Leipzig Lions setzen sich mit 50:22 gegen die Elmshorn Fighting Pirates durch

Am Samstag, den 8. August, waren die Elmshorn Fighting Pirates in der GFL2 Nord bei den Leipzig Lions zu Gast. Bei sommerlichem und sonnigem Wetter erwischten die Gastgeber den deutlich besseren Start und legten bereits in der ersten Halbzeit den Grundstein für ihren Erfolg. Elmshorn bewies vor allem nach der Pause Moral und fand zunehmend besser ins Spiel, konnte den deutlichen Rückstand jedoch nicht mehr entscheidend verkürzen. Am Ende stand ein 50:22-Erfolg für die Leipzig Lions.

Die Partie begann mit dem Kickoff der Fighting Pirates durch Joel Schütz. Leipzigs Luca Brinner nahm den Ball auf und trug ihn bis an die eigene 24-Yard-Linie zurück. Von dort führte Quarterback Elliot Bodman die Lions mit einem zunächst sehr lauflastigen Drive über das Feld. Mehrfach bediente er Brinner per Handoff und bewegte die Ketten damit kontinuierlich nach vorne.

Der vermeintlich erste Touchdown ließ nicht lange auf sich warten: Bodman fand Jan Rubitzko, der den Ball in die Endzone trug. Eine Flagge machte den frühen Erfolg jedoch zunichte. Wegen einer offensiven Passbehinderung durch Nick Henschel wurde der Touchdown zurückgenommen und Leipzig mit einer 15-Yard-Strafe belegt.

Die Lions ließen sich davon allerdings nicht aus dem Rhythmus bringen. Bodman hielt den Drive mit einem eigenen Lauf zum neuen First Down am Leben und bediente anschließend mehrfach Anton Doroshev. Schließlich war es erneut die Verbindung Bodman auf Doroshev, die zum ersten regulären Touchdown des Tages führte. Alexander Jelali verwandelte den Point after Touchdown sicher zum 7:0 bei noch 7:08 Minuten im ersten Quarter.

Elmshorn antwortete zunächst mit einem starken Kickoff-Return von Adehkeem Brown, der den Pirates eine gute Ausgangsposition verschaffte. Quarterback Quincy Casey eröffnete den ersten Drive mit einem Handoff auf Nate Thomas, anschließend sorgte ein Pass auf Joel Schütz für ein neues First Down. Auch Lukas Schäfer wurde von Casey in Szene gesetzt und konnte nach seinem Catch durch die Mitte weiteren Raumgewinn erzielen.

Trotz zwischenzeitlicher Übertragungsprobleme im Livestream war zu sehen, wie sich die Pirates immer weiter in Richtung Leipziger Endzone vorarbeiteten. Allerdings erschwerten eigene Fehler den Drive. Ein illegaler Snap durch Eike Hartmann brachte eine Fünf-Yard-Strafe. Casey brachte Elmshorn anschließend mit einem eigenen Lauf bis unmittelbar vor die Endzone.

Dort tat sich die Offense allerdings schwer. Casey wurde bei einem Laufversuch gestoppt, ein Pass auf Benjamin Mau in die Endzone geriet zu hoch und anschließend wurde der Elmshorner Quarterback von Leipzigs Leon Lowak gesackt. Nach einem Timeout wollten es die Pirates erneut über die Luft versuchen, doch ein False Start von Lasse Bornhöft kostete weitere fünf Yards. Schließlich fing Lowak den nächsten Pass von Casey ab und beendete damit die große Elmshorner Chance auf die ersten Punkte.

Doch nun schlug die Defense der Pirates zurück. Leipzig startete tief in der eigenen Hälfte und geriet unter erheblichen Druck. Nach einem False Start der Lions und einem von Bernard Diouf geblockten Passversuch standen die Gastgeber schließlich bei Third and 13 unmittelbar vor der eigenen Goalline. Ein missglückter Snap ging ins Aus – Safety für Elmshorn. Die Pirates verkürzten damit auf 7:2.

Nach dem anschließenden Kickoff kam die Elmshorner Offense wieder aufs Feld, doch auch dieser Drive wurde von Problemen beim Snap überschattet. Nach einem deutlichen Raumverlust und einem Timeout fand Casey zwar Benjamin Schühler, wenig später geriet der Quarterback jedoch erneut unter Druck. Kevin Kaiser und Alexander Jelali brachten Casey zu Boden. Damit endete das erste Quarter beim Stand von 7:2.

Zu Beginn des zweiten Viertels puntete Benjamin Mau für Elmshorn. Eine zunächst angezeigte Flagge wegen eines Blindside Blocks wurde von den Schiedsrichtern wieder aufgehoben.

Leipzig setzte anschließend erneut auf Luca Brinner und die Beine von Elliot Bodman. Die Elmshorner Defense hielt zunächst dagegen: Adehkeem Brown stoppte einen Lauf des Leipziger Quarterbacks, Jalen Justice brachte Brinner bei einem weiteren Versuch früh zu Boden. Doch Leipzig arbeitete sich weiter vor. Bodman fand unter anderem Doroshev und schließlich Nick Henschel für ein neues First Down.

Eine Face-Mask-Strafe gegen Elmshorns Alexander Prütz brachte die Lions zusätzlich bis unmittelbar vor die Endzone. Von dort fand Bodman Malachi Souvoui Ruffin, der den Ball sicher zum nächsten Touchdown fing. Nach erfolgreichem PAT stand es bei noch 7:47 Minuten im zweiten Quarter 14:2.

Der folgende Leipziger Kickoff ging ins Aus, sodass Elmshorn an der 35-Yard-Linie beginnen konnte. Casey holte zunächst selbst kurzen Raumgewinn und fand anschließend zweimal Joel Schütz. Dann kam jedoch der nächste schwere Rückschlag: Casey verlor den Ball, den Leipzigs Kevin Kaiser für die Lions sichern konnte.

Die Gastgeber nutzten den Turnover umgehend. Gleich zu Beginn des folgenden Drives fand Bodman Jan Rubitzko, der den Ball bis in die Endzone trug. Der PAT saß ebenfalls – 21:2 bei noch 5:23 Minuten.

Elmshorn versuchte anschließend, über Finn David und das Laufspiel wieder Rhythmus aufzunehmen. Nach mehreren Versuchen ohne den erhofften Raumgewinn musste Benjamin Mau erneut punten.

Leipzig blieb dagegen effizient. Bodman bediente zunächst verschiedene Anspielstationen und fand schließlich erneut Jan Rubitzko für einen Touchdown. Nach einem Auswechselfehler der Elmshorner Defense mit zwölf Spielern auf dem Feld wurde die Strafe von Leipzig abgelehnt. Der wiederholte PAT war erfolgreich. Bei 2:07 Minuten auf der Uhr führten die Lions mit 28:2.

Die Pirates versuchten vor der Halbzeit noch einmal, Punkte auf die Anzeigetafel zu bringen. Ein illegaler Snap durch Marlon Bach und ein False Start warfen Elmshorn zunächst zurück. Casey fand anschließend aber wieder Joel Schütz und bewegte die Offense trotz Third and 17 zu einem neuen First Down. Ein beinahe verlorener Ball konnte von Michel Born gesichert werden; nach kurzer Beratung bestätigten die Schiedsrichter den Elmshorner Ballbesitz.

Casey setzte den Drive anschließend mit Pässen unter anderem auf Finn Janszikowsky und Benjamin Mau fort. Mit einem Fake Spike überraschte der Elmshorner Quarterback zudem die Leipziger Defense. Ein weiterer Pass auf Benjamin Schühler brachte ein neues First Down, für Punkte reichte die verbleibende Zeit jedoch nicht mehr.

Mit einem deutlichen 28:2 für Leipzig ging es in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel eröffnete Elmshorn die zweite Hälfte mit Ballbesitz. Benjamin Schühler sicherte den kurzen Leipziger Kickoff. Casey fand zunächst Benjamin Mau für ein neues First Down an der Mittellinie. Doch der Start ins dritte Quarter nahm wenig später eine bittere Wendung: Ein Pass in Richtung Benjamin Schühler wurde von Malachi Souvoui Ruffin abgefangen. Der Leipziger trug die Interception direkt bis in die Endzone zurück. Nach dem PAT stand es bei noch 10:32 Minuten 35:2.

Trotz des deutlichen Rückstands gaben sich die Pirates nicht auf. Elmshorn arbeitete sich im nächsten Drive wieder nach vorne und griff dabei tief in die Trickkiste. Bei einem Fake Punt bekam Jalen Justice den Ball und erlief ein neues First Down.

Casey setzte den Drive anschließend fort. Bei einem Passversuch in Richtung Finn Janszikowsky leistete sich Leipzigs Mirco Müller ein Roughing the Passer. Die 15-Yard-Strafe und das automatische First Down hielten den Angriff am Leben. Nach weiteren erfolglosen Versuchen und einem Elmshorner Timeout fand Casey schließlich Benjamin Schühler in der Endzone – Touchdown Pirates.

Auch die anschließende Two-Point-Conversion gelang. Casey fand Benjamin Mau, der den Ball stark sichern konnte. Zusätzlich wurde Leipzigs Henner Baberowsky wegen Roughing the Passer bestraft; die 15 Yards wurden auf den folgenden Kickoff übertragen. Bei noch 5:28 Minuten im dritten Quarter hatte Elmshorn auf 35:10 verkürzt.

Leipzig antwortete allerdings schnell. Bodman fand zunächst Kevin Stelzer und anschließend erneut Luca Brinner und Anton Doroshev. Schließlich ging ein Pass auf Jan Rubitzko, der den Ball in die Endzone trug. Mit erfolgreichem PAT erhöhten die Lions bei 3:27 Minuten auf 42:10.

Die Pirates zeigten erneut eine Reaktion. Adehkeem Brown sorgte zunächst mit einem starken Return für eine gute Feldposition. Nachdem Elmshorn zwischenzeitlich bei Fourth Down angekommen war und zusätzlich ein False Start gegen Eike Hartmann ausgesprochen wurde, nahm Casey die Verantwortung selbst in die Hand und erlief das notwendige neue First Down.

Kurz darauf täuschte der Quarterback einen Handoff an und behielt den Ball. Casey fand die Lücke und lief selbst zum Touchdown in die Endzone. Die anschließende Two-Point-Conversion misslang, sodass Elmshorn bei noch 1:46 Minuten auf 42:16 verkürzte.

Kurz vor Ende des dritten Quarters kam Leipzig noch einmal in Ballbesitz. Mehrere Läufe über Brinner brachten die Lions nach vorne. Nach einem Spielzug wurde Alexander Prütz wegen unsportlichen Verhaltens mit einer 15-Yard-Strafe belegt. Mit 42:16 ging es ins Schlussviertel.

Dort benötigte Leipzig nicht lange für die nächsten Punkte. Bodman bediente zunächst Doroshev und fand anschließend Kevin Stelzer, der den Ball in die Endzone trug. Die Lions verzichteten diesmal auf den PAT und Bodman übernahm die Two-Point-Conversion selbst. Der Quarterback brachte den Ball erfolgreich in die Endzone – 50:16 bei noch 11:11 Minuten.

Elmshorn wechselte nun auf der Quarterback-Position. Jean-Pierre „Johnny“ Baatz übernahm für Quincy Casey. Der erste Drive unter Baatz begann allerdings unglücklich. Nach einer Strafe wegen Spielverzögerung verlor Elmshorn bei einem Handoff den Ball. Leipzigs Martin Koch sicherte den Fumble.

Die Pirates-Defense verhinderte diesmal weitere Punkte. Leipzig kam nach mehreren Strafen und wenig Raumgewinn nicht entscheidend voran und musste schließlich punten. Der Ball ging in der Endzone ins Aus, sodass Elmshorn an der eigenen 20-Yard-Linie starten konnte.

Baatz führte die Offense nun mit einer Mischung aus Lauf- und Passspiel über das Feld. Finn David sorgte mehrfach mit Läufen durch die Mitte für Raumgewinn. Pässe auf Luca Pal-Chowdhury und Finn Janszikowsky sollten das Feld zusätzlich öffnen.

Dann sorgten die Pirates erneut mit einem Trickspielzug für Aufsehen. Bei einem weiteren Fake Punt bekam Adehkeem Brown den Ball und lief quer über das Feld zum neuen First Down. Es war bereits der zweite erfolgreiche Fake Punt der Elmshorner an diesem Nachmittag.

Nach dem Leipziger Timeout setzte Baatz den Drive fort. Er fand unter anderem Janszikowsky und Benjamin Schühler, während Finn David weitere First Downs am Boden erlief. Schließlich täuschte Baatz einen Pass an, behielt den Ball und lief selbst in die Endzone. Der Versuch auf zwei weitere Punkte misslang. Bei noch 2:09 Minuten verkürzten die Fighting Pirates auf 50:22.

Elmshorn versuchte anschließend mit einem Onside Kick noch einmal in Ballbesitz zu kommen. Der erste Versuch von Joel Schütz gelang zunächst, wurde jedoch wegen eines Offsides des Kicking Teams zurückgenommen. Beim wiederholten Onside Kick konnte Leipzigs Nick Henschel den Ball sichern.

In der Schlussphase ließen die Lions überwiegend die Uhr über ihr Laufspiel herunterlaufen. Dabei wurde es noch einmal hektisch. Nach mehreren Fouls wurde Elmshorns Alexander Prütz wegen seines zweiten unsportlichen Verhaltens des Feldes verwiesen. Auch gegen Leipzig wurde ein unsportliches Verhalten ausgesprochen. Wenig später wurden Marvin Lippold auf Leipziger Seite und Richard Addo auf Elmshorner Seite wegen Fouls im Zusammenhang mit fortwährendem Kontakt gegen den Helm bestraft; die Strafen hoben sich gegenseitig auf.

Leipzig ließ anschließend mit einem letzten Lauf die verbleibende Zeit von der Uhr nehmen.

Nach vier Quartern endete die Partie damit 50:22 für die Leipzig Lions.

Die Gastgeber hatten sich den entscheidenden Vorsprung vor allem in der ersten Hälfte erarbeitet. Elmshorn ließ in dieser Phase mehrere eigene Chancen liegen und musste zugleich Ballverluste hinnehmen, die Leipzig konsequent in Punkte ummünzte. Besonders der Fumble im zweiten Quarter und der Pick Six unmittelbar nach der Halbzeit machten die Aufgabe für die Pirates immer schwieriger.

Trotz des zwischenzeitlich deutlichen 35:2-Rückstands zeigte Elmshorn jedoch Moral. Die Pirates erzielten in der zweiten Halbzeit noch drei Touchdowns, waren mit zwei Fake Punts erfolgreich und fanden sowohl mit Quincy Casey als auch später mit Jean-Pierre Baatz Wege in die Leipziger Endzone. Am deutlichen und letztlich verdienten Sieg der Lions änderte die Leistungssteigerung nach der Pause allerdings nichts mehr.

Autor: GMG