Royals feiern 60:0-Heimsieg gegen Kiel – vierter Shutout in Folge

Foto: Philipp Kuhnert

Die Potsdam Royals haben ihre starke Form in der effect® Energy GFL 2026 eindrucksvoll bestätigt. Gegen die Kiel Baltic Hurricanes setzte sich der amtierende Deutsche Meister im Stadion Luftschiffhafen mit 60:0 (22:0/23:0/0:0/15:0) durch und blieb damit bereits zum vierten Mal in Folge ohne Gegenpunkte. Besonders in der ersten Halbzeit dominierten die Royals das Geschehen nahezu vollständig. Jeder Potsdamer Offensivdrive der ersten beiden Viertel endete mit Punkten, gleichzeitig ließ die Defense den Gästen aus Kiel kaum Möglichkeiten zur Entfaltung. Bereits nach zwei Quartern stand eine deutliche 45:0-Führung auf der Anzeigetafel.

Den ersten Touchdown erzielte Heiko Bals mit einem 15-Yard-Lauf, anschließend übernahm die Pass-Offense. Hugh „Bay“ Harvey fand Maximilian McLeod über sieben Yards zum 14:0, ehe die Defense selbst für Punkte sorgte: Devin Hembry fing einen Kieler Pass ab und trug die Interception direkt zum Touchdown zurück. Auch im zweiten Viertel blieb Potsdam konsequent. McLeod fing zunächst seinen zweiten Touchdown des Tages über elf Yards und legte wenig später nach einem 67-Yard-Pass von Harvey seinen dritten Score nach. Milan Spiller, der zuvor bereits bei mehreren Two-Point-Conversions erfolgreich gewesen war, machte anschließend aus einem Harvey-Pass einen 54-Yard-Touchdown. Kurz vor der Pause setzte Bals mit einem Field Goal aus 34 Yards den Schlusspunkt unter eine nahezu perfekte erste Hälfte.

Royals können rotieren – Niveau bleibt hoch

Nach der Pause nahm Potsdam etwas Tempo aus der Partie und gab weiteren Spielern Einsatzzeit. Kiel gelang es im dritten Viertel erstmals, einen Royals-Drive bei einem vierten Versuch zu stoppen und später auch einen Punt zu erzwingen. Punkte ließ die Potsdamer Defense dennoch nicht zu. Im Schlussviertel erhöhte Harvey mit seinem fünften Touchdown-Pass des Tages auf Peter Martin, bevor Moritz Richter die Quarterback-Position übernahm und Kasim Tiamiu mit einem Fünf-Yard-Pass zum 60:0-Endstand bediente. Damit zeigte sich erneut die Tiefe des Potsdamer Kaders: Auch mit zahlreichen Wechseln blieb die Mannschaft stabil und brachte den vierten Shutout in Serie nach Hause. Ruben De Ruyter sieht genau darin einen wichtigen Faktor für die bevorstehenden Playoffs.

„Ich denke, wir hatten einen guten Plan und haben den gut umgesetzt, so wie schon in den letzten Wochen. Wir sind in einem guten Flow. Was heute auch wichtig war: Wir konnten durchrotieren, mit den zweiten Spielern und in unterschiedlichen Konstellationen auf dem Platz stehen – und es hat trotzdem funktioniert.“

Der zweite Platz in der GFL Nord steht für die Royals bereits fest. An der Ausgangslage für die Playoffs ändert sich damit am letzten Spieltag nichts mehr, dennoch will Potsdam seinen Rhythmus unbedingt halten. „Das müssen wir unbedingt beibehalten, denn in den Playoffs wird es enger, wilder und intensiver. Wir wissen, dass wir Zweiter sind und sich daran nichts mehr ändern kann. Deshalb können wir schon ein bisschen vorausblicken“, erklärt De Ruyter und richtet den Fokus gleichzeitig auf die kommenden Wochen.

„Wir müssen die nächsten drei Wochen bis zum Viertelfinale fokussiert bleiben und weiter unseren Football spielen. Wenn wir das schaffen, wird es für viele Mannschaften schwierig, uns zu schlagen – gerade wenn sie nach Potsdam kommen müssen. Wir haben eine gute Atmosphäre, wir fühlen uns gut und müssen jetzt einfach weiter fokussiert bleiben.“

Harvey kommt in Potsdam immer besser an

Auch für Bay Harvey war der Nachmittag ein weiterer wichtiger Schritt. Der erst während der Saison zu den Royals gestoßene Quarterback führte die Offense über weite Strecken und war an fünf Touchdowns durch die Luft beteiligt. Gleichzeitig machte der Auftritt deutlich, dass Harvey nicht versucht, die bereits funktionierende Potsdamer Offense komplett zu verändern. Vielmehr fügt er sich zunehmend in das bestehende System ein und verteilt den Ball auf die zahlreichen Playmaker. Gegen Kiel profitierten davon insbesondere McLeod mit drei Touchdowns sowie Spiller und Martin. Nach seinen ersten Wochen in Potsdam stellte Harvey, der von den Fans zum MVP des Spiels gewählt wurde, deshalb weniger seine eigene Leistung als vielmehr das bereits vorhandene Niveau innerhalb der Mannschaft heraus.

Bay Harvey – Foto: Philipp Kuhnert

„Solche Erfolge bedeuten mir viel. Zum MVP gewählt zu werden, ist natürlich schön, aber es zeigt auch, dass diese Mannschaft schon sehr gut war, bevor ich überhaupt hierhergekommen bin. Mir ist absolut bewusst, dass ich zu einem Team gestoßen bin, bei dem bereits sehr vieles hervorragend funktioniert hat. Ich versuche einfach, meinen Teil dazu beizutragen und das Team noch ein kleines Stück besser zu machen.“

Dabei scheint Harvey nicht nur sportlich schnell Anschluss gefunden zu haben. Die Zusammenarbeit mit seinen neuen Mitspielern und Coaches sowie die Atmosphäre rund um die Royals haben dafür gesorgt, dass sich der Schweizer bereits nach kurzer Zeit angekommen fühlt. „Die ersten Wochen bei den Royals waren großartig. Ich lerne die Menschen hier, meine Mitspieler und natürlich die Coaches immer besser kennen. Es fühlt sich innerhalb sehr kurzer Zeit schon wie ein Zuhause an, und das ist ein wirklich schönes Gefühl“, so Harvey.

Bevor es für die Royals in die entscheidende Phase der Saison geht, steht noch einmal die reguläre Saison im Mittelpunkt. Zum Abschluss empfängt Potsdam die Munich Cowboys im Stadion Luftschiffhafen. Danach beginnt die Vorbereitung auf das Viertelfinale und auf jene Spiele, für die sich die Royals mit ihren Leistungen der vergangenen Wochen in Position gebracht haben. Auch Harvey blickt bereits voraus: „Ich freue mich jetzt auf das letzte Regular-Season-Spiel gegen München und danach natürlich auf die Playoffs.“

Autor: PassionPress.eu