ifm Razorbacks unterliegen starken Wilddogs mit 10:28

Für die ifm Razorbacks Ravensburg stand am Samstag der erste echte Härtetest der noch jungen GFL-Saison auf dem Programm. Im dritten Saisonspiel trafen die Oberschwaben auswärts auf die Pforzheim Wilddogs, die bereits drei Partien absolviert hatten und dadurch schon einen guten Eindruck ihrer Spielweise vermittelt hatten. Im Vorfeld war klar gewesen, dass die Wilddogs mit ihrem aggressiven Angriffsspiel rund um Quarterback Dre Harris zu den ernsthaften Anwärtern im Rennen um die Playoff-Plätze zählen würden.

Mit Spannung erwartet wurde auch das Duell der beiden Spielmacher. Während Dre Harris bislang mit einer Completion Rate von 64 Prozent überzeugte, brachte Ravensburgs Quarterback sogar starke 70 Prozent mit in die Begegnung. Entsprechend groß waren die Erwartungen an ein hochklassiges Offensivduell.

Die erste Halbzeit zeigte schnell, wie hart umkämpft dieses Spiel werden würde. Die Defensive der Wilddogs hatte sich hervorragend auf die Gäste eingestellt und setzte die Ravensburger Offensive an der Line of Scrimmage massig unter Druck. Dennoch waren es zunächst die Razorbacks, die die ersten Punkte des Tages erzielten. Aniel Buße verwandelte ein Field Goal zur 3:0-Führung für die Oberschwaben.

Pforzheim antwortete mit einer variablen Offense und kombinierte erfolgreich Laufspiel mit kurzen und tiefen Pässen. Gleichzeitig bewies aber auch die Ravensburger Verteidigung, dass sie gut vorbereitet in die Partie gegangen war. Trotzdem gelang es Theo Michel, die Wilddogs erstmals in Führung zu bringen. Der anschließende Extrapunkt war erfolgreich und Pforzheim lag mit 7:3 vorne.

Die Razorbacks arbeiteten sich wenig später bis an die gegnerische Zwei-Yard-Linie vor und standen kurz vor dem erneuten Führungswechsel. Doch die Defensive der Gastgeber hielt dem Druck stand und stoppte den Angriff. Im direkten Gegenzug marschierten die Wilddogs über das gesamte Feld. Dabei zeigte sich, dass Fehler an diesem Tag konsequent bestraft werden würden. Eine vermeintliche Interception der Ravensburger wurde aufgrund eines Fouls aberkannt. Pforzheim nutzte die zweite Chance konsequent und Andreas Lehmann erhöhte mit einem Touchdown auf 13:3. Mit erfolgreichem Extrapunkt ging es beim Stand von 14:3 in die Halbzeitpause.

Dass die Wilddogs nach dem Seitenwechsel zunächst das Angriffsrecht erhielten, machte die Ausgangslage für die Gäste nicht einfacher. Pforzheim setzte nun verstärkt auf das Laufspiel und kontrollierte damit weite Teile des dritten Viertels. Zwar misslang den Gastgebern ein Field-Goal-Versuch, dennoch waren nur noch 3:32 Minuten im dritten Quarter auf der Uhr, als Ravensburg wieder in Ballbesitz kam.

Quarterback McGovern erhielt dank der guten Arbeit seiner Offensive Line zwar ausreichend Zeit, doch die Defensive der Wilddogs schloss die Passwege konsequent. Immer wieder war der Ravensburger Spielmacher gezwungen, selbst Raumgewinn zu erzielen. Auf der anderen Seite bewegte Pforzheim den Ball mit effektivem Kurzpassspiel kontinuierlich über das Feld und sammelte First Down um First Down. Schließlich war es Luca Faschian, der die Führung der Gastgeber mit einem Touchdown auf 21:3 ausbaute. Auch der Extrapunkt war erfolgreich.

Die Razorbacks gaben sich jedoch nicht auf. Die Offensive fand nun besser in ihren Rhythmus und wurde deutlich präziser. Mehrere weite Pässe auf A.J. Harris brachten Ravensburg tief in die gegnerische Hälfte. Den erfolgreichen Abschluss des Drives besorgte schließlich William Enneking mit einem Touchdown. Nach dem erfolgreichen Extrapunkt verkürzten die Oberschwaben auf 21:10 und hielten die Hoffnung auf eine Aufholjagd am Leben.

Kurz vor dem Ende setzte Pforzheim jedoch den Schlusspunkt. Quarterback Dre Harris krönte seine starke Leistung mit einem weiteren Touchdown und sorgte damit für den 28:10-Endstand zugunsten der sehr gut eingestellten Wilddogs.

Für die ifm Razorbacks bedeutet die erste Saisonniederlage einen Dämpfer, gleichzeitig aber auch wichtige Erkenntnisse für die kommenden Aufgaben. Oliver Billstein, Sportlicher Leiter der ifm Razorbacks, fasste die Partie treffend zusammen: „Die Niederlage ist sehr enttäuschend und holt uns erstmal auf den Boden der Tatsachen zurück. Auf beiden Seiten des Balls haben uns heute teils die Ideen, teils die Fähigkeit zur Ausführung gefehlt. So konnten wir den gut eingestellten Wilddogs nichts entgegensetzen. Daher heißt es nun ab morgen kurze Fehleraufarbeitung und dann gilt es keine Zeit zu verlieren für die Vorbereitung auf den Titelfavoriten Potsdam Royals.“

Scores RR vs. PW:

(3:0; 0:14; 0:0; 7:14)