Jason Irmscher wird neuer Headcoach der Wolves

Minden verpflichtet seinen Wunschkandidaten aus Paderborn als Nachfolger von Phil Gamble

Jason Irmscher wird neuer Headcoach der Minden Wolves. Das, was in der zurückliegenden Woche bereits spekuliert wurde, kann nun seitens des heimischen American Football-Clubs offiziell bestätigt werden. „Jetzt ist die Tinte trocken, so dass wir offiziell Vollzug vermelden können“, erklärt Pressesprecher Volker Krusche. Mit dem Trainer, der jahrelang für die Paderborn Dolphins in der 1. Bundesliga verantwortlich war, kommt ein sehr erfahrener und anerkannter Coach nach Minden. Er tritt damit die Nachfolge von Phil Gamble an, von dem sich das Wolfsrudel nach siebenjähriger Zusammenarbeit mit Saisonende getrennt hat.

Warum Minden? „Die Entscheidung für Minden ist für mich keine für einen kurzen Zwischenstopp, sondern eine langfristige Entscheidung. Die Wolves haben in kurzer Zeit enorm viel aufgebaut und sich gerade infrastrukturell sehr gut entwickelt. Daran möchte ich anknüpfen“, nennt Jason Irmscher den Grund für seinen Wechsel von der Pader an die Weser.

Der 37-Jährige gehört schon seit vielen Jahren zu den prägenden Persönlichkeiten im deutschen American Football. In Paderborn war er in Doppelfunktion als Headcoach und Geschäftsführer tätig und dabei maßgeblich am sportlichen und strukturellen Aufbau der Dolphins beteiligt. Unter seiner Führung entwickelte sich das Programm in Paderborn kontinuierlich, mit dem Ergebnis, dass das Team schließlich den Sprung in die GFL1 schaffte, in der es mehrere Jahre spielte.

Neben seiner erfolgreichen Tätigkeit an der Sideline verantworte Irmscher für den Verein auch die Bereiche Sport, Sponsoring, Marketing und Vereinsentwicklung. Irmscher: „Ich stehe für einen modernen Führungsstil, klare Strukturen und eine langfristige Nachwuchs- und Organisationsentwicklung.“

Fortan trifft er in dem erst gut acht Monate alten AFC Minden Wolves auf einen innovativen und verlässlichen Vorstand. „Ich denke, wir werden mit Jason auch neben dem Sport sehr gut zusammenarbeiten und freuen uns darauf, dass er seine Expertise mit in die Diskussion einbringt“, blickt Vorstandssprecher Ulrich Grünwald nach vorn.

Mit seinem Fokus auf Teamkultur, professionellen Standards und nachhaltigem Vereinsaufbau wird Jason Irmscher nun Headcoach der Wolves und soll dort den sportlichen Neuaufbau maßgeblich gestalten. Die Trennung der Paderborn Dolphins, mit denen er nach dem wirtschaftlichen Rückzug aus der GFL1 in der Regionalliga noch im Einsatz ist, wurde seitens des Vereins Anfang Juli zu Ende September bekanntgegeben. In Minden beginnt sein Engagement offiziell am 1. Oktober.

„Wir freuen uns sehr darauf, diesen erfahrenen Coach für die Weiterentwicklung der Minden Wolves haben verpflichten können“, hebt Ulrich Grünwald hervor. „Jason Irmscher war von Anfang an unser Wunschkandidat. Auch, weil uns sein vorgelegtes Konzept absolut überzeugt hat.“ Und angesichts der Tatsache, dass sich der American Football in Minden in den wenigen Jahren so gut entwickelt habe, seien die Wolves auch der Wunschverein des neuen Manns an der Spitze des sportlichen Bereichs.

Der gibt auch sofort Einblicke in seine Philosophie: „Für mich steht ganz klar ‚Team First‘ über allem. Ich glaube daran, dass Erfolg nicht durch einzelne Spieler oder große Namen entsteht, sondern durch eine gemeinsame Identität, klare Standards und die Bereitschaft, jeden Tag füreinander zu arbeiten. Ich möchte eine Kultur schaffen, in der Commitment, Disziplin, Respekt und Verantwortung nicht nur Worte sind, sondern täglich gelebt werden. Dabei gilt für mich ganz klar: Lead by Example – Mit gutem Beispiel vorangehen. Ich werde niemals etwas von Spielern oder Coaches verlangen, was ich nicht selbst bereit bin vorzuleben.“

In den zurückliegenden Jahren war es in Minden so, dass man das Team durch zahlreiche ausländische Spieler so stark machte, dass der Erfolg die logische Konsequenz war. Unter Irmscher wird sich die Handschrift allerdings verändern. „Wir werden definitiv deutscher werden. Das Roster an deutschen Spielern wird größer werden.“ Das bedeute allerdings nicht, dass auf „Imports“ gänzlich verzichtet würde. „Definitiv nicht, aber wir werden weniger Spieler aus anderen Ländern holen. Aber die, die wir holen, werden besser sein, als die, die bislang in Minden das Wolves-Trikot getragen haben!“

Jason Irmscher sieht an seinem neuen Arbeitsplatz großes Potenzial darin, „den eingeschlagenen Weg im Herrenbereich mit der Entwicklung des Jugendbereichs noch enger zu verzahnen. Für mich ist es besonders wichtig, lokale Talente und Spieler aus der Region zu entwickeln, ihnen eine Perspektive im Herrenbereich zu geben und möglichst viele Homegrown-Spieler in das Programm zu integrieren.“

Für seinen Vorgänger hat Irmscher auch ehrenwerte Worte parat. „Phil Gamble hat im Herrenbereich wichtige Arbeit geleistet und eine gute Basis geschaffen. Darauf möchte ich aufbauen und gemeinsam mit meinem Coaching Staff meine Stärken, insbesondere im Recruitment, in der Entwicklung von Spielern und in der Umsetzung einer klaren Teamstruktur einbringen.“

Dazu beitragen wird ein deutlich größerer und qualitativer Bereich an Trainern. Anders als Gamble, der auf eigenen Wunsch lange Zeit in der GFL2 als Headcoach auch die Aufgaben als Offensive- und Defensive-Coordinator innehatte, werden diese drei Positionen künftig von drei unterschiedlichen Personen besetzt und ausgefüllt werden. Hier stehen die Verantwortlichen des AFC Minden Wolves in sehr vielversprechenden Gesprächen. „Wir hoffen, auch hier sehr bald Vollzug vermelden zu können“, gibt sich der stellvertretende Vorstandssprecher und Pressesprecher Volker Krusche, dessen Posten als Sportdirektor mit der Gründung des neuen Vereins in die Aufgaben des siebenköpfigen Vorstands, dem auch er angehört, überging, optimistisch.

Zugleich hebt er hervor, „dass mit der jetzigen Neuausrichtung insbesondere der Coaches-Staff besonders im Fokus steht. Hat man gute Trainer, entscheiden sich auch auswärtige Spieler für das Programm. Das ist im Football so.“

Dieses Vorhaben soll die Minden Wolves dann auch wieder zurück in die 2. Bundesliga führen. „Die GFL2 ist unser Ziel. Ob im nächsten oder übernächsten Jahr. Es gilt jetzt erst einmal die Basis dafür zu legen. Wir haben unglaublich viel in diesem Jahr gelernt, so dass wir dann auch stärker zurückkommen werden“ blickt Vorstandsprecher Grünwald nach vorn.

Und Jason Irmscher schließt mit den Worten: „Mein Ziel ist es, die Wolves nicht nur kurzfristig erfolgreicher zu machen. Wir wollen ein Programm aufbauen, mit dem sich die Menschen in Minden und der Region identifizieren können, nachhaltig, entwicklungsorientiert und mit einem klaren Anspruch an uns selbst.“

Das Wolfsrudel freut sich schon heute auf diesen ausgerufenen Weg.


Foto: privat