Letzter Spieltag, letzte Entscheidungen

Die Playoffs der effect® Energy GFL beginnen mit dem Viertelfinale am 12. September. Dann beginnt der Endspurt zum GFL Bowl am 3. Oktober im Dresdener Rudolf-Harbig-Stadion. Gespielt wird schon im Viertelfinale in Dresden, dazu in Potsdam und Schwäbisch Hall. Und außerdem? Die Entscheidung über den Zweitplatzierten und damit vierten Viertelfinal-Gastgeber fällt am letzten Spieltag der Hauptrunde 2026.

Vorgelegt haben die Pforzheim Wilddogs vergangene Woche mit einer „Plan-Übererfüllung“ gegen die Saarland Hurricanes im Fernduell mit den ifm Razorbacks Ravensburg. Für die Pforzheimer ist die Hauptrunde beendet, mit ihren 239 mehr erzielten als kassierten Punkten haben sie den Ravensburgern (+221) den Vorteil abgejagt.

Am Sonntag sind die ifm Razorbacks nun zu Gast bei den Dresden Monarchs, gelänge ihnen in Dresden der Sieg, würden sie Tabellenzweiter bleiben. Nur: Dresden muss als ungeschlagener Sieger der Nord-Staffel und bisher einziger Bezwinger von Titelverteidiger Potsdam Royals in dieser Saison derzeit als stärkstes Team Deutschlands gelten. 2025 gewannen die Monarchs zweimal in Ravensburg, einmal in der Hauptrunde und einmal im Halbfinale.

Schwächer geworden sind die Sachsen dieses Jahr wohl kaum, ihr Angriff war zuletzt auch mit dem zusätzlich zu Rocky Lombardi geholten Quarterback Casey Thompson eine Macht. Das Ziel ist eindeutig: diesmal alles dafür zu tun, am Ende den begehrten Pott in der eigenen Stadt holen zu können. Jetzt ist nur die Frage, welche Rolle die Partie gegen Ravensburg für die Dresdener dabei spielt. Klar, ein Lauf zur Meisterschaft fühlt sich erst richtig perfekt an, wenn er mit einer „Perfect Season“ gelingt.

Am wichtigsten bleibt dennoch, dass er überhaupt gelingt. Dafür müssen die Dresdener vor allem an ihr eigenes Konzept denken, nicht bis ans Äußerste gehen. Ravensburg wird darauf lauern, die Initiative an sich reißen zu können, auf dem Feld schnell klar zu machen, wer den Sieg dringender braucht. Die Chance, dass man so den Sachsen beikommen kann, mag nicht allzu hoch sein – sie ist aber vermutlich größer als die, zwei Wochen später im Viertelfinale als Dritter auswärts in Potsdam in einem echten KO-Spiel zu überraschen.

Für die Potsdam Royals geht es im letzten Hauptrundenspiel gegen die Munich Cowboys wie für ihre Gegner nur noch darum, den Schwung für die Playoffs zu behalten oder eben die wichtigsten Akteure für die Endrunde nicht über Gebühr zu belasten. Eine alte „Gretchenfrage“ für Coaches: Durchziehen, als ginge es um etwas, um den Rhythmus nicht zu verlieren? Oder lieber doch mit anderen als den Stammspielern agieren, um diese zwei Wochen später ausgeruht auftrumpfen zu lassen? Beide Wege können zum Erfolg führen, wenn auch den Fans meist nur in Erinnerung ist, dass die eine oder andere Variante in der Vergangenheit auch mal grandios schief gegangen ist.

Playoff-Vorbereitung betreiben zu Hause auch Schwäbisch Hall Unicorns und Düsseldorf Panther. Die Unicorns begrüßen dabei Regensburg Phoenix, den Aufsteiger der effect® Energy GFL Süd, der sich mit fünf Siegen klar den Klassenerhalt gesichert hat. Und dabei auswärts sogar einen Playoff-Teilnehmer des Nordens bezwingen konnte: die Düsseldorf Panther. Die haben bislang selbst nur fünf Siege, stehen damit als Nord-Vierter und Viertelfinalgegner der Schwäbisch Hall Unicorns fest. Letzter Heimgegner sind die Straubing Spiders, der erste Absteiger des Jahres. Für die noch sieglosen Straubinger, die vergangene Woche gegen die Munich Cowboys engagiert zeigten, dass so viel gar nicht gefehlt hätte, wenigstens Rang sieben zu erreichen, geht es darum, sich würdevoll aus der Liga zu verabschieden.

Um Platz sieben wird in beiden Staffeln diesen Samstag direkt gespielt. Die Berlin Rebels erwarten zwar eine Woche später noch Hildesheim zum Nachholspiel, wer aus dem Norden in die Playdowns muss, entscheidet sich jedoch bereits diesen Samstag im Mommsenstadion: Die Rebels treffen in ihrem Schicksalsspiel einer enttäuschenden Saison auf die Braunschweig Lions. Beim Hinspiel in Braunschweig gelang den Berlinern knapp einer ihrer bisher nur zwei Saisonsiege, der dritte müsste nun folgen, denn der Verlierer muss in die Playdowns.

Gegner dort werden in Hin- und Rückspiel entweder die Allgäu Comets oder doch noch die Saarland Hurricanes. Auch dies entscheidet sich am 29. August, im direkten Duell in Kempten. Mit dem Hinspielsieg von 46:21 im Gepäck gehen die Gäste aus dem Saarland mit großem Vorsprung ins Spiel. Für die Allgäuer, deren Defense bisher die mit Abstand meisten Punkte der Liga zuließ (trotz Saarlands Ausnahme-Niederlage in Pforzheim) und deren Angriff die wenigsten holten, geht es also von Beginn an um die Devise: punkten, punkten und nochmals punkten. Vielleicht hat man sich ja extra für diese Ausgangslage genügend Pulver aufgespart. Nur ein Sieg mit mindestens 26 Punkten Vorsprung bringt den Comets noch den direkten Klassenerhalt.

Der Verlierer der Playdowns wird der zweite Absteiger, über den Aufstiegsplatz entscheiden die diesen Samstag startenden erstmaligen Playoffs der GFL 2. Dabei erwarten die Krefeld Ravens die Albershausen Crusaders und die Wiesbaden Phantoms die Rostock Griffins im Halbfinale. Der GFL 2 Bowl wird am 12. September in der Krefelder Grotenburg ausgespielt. Krefeld hat mit einer Perfect Season die Nord-Gruppe dominiert, auch seine schärfsten Rivalen Rostock und Hamburg mit deutlichen Siegen auf Distanz gehalten.

Wiesbaden hatte im Süden sogar schneller als die Ravens im Norden den Gruppensieg klar machen können. Die Perfect Season wurde da allerdings verspielt, nachdem der erste Platz feststand. Einziger Bezwinger der Hessen waren eben die Albershausen Crusaders, die eine Woche später mit einem Punkt Vorsprung auch in Augsburg gewannen und so als Süd-Zweiter die Krefeld Ravens herausfordern dürfen.