Kiel. Die Hildesheim Invaders haben ihr letztes Spiel der regulären Saison bei den Kiel Baltic Hurricanes mit 36:30 nach Overtime gewonnen. Vor 1.660 Zuschauern im Kilia-Stadion entwickelte sich bei bewölktem Regenwetter und 20 Grad ein intensiver Krimi, den die Invaders am Ende knapp für sich entschieden.
Die Hildesheimer traten dabei bewusst mit einem veränderten Aufgebot an. Etwa auf die Amerikaner Kyle Kitchens und Nelson Hughes wurde verzichtet, zudem erhielten zahlreiche Spieler Einsatzzeit, die bislang seltener zum Zug gekommen waren. Karon Johnson und Hendrik Scharnbacher teilten sich die Quarterback-Position und führten die Offense gemeinsam durch eine umkämpfte Partie.
Kiel erwischte den besseren Start. Lorenz Rotermund brachte die Hurricanes mit einem Zwei-Yard-Lauf in Führung, der anschließende Extrapunkt misslang. Die Invaders benötigten etwas Zeit, um ihren Rhythmus zu finden, hielten den Rückstand nach dem ersten Viertel aber bei 0:6 in Grenzen.
Im zweiten Abschnitt setzte Karon Johnson das erste offensive Ausrufezeichen der Gäste. Der Quarterback lief über 14 Yards zum Touchdown und verwandelte anschließend auch die Two-Point-Conversion selbst zum 8:6. Kiel antwortete jedoch entschlossen: Collins Kamara erzielte den nächsten Touchdown der Gastgeber per Drei-Yard-Lauf, Rotermund fing die erfolgreiche Conversion. Kurz vor der Pause baute Rob Revels die Führung mit einem 20-Yard-Interception-Return weiter aus; PJ Settles verwandelte die Two-Point-Conversion zum 22:8-Halbzeitstand.
Nach der Pause zeigten die Invaders die richtige Reaktion. Johnson brach zu einem 37-Yard-Touchdownlauf durch und verkürzte mit der erfolgreichen Two-Point-Conversion auf Jocques Crawford auf 16:22. Die Hildesheimer Defense ließ in diesem Viertel keine Punkte zu und hielt die Begegnung damit offen.
Im Schlussviertel übernahm zunächst Hendrik Scharnbacher Verantwortung. Mit einem Drei-Yard-Lauf brachte er die Invaders nach erfolgreicher Two-Point-Conversion auf Crawford mit 24:22 erstmals in Führung. Die Hurricanes blieben jedoch gefährlich und schlugen durch einen 18-Yard-Touchdownpass von PJ Settles auf Jarvis McClam zurück. Isaiah Harris fing die Conversion zur 30:24-Führung Kiels. Die Invaders antworteten mit einem wichtigen 13-Yard-Touchdownlauf von Jeremie Kwanzambi Beni. Die Two-Point-Conversion blieb zwar ohne Erfolg, doch der Ausgleich zum 30:30 rettete die Partie in die Verlängerung.
In der Overtime sorgte Johnson schließlich für die Entscheidung. Mit seinem vierten Rushing-Touchdown des Tages über ein Yard sicherte der Quarterback den Invaders den 36:30-Auswärtssieg und einen erfolgreichen Abschluss der regulären Saison.
„Kiel hat uns alles abverlangt und insbesondere in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt. Die Hurricanes haben gezeigt, welche Qualität in dieser Mannschaft steckt“, sagte Invaders-Head-Coach Marcus Herford. „Wir haben bewusst vielen Spielern Verantwortung übertragen. Gerade deshalb bin ich stolz darauf, wie die Mannschaft nach dem Rückstand reagiert hat. Karon und Hendrik haben die Offense gemeinsam geführt, und am Ende haben wir die Ruhe bewahrt, um dieses Spiel in der Overtime zu gewinnen.“
In der kommenden Woche geht’s nach Berlin zu den Rebels. Das Spiel ist eine Nachholpartie das der Juli-Hitze zum Opfer gefallene Spiel.




