Pharrell Richter aufs Feld und setzte direkt ein Ausrufezeichen. Mit einem 20 Yard Touchdown Pass auf Glenn Devin Knospe sorgte er für den Schlusspunkt zum 55:7.
„Das hat sich natürlich cool angefühlt, einen Touchdown zu werfen und wieder auf dem Feld zu stehen. Wir sind von Anfang an selbstbewusst ins Spiel gegangen. Wir hatten eine richtig gute Trainingswoche und alle an der Sideline wussten, dass wir gewinnen können. Als mein Name aufgerufen wurde, war die Nervosität sofort weg. Wir haben einfach die Spielzüge gespielt, die wir seit Monaten trainieren. Dass ich dann den Touchdown auf meinen ehemaligen Running Back aus der Jugend werfen konnte, hat sich einfach richtig gut angefühlt.“

Kyei: Niederlage gegen Dresden war ein Weckruf
Auch Running Back Chrisman Kyei sah im überzeugenden Auftritt die direkte Reaktion auf die Niederlage der Vorwoche.
„Das Spiel heute war extrem wichtig für uns, einfach wegen letzter Woche. Im ersten Quarter haben wir richtig guten Football gespielt. Im zweiten Quarter haben wir etwas nachgelassen, aber danach haben wir uns wieder zusammengerissen. Die Niederlage letzte Woche hat uns gezeigt, wo unsere Schwächen liegen. Darauf bauen wir jetzt Schritt für Schritt auf. Man hat heute gesehen, dass wir als Offense langsam ins Rollen kommen. Natürlich gibt es noch Dinge zu verbessern, aber wir vertrauen unseren Coaches. Jetzt haben wir eine Woche Pause und werden weiterarbeiten. Wir haben noch nichts erreicht und wollen uns von Woche zu Woche steigern.“
Fans wählen McLeod zum MVP
Mit seiner überragenden Leistung wurde Wide Receiver Maximilian McLeod von den Fans zum Most Valuable Player des Spiels gewählt.
„Zum MVP des Spiels gewählt zu werden, ist eine große Ehre. Ich möchte mich bei allen Fans bedanken, die trotz des verrückten Wetters ins Stadion gekommen sind und uns unterstützt haben. Ich finde, wir haben ein sehr komplettes Spiel gezeigt. Im Training haben wir uns auf die kleinen Details konzentriert und genau das hat heute den Unterschied gemacht. Es war wichtig, nach der schwierigen Niederlage der vergangenen Woche wieder mit einem Sieg zurückzukommen. Trotz dieses deutlichen Erfolgs gibt es noch viele Dinge, die wir verbessern müssen. Genau daran werden wir in den kommenden Tagen arbeiten.“

Deutliche Antwort auf die Vorwoche
Der 55:7 Erfolg war weit mehr als nur ein klarer Derbysieg. Die Royals zeigten die erhoffte Reaktion auf die erste Saisonniederlage gegen Dresden und präsentierten sich in allen Mannschaftsteilen verbessert. Die Offense spielte explosiv, die Defense dominierte das Geschehen und zwang Berlin immer wieder zu Fehlern.
Mit sechs Siegen aus sieben Spielen bleibt Potsdam erster Verfolger der Dresden Monarchs. Die Art und Weise, wie die Royals nach dem Rückschlag zurückgeschlagen haben, dürfte zugleich ein deutliches Signal an die Konkurrenz gewesen sein.
Autor: PassionPress.eu




