In vier Wochen starten die Playoffs in der effect® Energy GFL. Fünf Mannschaften haben ihre Teilnahme bereits endgültig sicher, für zwei weitere in der Süd-Staffel steht die Playoff-Tür weit offen. Bleibt ein achter Platz, der des Vierten im Norden.
Hier wird eine Vorentscheidung am 15. August im Berliner Mommsenstadion fallen: Berlin Rebels und Düsseldorf Panther haben beide bisher sechs Niederlagen auf dem Konto, am Samstag gibt es ihr einziges Aufeinandertreffen dieser Spielzeit. Gelingt den Panthern, deren U20-Team vergangenes Wochenende zum 20. Mal die deutsche Juniorenmeisterschaft gewann, der Sieg in Berlin, nehmen sie ihr Schicksal in die eigene Hand. Bei zwei dann noch ausstehenden Partien gegen den Siebten und Achten im Süden wäre der Weg der Rheinländer ins Viertelfinale vorgezeichnet.
Alarmstufe rot also für die Berlin Rebels, die mit großen Hoffnungen in die Saison gestartet waren. Nur zwei knappe Siege bisher, dazu – erwartete – vergebliche Anläufe gegen die absoluten Top-Teams und der – kaum erwartete – Schockmoment einer krachenden Niederlage beim Tabellenletzten in Kiel: So ist jetzt jede Partie für die Rebels bereits ein „Endspiel“. Ihren Angriff haben sie dieses Jahr kaum ins Rollen bekommen, was ein wenig auch auf die Panther zutrifft, trotz großer Namen wie etwa Running Back Gennadiy Adams, der seit diesem Jahr in Düsseldorf spielt. Diesen Samstag wäre für beide ein passender Zeitpunkt, den Knoten endlich platzen zu lassen.
Einen wichtigen Positionskampf, der sich ohne Rückspiel entscheidet, gibt es auch in München: Da erwarten am Samstag die Munich Cowboys die ifm Razorbacks Ravensburg. Von der Spielanlage her etwas anders als in Berlin: Beide Teams überzeugen im Angriff. München bietet mit Gabriel Boccella den Touchdown-hungrigsten Receiver der Liga auf. Ravensburg hat mit bisher 2.647 Yards aus Passspiel fast ebenso viel wie die Cowboys mit 2.654.
Der Vorsprung beider Teams auf den Fünften Regensburg Phoenix ist zuletzt ein wenig zusammengeschmolzen. Es müsste jedoch einiges zusammenkommen, wenn Phoenix den Verlierer der Partie in München noch abfangen will. Der Aufsteiger hat sein Ziel des Klassenerhalts mit dem Hinspielsieg in Straubing erreicht. Diesen Samstag gehen die Regensburger bei ihrem letzten Heimauftritt als Favorit ins Rückspiel gegen die Spiders.
Für den Verlierer in München könnte es noch einmal eng werden. Dabei standen die Munich Cowboys wie auch die ifm Razorbacks eigentlich kurz davor, die Pforzheim Wilddogs auf Rang zwei angreifen zu können. Mit Münchens knapper 7:14-Niederlage in Pforzheim hat sich dies für die Cowboys erledigt, wenn sie nicht davon ausgehen, in Potsdam gewinnen zu können. Ravensburg darf mit exakt ausgeglichenem Direktvergleich aus zwei Spielen gegen die Wilddogs weiter nach oben schielen.
So werden die ifm Razorbacks am Samstag ihren Blick auch in den hohen Norden nach Kiel richten. Denn dort treten die Pforzheim Wilddogs nach ihrer längsten Auswärtsreise bei den Baltic Hurricanes an. Die Kieler erlebten in den vergangenen Wochen ein krasses Wechselbad. Dem klaren Heimsieg gegen Berlin folgte in Schwäbisch Hall eine ebenso deftige Niederlage.
Falls die Kieler im eigenen Stadion sich wieder von ihrer besseren Seite zeigen können, wird es auch für die Pforzheim Wilddogs schwer. Dafür lockt die Aussicht, ihren zweiten Rang im Süden absichern zu können, selbst wenn der Konkurrent aus Ravensburg, der später noch nach Dresden muss, in München gewinnen würde. Die Kieler brauchen den Sieg selbst dringend, denn ein Erfolg fehlt mindestens noch, um Platz sieben verlassen und den Gang in die Playdowns vermeiden zu können. Einfacher werden die Kieler Restaufgaben danach in Potsdam und gegen Hildesheim kaum.
Wer Gegner des Nord-Siebten in den Playdowns wird, entscheidet sich wohl zwischen den Allgäu Comets und den Saarland Hurricanes. Nach oben an Regensburg kommen beide nicht mehr heran, unten müssten die Straubing Spiders schon völlig überraschen, um von Rang acht noch wegzukommen. Hurricanes und Comets treten noch zu Hin- und Rückspiel gegeneinander an, beide können diesen Samstag in Neunkirchen und zwei Wochen später in Kempten den bisherigen Saisonverlauf vergessen lassen und abhaken.
Beide haben bisher lediglich einen knappen Sieg gegen Straubing auf dem Konto. Die Saarländer waren ansonsten einmal gegen Düsseldorf nahe dran an einem Erfolg, die Allgäuer gegen Regensburg nicht völlig chancenlos. Die übrigen Ergebnisse waren überdeutlich. Zählt alles nichts mehr: Im direkten Vergleich wird entschieden, wer die Saison als Übergangsphase abhaken darf und wer in den Playdowns um die Erstligazugehörigkeit fighten muss.
Am Sonntag beschließen die Dresden Monarchs und die Hildesheim Invaders das Wochenende, beide stehen bereits in den Playoffs. Dresden hat den ersten von zwei Matchbällen auf den ersten Platz im Norden, Hildesheim bleibt so gut wie sicher Dritter. Lediglich die Berlin Rebels könnten die Invaders noch überholen, wenn sie alle ihre restlichen Spiele gewinnen und die Hildesheimer ihre vier alle verlieren. Beide spielen dabei noch zweimal gegeneinander.
Die Potsdam Royals werden vermutlich als Nummer zwei in die Playoffs gehen, daran ändert ein eigener Sieg gegen die Braunschweig Lions wenig, denn Dresden müsste nun noch zweimal unerwartet stolpern, um das Heimrecht für alle Playoff-Partien noch zu verspielen. Die Lions, die gegen die Potsdamer am Samstag ihr letztes Heimspiel der Hauptrunde haben, müssen hoffen, dass es auch wirklich das letzte Heimspiel des Jahres bleibt. Denn wegen ihrer Niederlage gegen Kiel im ersten Heimspiel des Jahres und dem Sieg der Baltic Hurricanes gegen Berlin droht dem Rekordmeister der Gang in die Playdowns, sollten Baltic Hurricanes und Rebels noch Siege holen.




