Mit einem guten Gefühl in die GFL2-Saison starten

Der Merkur Bowl gegen die Düsseldorf Panther ist für die Minden Wolves das dritte Testspiel binnen 15 Tagen

American Football as it‘s best! Drei Jahre, nachdem sich die Minden Wolves und die Düsseldorf Panther bei der Premiere des Merkur Bowl in Minden gegenüberstanden, treffen sie am Samstag bei der vierten Auflage im Weserstadion erneut aufeinander. Diesmal allerdings nicht als Verbandsliga-Meister und Erstliga-Absteiger, sondern als Aufsteiger in die GFL2 und festes Inventar der GFL1. Also völlig andere Vorzeichen bei dem von der Merkur Group initiierten American Football-Events, dessen KickOff um 15 Uhr ist.

Dreimal konnten sich die Panther bislang in die Siegerlisten eintragen. Dem 21:14 zum Auftakt in Minden folgte ein 36:21 im GFL1-Duell bei den Paderborn Dolphins und 2025 ein klarer 34:6-Erfolg daheim gegen Zweitligist Langenfeld Longhorns. Folgt jetzt der vierte Streich? „An der Favoritenrolle gibt es nichts zu deuteln. Die fällt auf jeden Fall unserem Gast zu“, betont Wolves-Headcoach Phil Gamble.

Und ihre Klasse unterstrichen die Rheinländer auch bei ihrem ersten Vorbereitungsspiel, als sie beim mehrfachen Deutschen Meister Schwäbisch Hall Unicorns einen 30:27-Erfolg landeten. Mit der ersten Garde waren sie zwischenzeitlich schon auf 30:14 davongezogen, ehe die Gastgeber die zahlreichen Wechsel auf Panther-Seite noch zur Resultatsverbesserung nutzten.

Auf die Mindener wartet auf jeden Fall ein weiterer harter Prüfstein, nachdem die Wolves am vergangenen Samstag die Überlegenheit der Calgary Gators neidlos anerkennen mussten. Der amtierende kanadische Meister, mit einer O- und D-Line, die Schrecken einjagt, hätte in Deutschland absolut das Zeug, um die Meisterschaft mitzuspielen.

Von daher hieß es für das Wolfsrudel in erster Linie das Erlebnis zu genießen und die Leistung des Gegners anzuerkennen, als selbst gravierende Rückschlüsse aus der eigenen Leistung zu ziehen, Dafür war der Gegner einfach zu stark.

Gegen die Panther wollen die Mindener am Samstag besser abschneiden. Zwar weiß man um die klare Rollenverteilung, doch schon beim ersten Merkur Bowl spielte das keine Rolle. Damals führte der Oberliga-Aufsteiger schon mit 14:0 und hatte die Chance, sogar auf 21:0 zu erhöhen. Doch statt sie zu nutzen, erlaubte man den Düsseldorfern den Anschluss und musste den Gast nach dem Seitenwechsel schließlich ziehen lassen.

Für einen „Wolf“ ist das Duell am Samstag ein ganz besonderes Spiel: RayShon Fletcher hatte sich in dem Vorbereitungsspiel vor drei Jahren sehr schwer verletzt, musste 16 Operationen, darunter eine Nerventransplantation über sich ergehen lassen. Keiner gab noch einen Pfifferling darauf, dass der Mann aus Baltimore jemals wieder Football spielen würde. Doch dank einer Wunderheilung – anders kann man die gesundheitliche Entwicklung Fletchers nicht bezeichnen – stand er im Frühjahr 2025 wieder in Minden vor der Tür und wollte spielen. Nach grünem Licht der erstaunten Ärzte entwickelte er sich zu einem der wertvollsten Spieler im Roster der Wolves, fing in Bielefeld den entscheidenden Touchdown zum Gewinn der Meisterschaft und sicherte sich zurecht den Titel des Wolves-MVP.

Jetzt will er den nächsten Schritt machen und den Fluch „Düsseldorf“ hinter sich lassen. Fletcher: „Für mich ist das Spiel gegen die Panther ein ganz besonderes, ein sehr emotionales.“ Drücken wir ihm alle die Daumen, dass er es bis zur letzten Sekunde genießen kann.

Genauso wie die Zuschauer im Weserstadion. Nachdem der Besuch gegen Calgary alles andere als zufriedenstellend war, hoffen die Verantwortlichen der Wolves beim Merkur Bowl auf eine deutliche größere Resonanz.

Immerhin wird auch Einiges neben dem Spiel auf dem Grün des Stadions geboten. Zu Gast werden auf Einladung der Merkur Group die Cheerleader von Rhein Fire sein, die nicht nur beide Mannschaften empfangen und vor der Tribüne für Stimmung sorgen, sondern die Zuschauer auch durch ihre Halbzeit-Show unterhalten werden. Daneben sind viele Interviews geplant, übergibt der Geschäftsführer der GFL, Torben Dill, den Merkur Bowl an das siegreiche Team.

Und auch die Fans könnten glückliche Gewinner sein. Denn unter jenen, die das richtige Ergebnis tippen, wird neben Minihelmen der Wolves und signierten Autogrammbällen noch ein original Spieltrikot der Saison 2026, unterschrieben von den Spielern und Coaches des Minden Wolves, ausgelobt.

Wenn das keine Gründe sind, den Samstagnachmittag im Mindener Weserstadion zu verbringen.


Foto: Minden Wolves