Die Minden Wolves gastieren beim ungeschlagenen Tabellenführer Krefeld Ravens:
Sie kennen sich schon viele Jahre. Und es verbindet sie zudem eine besondere Freundschaft. Doch (sportliche) Geschenke darf man trotzdem nicht erwarten. Wenn der noch ungeschlagene Tabellenführer der GFL2 den noch sieglosen Tabellenletzten am Samstag um 16 Uhr in der „Grotenburg“ empfängt, dann dürfen die Gäste von der Weser keinerlei Schonung erwarten. Für die Minden Wolves geht es realistisch einzig und allein darum, sich so achtbar wie möglich bei den Krefeld Ravens aus der Affäre zu ziehen.
„In diesem Spiel kann es für uns nur darum gehen, nicht höher zu verlieren, als die anderen Teams der GFL2“, hofft Wolves-Vorstandssprecher Ulrich Grünwald. In allen fünf bisherigen Partien erzielte der Titelfavorit nie weniger als 41 Punkte. „Und das war gegen den Rangzweiten aus Rostock“, bemüht Volker Krusche die Statistik. „In Langenfeld und daheim gegen den Rangdritten aus Hamburg waren es sogar über 60 Punkte, die die bärenstarke Offense um den wohl stärksten Runningback der 2. Liga, Akiva Wedge, erzielte.“
Nach dem Aufstieg des Wolfsrudels in die Oberliga standen sich beide Teams erstmals gegenüber. „Damals haben wir unsere ersten beiden Niederlagen in einem Punktspiel unserer Geschichte kassiert, Da mussten wir neidlos anerkennen, dass die Ravens eine Nummer zu groß waren“, erinnert sich Krusche.
Und so verlief der Weg beider Vereine identisch. Beide wurden bis zur GFL2 je einmal Vizemeister und mussten jeweils eine Ehrenrunde drehen. „Auch so was verbindet“, erklärt Uli Grünwald, der sich wie Krusche und die anderen Vorstandsmitglieder darauf freut, am Rande der Partie am Samstag mit den Krefelder Verantwortlichen über das Sportliche hinaus zu philosophieren. „Wir verstehen uns seit der Zeit in der Oberliga sehr gut. Das wollen wir weiter vertiefen“, ergänzt Grünwald.
Sportlich treffen zwei Welten aufeinander. Krefeld macht keinen Hehl daraus, dass man sich den erstmals zu vergebenden GFL2-Bowl sowie den Aufstieg in die 1. Bundesliga sichern und schon mittelfristig die Deutsche Meisterschaft feiern will. Die Minden Wolves hingegen stehen kurz vor dem Abstieg aus der GFL2. „Eigentlich unnötig, denn personell haben wir mit Sicherheit das Zeug zum Inventar der 2. Bundesliga zu gehören. Wir haben das Potenzial nur nicht abgerufen“, blickt Volker Krusche zurück.
„Noch ist die Chance auf den Klassenverbleib zwar da, sSie ist realistisch gesehen aber sehr klein“, meint Vorstandssprecher Ulrich Grünwald. Und Krusche ergänzt: „Wir wollten den Spielern den Aufstieg nicht verwehren und haben bewiesen, dass wir bei etwas glücklicherem Verlauf das ein oder andere Spiel hätten gewinnen können, ja sogar müssen. Aber es war bislang trotzdem eine tolle Erfahrung, die wir alle nicht missen wollen. Und sollte es mit dem Ziel dann nicht klappen, werden wir einen neuen Anlauf mit mehr Erfahrungen machen. Dann war diese Saison ein Abenteuer mit Lehrgeldzahlung.“
Für Samstag gibt man sich bei den „Wölfen“ allerdings keinen Illusionen hin. Grünwald: „Krefeld ist nun mal eine ganz andere Hausnummer. Da wollen wir am Ende einzig und allein hocherhobenen Hauptes das Feld wieder verlassen.“
Foto: Hendric-Noah Pieper



