Invaders reisen in den Süden: Regensburg wartet am Samstag

Regensburg/Hildesheim. Die Hildesheim Invaders stehen vor der längsten Auswärtsfahrt der Saison: Am Samstag sind die Niedersachsen im Interconference-Duell der effect® ENERGY GFL bei Regensburg Phoenix gefordert. Bereits am Freitag macht sich das Team aus Hildesheim auf den Weg in den Süden und übernachtet in Fürth, um sich bestmöglich auf das Spiel in Regensburg vorzubereiten.

Gespielt wird am Samstag, 16. Mai 2026, in Regensburg. Für die Invaders ist es nicht nur das erste große Interconference-Spiel des Jahres, sondern auch ein früher Härtetest gegen einen Süd-Vertreter, der trotz seines Fehlstarts deutlich mehr Qualität besitzt, als es der Tabellenstand auf den ersten Blick vermuten lässt.

Nelson Hughes (QB, Hildesheim Invaders, #03) protected by his O-line, Hildesheim Invaders vs Allgäu Comets, American Football, German Football League, Week 1, 2026, 09.05.2026, Foto: Foot Bowl/Susanne Hägele

Die Hildesheimer reisen mit Rückenwind an: Nach dem deutlichen 58:6-Erfolg zum Auftakt gegen die Allgäu Comets führen die Invaders die Nord-Tabelle mit 1–0 Siegen und einer Punktedifferenz von 52 Zählern an. Regensburg Phoenix ist in der Süd-Gruppe mit 0–1 gestartet und musste zum Auftakt eine 0:31-Niederlage hinnehmen. Genau darin liegt aber auch ein Warnsignal: Teams nach einem klaren Fehlstart reagieren häufig mit besonderer Schärfe, vor allem im ersten Heimspiel oder in einem Spiel, in dem sie vor eigenem Publikum ein Zeichen setzen wollen.

Blick auf Regensburg Phoenix

Die Phoenix kommen zwar mit einer Niederlage in dieses Duell, haben aber aus ihrer starken GFL-2-Saison 2025 einen Kader mitgenommen, der vor allem offensiv Qualität besitzt. Regensburg erzielte im Vorjahr mehr als 2.100 Passing Yards und 28 Passing Touchdowns, was klar zeigt, dass das Team sein Spiel auch 2026 über ein dynamisches Passspiel aufbauen kann.

Im Fokus steht dabei Quarterback Cameron James Yowell (#12), der gemeinsam mit seinen Receivern Nicolas Kai Hayes (#2), Apollo Hezekiah Pupuhi (#3) und Gary Timothy Tyler (#13) eine gefährliche Achse bildet. Ergänzt wird diese Gruppe durch flexible Spieler wie Migel Vega Amann (#4, WR/RB), der sowohl als Ballträger als auch als Passempfänger eingesetzt werden kann. Im Laufspiel bringen Daniel Sawczak (#21), Oliver Reisinger (#32), Alexander Klug (#35) und Nebechi Abana (#26) zusätzliche Variabilität ins Regensburger Offensivspiel.

Auch defensiv ist Regensburg gut besetzt. In der Front sorgen Elijah Keyshawn Watson (#1), Jaylin Woods (#9), Tevita Lotoa ‚Atu (#90) und Dashawn Hudson (#91) für Physis und Druck an der Line of Scrimmage. Dahinter stehen mit Julian Dionisio Herrera (#5), Edward Richardson (#42) und Boris Rajkovic (#44) erfahrene Linebacker, die im offenen Feld konsequent tackeln und das Kurzpassspiel stören können.

Hildesheim Invaders vs Allgäu Comets, American Football, German Football League, Week 1, 2026, 09.05.2026,

Foto: Foot Bowl/Susanne Hägele

Auf Seiten der Hildesheimer richtet sich der Blick erneut auf Quarterback Nelson Hughes III (#3), der die Offense beim Saisonauftakt sicher geführt hat und mit seinem Arm wie auch mit seiner Spielübersicht früh seinen Rhythmus gefunden hat. Um ihn herum verfügt Hildesheim über ein tiefes Receiver-Corps mit Pieter Solf(#86), Lennart Stukenborg (#7), Paul Terjung (#9), Philipp Dolezal (#12), Danic Ruhe (#17) und Thies Surma (#18), das bereits zum Auftakt seine Explosivität unter Beweis gestellt hat.

Im Laufspiel gibt Tristan Gintaut (#0) dem Angriff zusätzliche Balance, während Matti Probst (#31) als flexibler Spieler zwischen Running Back und Tight End dem Playcalling weitere Möglichkeiten eröffnet. Gerade gegen ein physisches Team wie Regensburg dürfte es entscheidend werden, ob die Invaders auch am Boden konstant Raumgewinn erzielen und damit das Spieltempo kontrollieren können.

Defensiv ruhen viele Augen auf Kyle Kitchens (#45), der als einer der renommiertesten Pass-Rusher Europas nach Hildesheim gekommen ist und gegnerische Quarterbacks permanent unter Druck setzen kann. Unterstützt wird er in der Front von Spielern wie Samuel-Dean Vollbrecht (#34), Dorian Zuidema (#90), Jan Niklas Franke (#92) und Georg Kraft (#95), während die Linebacker um Hannes Schmidt (#10), Frank Haering (#33), Mark Damer (#49) und Simon Blöcker (#54) für Stabilität im zweiten Level sorgen. In der Secondary bringen Holden Hughes (#2), Christian Klötergens (#6), Noah Bomba (#20) und Timo Vogel (#32) die nötige Athletik mit, um das vertikale Passspiel der Phoenix unter Kontrolle zu halten.

Die entscheidende Frage wird sein, wie gut Hildesheim das Spiel in Regensburg strukturiert hält. Phoenix lebt von Athletik auf den Skill-Positionen und kann gefährlich werden, wenn Yowell früh Zeit in der Pocket bekommt und Hayes oder Pupuhi ins offene Feld kommen. Deshalb dürfte der Druck der Invaders-Front ein Schlüsselfaktor werden. Gelingt es Kitchens und Co., den Quarterback unter Stress zu setzen, steigen die Chancen der Hildesheimer deutlich, das Spiel zu kontrollieren. Auf der anderen Seite müssen die Invaders offensiv beweisen, dass sie ihre Effizienz auch auf fremdem Platz und nach langer Reise aufs Feld bringen können. Die Qualität dafür ist vorhanden, aber gerade auswärts gegen eine Mannschaft mit Reaktionsdruck wird es wichtig sein, früh konzentriert zu spielen, Turnover zu vermeiden und in der Red Zone konsequent abzuschließen.

„Regensburg ist ein gutes, athletisches Team mit viel Qualität auf den Skill-Positionen und einer physischen Defense. Wir wissen, dass uns dort eine echte Herausforderung erwartet – zumal es unsere längste Auswärtsfahrt der Saison ist. Gleichzeitig vertrauen wir unserer Vorbereitung und unserer Qualität. Wenn wir diszipliniert spielen, den Ball kontrollieren und defensiv konstant Druck machen, haben wir gute Chancen, unser Spiel auch in Regensburg durchzusetzen.“

Die Konferenz der effect® ENERGY GFL ist bei DF1 im Fernsehen und bei Twitch zu sehen, alle Spiele werden außerdem bei Sport Europe TV übertragen.