Autor: PassionPress.eu
Foto: Foot Bowl/Susanne Haegele
Die Straubing Spiders starten in die Saison 2026 der Effect Energy GFL mit einem weiteren Neuanfang auf der Head-Coach-Position. Nach mehreren Jahren mit häufigen Wechseln soll nun erstmals ein nachhaltiger Aufbau gelingen. Mit Head Coach Bence Lukacs setzt der Verein bewusst auf Kontinuität, Struktur und eine langfristige Perspektive.
Die Ausgangslage ist dabei sportlich wie strukturell anspruchsvoll. In der Saison 2025 belegten die Spiders mit drei Siegen und neun Niederlagen den vorletzten Platz der GFL Süd. Nur die Allgäu Comets lagen hinter ihnen, ebenfalls mit einer 3–9-Bilanz.
Parallel dazu verändert sich die Liga grundlegend. Die Effect Energy GFL wird in den kommenden zwei Jahren von 16 auf 12 Teams verkleinert. Nach dem Rückzug der Paderborn Dolphins in der GFL Nord treten 2026 bereits nur noch 15 Mannschaften an. Besonders entscheidend: Der Tabellenletzte steigt direkt ab, ein Relegationsspiel entfällt. Damit steigt der Druck im Tabellenkeller spürbar.
Langfristiger Aufbau statt kurzfristiger Lösungen
Trotz dieser Ausgangslage bleibt Lukacs seiner Linie treu und stellt die Entwicklung des Programms über kurzfristige Ergebnisse.
„Wir müssen ein Programm aufbauen, das langfristig attraktiv für Spieler ist. Es geht nicht nur um dieses Jahr, sondern darum, etwas zu schaffen, woran Spieler glauben und wo sie eine echte Zukunft sehen.“

Für den neuen Head Coach ist klar, dass nachhaltiger Erfolg nur über Struktur und Geduld entstehen kann.
„Es ist immer ein Marathon und kein Sprint. Du wirst Ups und Downs haben, gerade in einer langen Vorbereitung. Entscheidend ist, dass wir dranbleiben und Schritt für Schritt besser werden.“
Dabei setzt Lukacs bewusst auf einen eigenen Ansatz und weniger auf die Vergangenheit.
„Ich habe mich nicht viel mit den letzten Jahren beschäftigt. Ich habe meinen eigenen Plan erstellt und ihn an die Gegebenheiten angepasst.“
Klare Philosophie: Konstanz und Entwicklung
Auch bei der Spielphilosophie verzichtet Lukacs auf große Schlagworte und setzt stattdessen auf klare Prinzipien.
„Du kannst alle klassischen Buzzwords nennen, aber am Ende geht es um Konstanz. Wir müssen diszipliniert arbeiten, dranbleiben und uns kontinuierlich verbessern.“
Wie genau das Team auf dem Feld auftreten wird, soll sich erst im Laufe der Vorbereitung zeigen.
„Wenn alle Imports da sind und wir ins Training Camp gehen, dann sehen wir, wie das Team wirklich aussieht. Aber die Grundlage ist klar: arbeiten, reflektieren und besser werden.“
Neuausrichtung auf der Quarterback-Position
Eine der zentralen Veränderungen betrifft die Quarterback-Position. Nachdem die Spiders in den vergangenen Jahren auf den deutschen Spielmacher Luis Wittmann gesetzt hatten, wird das Team 2026 wieder mit einem amerikanischen Quarterback in die Saison gehen. Diese Entscheidung wurde bereits vor dem Amtsantritt von Lukacs getroffen, passt jedoch auch zur aktuellen sportlichen Einschätzung.
„Es ist eine große Herausforderung, deutsche Quarterbacks auf dieses Level zu entwickeln. Das braucht Zeit und Kontinuität über mehrere Jahre. Der Verein hat sich entschieden, wieder auf einen amerikanischen Quarterback zu setzen, um mehr Stabilität ins Team zu bringen.“
Flexibilität als Schlüssel in der Offensive
Offensiv setzen die Spiders auf Variabilität und Vielseitigkeit. Ein zentraler Faktor ist dabei die flexible Einsetzbarkeit einzelner Spieler.
„Wir haben Spieler, die auf mehreren Positionen eingesetzt werden können. Das gibt uns im Gameplanning extrem viele Möglichkeiten.“
Das Ziel ist es, die Offense breiter aufzustellen und mehrere Gefahrenquellen zu schaffen.
„Wir wollen nicht nur von einem Spieler abhängig sein. Wenn sich die Defense auf einen fokussiert, müssen andere Räume entstehen.“
Neue Chancen durch geringe Erwartungen
Nach den vergangenen Jahren gehen die Spiders ohne großen Druck von außen in die Saison. Für Lukacs ist das eine Chance.
„Ich glaube, viele werden positiv überrascht sein. Straubing hat aktuell niemand so richtig auf dem Schirm.“
Diese Ausgangslage ermöglicht es dem Team, eine neue Grundlage zu schaffen.
„Wir setzen jetzt eine neue Baseline. Spieler können sich etablieren und darauf bauen wir weiter auf.“
Druck durch Ligareform, Fokus bleibt intern
Die neuen Abstiegsregelungen erhöhen den Druck, doch intern bleibt der Fokus klar.
„Natürlich weiß jeder, dass man nicht Letzter werden darf. Aber das kann nicht unser Hauptziel sein.“
Stattdessen geht es um Entwicklung.
„Wir müssen unsere Arbeit machen und uns Woche für Woche verbessern. Alles andere wird sich zeigen.“
Ein Ziel: Eine Zukunft aufbauen
Auf die Frage nach konkreten Saisonzielen bleibt Lukacs bewusst zurückhaltend.
„Ein zweites Jahr zu haben, ist ein Ziel. Das bedeutet, dass wir etwas aufgebaut haben, das Bestand hat.“
Die Straubing Spiders stehen vor einer richtungsweisenden Saison. Zwischen sportlichem Druck durch die Ligareform und dem eigenen Anspruch, endlich Kontinuität zu schaffen, setzt das Team auf einen klaren Plan Struktur, Entwicklung und ein langfristiger Aufbau sollen den Weg aus dem Tabellenkeller ebnen und die Basis für eine stabile Zukunft legen.




