Pforzheim – Hitzeschlacht, Pick-Six-Festspiele und ein wahres Offensiv-Feuerwerk: Das effect®-ENERGY GFL Team der Pforzheim Wilddogs hat im heimischen Brötzinger Tal ein beeindruckendes Statement gesetzt. Vor über 650 hitzeresistenten Fans in der KRAMSKI-Arena fegten die Hausherren die Allgäu Comets in ihrem sechsten Saisonspiel mit 61:13 vom Platz. Dabei begann die Partie mit einem unerwarteten Schockmoment, auf den die Pforzheimer jedoch eine mehr als furiose Antwort fanden.
Im vergangenen Jahr waren die Allgäu Comets das Team, gegen das die Wilddogs ihre Premiere in der höchsten deutschen Spielklasse feierten. Nun folgte das Wiedersehen – und die Gäste aus Kempten starteten eiskalt. Zwar gewannen die Wilddogs den Münzwurf, doch die Comets legten im ersten Spielzug der Partie direkt ein Trickplay auf den Rasen, das stark an die eigene Eröffnung der Wilddogs aus 2025 erinnerte. Das Resultat: Ein schneller Touchdown und der 0:7 Rückstand nach nur wenigen Sekunden. Doch wer dachte, die Hausherren seien geschockt, der irrte sich gewaltig. Headcoach Michael Lang fand die passenden Worte für den Weckruf: „Nach dem ersten Play von den Comets waren wir schon etwas heiß, das war frech. Das hat uns direkt motiviert und die Mannschaft hat abgeliefert.“
Die Defense schlägt doppelt zu
Und wie sie ablieferte. Die Offense bewegte den Ball direkt sehr flüssig über das Feld. Ein „Broken Play“ an der 35-Yard-Linie verwandelte Luca Faschian nach einem starken Pass zum ersten Touchdown der Pforzheimer. Kicker Luca Hirschberger glich mit dem Extrapunkt zum 7:7 aus. Anschließend übernahm die gnadenlose Pforzheimer Defense das Zepter. Nick Olivier antizipierte einen Pass der Comets perfekt und trug ihn als „Pick Six“ direkt zurück in die gegnerische Endzone (13:7). Doch damit nicht genug: Nur wenig später fischte auch „Big Guy“ Nathan Kalemba einen Ball aus der Luft und belohnte sich ebenfalls mit einem sensationellen Pick Six. Theo Michel sorgte mit einer erfolgreichen Two-Point-Conversion für den 21:7-Zwischenstand.
Im zweiten Viertel setzte sich die Dominanz fort. Runningback Theo Michel marschierte unaufhaltsam durch die Mitte, ehe ein Pass auf AJ Coons von der 5-Yard-Linie den nächsten Touchdown brachte (Two-Point durch Coons, 29:7). Die Pforzheimer Verteidigung stand derweil wie ein Bollwerk und ließ keinen einzigen First Down der Allgäuer mehr zu. Erneut schlug AJ Coons nach einem starken Drive zu (Extrapunkt Hirschberger, 37:7), bevor Theo Michel kurz vor dem Halbzeitpfiff aus acht Yards kraftvoll in die Endzone tankte. Eine Two-Point-Conversion von Andy Lehmann markierte den unglaublichen 45:7-Pausenstand. In der Halbzeit sorgten die Cheerleader und die lautstarke musikalische Unterstützung der „Loddler“-Guggenmusik trotz der brütenden Hitze für eine herausragende Stimmung auf den Rängen.
Hitze und Erschöpfung im zweiten Durchgang
In der zweiten Hälfte wählten die Wilddogs die Ballbesitz-Option, gerieten jedoch nach einer Interception kurzzeitig ins Straucheln. Die Gäste konnten das Geschenk allerdings nicht nutzen, fumbelten an der eigenen 23-Yard-Linie und gaben den Ball direkt wieder ab. Ein weiteres „Broken Play“ wurde zum Big Play für Luca Hirschberger, der sich mit dem Touchdown bedankte und den Extrapunkt sogleich selbst zum 53:7 verwandelte. Die Offensive der Comets brach in dieser Phase komplett zusammen, wenngleich auch die Wilddogs bei über 34 Grad Celsius allmählich der Erschöpfung Tribut zollen mussten und noch eine zweite Interception warfen.
Das letzte Viertel war sichtlich von Hitze und schwindenden Kräften auf beiden Seiten geprägt. Nach einem Fumble der Pforzheimer konnten die Gäste vier Minuten vor Schluss noch einmal auf 53:13 verkürzen. Doch selbst der anschließende Extrapunkt-Versuch der Allgäuer wurde zum Pforzheimer Highlight: Extrapunkt geblockt und Antonio ALzheimer trug den Ball über das Feld spektakulär in die gegnerische Endzone (55:13). Den krönenden Abschluss eines denkwürdigen Tages lieferte Dre Harris, der den Ball am Ende eines langen Drives selbst zum 61:13-Endstand über die Linie trug.
Ein verdienter Knochen und die besten Genesungswünsche
Überschattet wurde die hitzige Partie von mehreren, teils schwerer wirkenden Verletzungen aufseiten der Allgäu Comets. Die Pforzheim Wilddogs wünschen den betroffenen Spielern an dieser Stelle eine schnelle und vollständige Genesung. Ein ganz besonderes Highlight gab es nach dem Spiel jedoch noch für Pforzheims Denis Atilgan: Der starke Defensive Liner wurde von seinen Teamkameraden zum „Defense-Spieler des Matches“ gewählt und übernahm den begehrten „Silbernen Knochen“ hochverdient von Nathan Kalemba.
Für die Wilddogs bleibt indes kaum Zeit zum Durchatmen. Schon am kommenden Samstag reist das Team zum direkten Rückspiel nach Kempten. Für die Comets wird das eine heftige Angelegenheit, denn sie müssen versuchen, diese herbe Niederlage innerhalb weniger Tage aus den Kleidern zu schütteln.
Foto: Frank Baumert




