Neustart mit klarer Vision: Head Coach Mark Priegnitz über den Weg der Allgäu Comets

Autor: PassionPress.eu

Die Allgäu Comets gehen mit Head Coach Mark Priegnitz in eine neue Phase der Entwicklung. Im Interview gibt der erfahrene Coach spannende Einblicke zum aktuellen Stand des Teams, seine Philosophie sowie die Ziele für die kommende Saison in der Effect Energy GFL.

Ein Team im Umbruch

Die Ausgangslage in Kempten ist klar: Nach personellen Veränderungen steht das Team vor einem echten Neustart.

„Wir haben viele großartige Menschen im Umfeld. Management, Community. Alle stehen voll hinter dem Projekt. Gleichzeitig ist es ein Stück weit ein Neuanfang. Einige Spieler haben ihre Karriere beendet, andere mussten verletzungsbedingt aufhören oder haben sich aus persönlichen Gründen zurückgezogen. Trotzdem hat sich das Team stark um diese Situation herum gesammelt.“

Priegnitz beschreibt die aktuelle Situation als Entwicklungsprozess, sieht aber gleichzeitig großes Potenzial:

„Wir haben einen starken Kern an Spielern und viele neue Puzzleteile dazugeholt. Natürlich sind wir aktuell eher der Underdog, aber das ist eine Herausforderung, vor der wir keine Angst haben. Ich mag die Mentalität des Teams: Das sind alles Kämpfer.“

Warum der Schritt nach Kempten?

Nach Stationen in Europa, zuletzt in Tschechien, war der Wechsel in die GFL für Priegnitz ein bewusster Schritt.

„Im europäischen Football verändern sich Dinge ständig – finanziell, strukturell, auch durch äußere Einflüsse. Für mich war es der richtige Moment, etwas Neues zu machen. Der Kontakt kam über den Quarterback und das Management und es hat einfach gepasst.“

Auch persönliche Gründe spielten eine Rolle:

„Ich habe familiäre Wurzeln in Deutschland, in der Region Leipzig. Dazu kommt: Die GFL ist für mich eine der Top-Ligen in Europa. Es ist eine großartige Möglichkeit, sich auf höchstem Niveau zu beweisen.“

Defensiv zurück zu alter Stärke

Historisch standen die Allgäu Comets für eine starke Defense. Genau hier will Priegnitz wieder ansetzen.

„Football entwickelt sich in Wellen. In den letzten Jahren ging vieles in Richtung schnelle Offenses und hohe Punktzahlen. Aber ich glaube, dass wir wieder mehr physische Defense sehen werden.“

Sein Ansatz ist klar:

„Wir wollen variabel sein, unterschiedliche Looks zeigen und dem Gegner keine klaren Reads geben. Es geht darum, Verwirrung zu stiften und gleichzeitig strukturell stabil zu bleiben.“

Ein entscheidender Faktor: Selbstvertrauen und Geschwindigkeit.

„Zögern ist tödlich für eine Defense. Wir wollen, dass die Spieler ihrem System vertrauen und mit voller Geschwindigkeit spielen. Auch wenn mal ein Fehler passiert.“

Offensive Qualität und ein klarer Leader

Auch offensiv sieht Priegnitz um Quarterback Brad Jones viel Potenzial im Team.

„Wir haben explosive Skill Player, einen sehr starken Quarterback und eine vielseitige Running Back Gruppe. Unser Quarterback ist ein klassischer Pocket Passer, der das Spiel versteht und den Ball dorthin verteilt, wo die Defense verwundbar ist.“

Die Mischung aus Erfahrung und Qualität stimmt:

„Die Offensive Line hat erfahrene Spieler, die Tight Ends sind vielseitig einsetzbar. Jetzt geht es darum, alles aufeinander abzustimmen und die richtigen Tools bereitzustellen.“

Teamgedanke statt Einzelstars

Trotz individueller Qualität stellt Priegnitz klar, worauf es wirklich ankommt:

„Ich möchte keinen einzelnen Spieler hervorheben. Was mich beeindruckt, ist die Qualität im gesamten Team und die Bereitschaft, sich anzupassen. Wir haben viele neue Spieler und gleichzeitig neue Systeme. Das ist eine besondere Herausforderung.“

Der Fokus liegt klar auf dem Kollektiv:

„Wir wollen als Einheit funktionieren. Am Ende bist du nur so stark wie dein schwächstes Glied.“

Mark Priegnitz ist der Head Coach der Allgäu Comets

Jedes Spiel ein Endspiel

Für die Saison hat der Head Coach eine klare Haltung:

„Für uns ist jedes Spiel riesig. Wir können uns keinen Rückschritt erlauben. Wenn wir nicht auf unserem besten Level spielen, werden wir Probleme bekommen.“

Trotz realistischer Einschätzung bleibt der Anspruch hoch:

„Wir gehen nicht in die Saison, um den Abstieg zu vermeiden. Unser Ziel sind die Playoffs. Wenn wir unser Potenzial abrufen, können wir jeden Gegner schlagen.“

Vorfreude auf die GFL-Bühne

Für Priegnitz ist die GFL mehr als nur eine Liga:

„Für mich ist die GFL die Grundlage des europäischen Footballs. Hier zu coachen ist eine große Ehre.“

Und auch die Vorfreude auf das erste Heimspiel ist spürbar:

„Es gibt nichts Besseres, als an der Sideline zu stehen und das erste Spiel zu erleben. Darauf freue ich mich extrem.“