Kempten/Pforzheim. Bei extremen Temperaturen, die an der 40-Grad-Marke kratzten, feierte das effect®-ENERGY GFL Team der Pforzheim Wilddogs einen ungefährdeten 35:0-Auswärtssieg gegen die Allgäu Comets. In einer von Hitze und Fehlern geprägten Partie war es vor allem die überragende Pforzheimer Defense, die im direkten Rückspiel den Deckel draufmachte und den Gastgebern nicht einen einzigen Punkt gewährte.
Es war das siebte Saisonspiel der Pforzheim Wilddogs, die nach dem fulminanten 61:13-Hinspielerfolg mit einer absoluten Favoritenrolle ins Allgäu gereist waren. Die äußeren Bedingungen verlangten beiden Teams alles ab: Aufgrund der enormen Hitzewelle wurde der Kick-Off auf 17:00 Uhr verschoben, während andere Partien in der Liga sogar in die späten Abendstunden verlegt oder ganz abgesagt wurden. Diese extreme Witterung sowie die noch frische Dominanz aus dem Hinspiel sorgten zu Beginn für einen fahrigen Start der Pforzheimer Offense, die sichtlich Mühe hatte, in ihren Rhythmus zu finden.
Special Teams und Offense legen im ersten Viertel vor
Die Allgäu Comets starteten den ersten Drive mit Laufspielzügen, wurden jedoch schnell von der Pforzheimer Defense gestoppt. Ein Quarterback-Sack durch Michael Grünes zwang die Gastgeber tief in der eigenen Hälfte zum Punt. Nachdem auch der erste Drive der Wilddogs in einem Punt endete, schlug kurz darauf die Stunde der Special Teams: Jeremy Conley blockte den Punt der Comets, sicherte den Ball direkt in der Endzone und sorgte für den ersten Touchdown. Mit dem Extrapunkt durch Luca Hirschberger stand es schnell 7:0. Die Offense der Comets fand weiterhin kein Rezept und musste das Angriffsrecht abgeben. Diesmal fackelte die Pforzheimer Offense nicht lange: Bereits im dritten Spielzug fand ein tiefer Pass Receiver Luca Faschian in der Endzone. Der Extrapunkt saß, und die Führung wurde auf 14:0 ausgebaut.
Hitze zollt im zweiten Viertel ihren Tribut
Im zweiten Spielabschnitt machte sich die drückende Hitze zunehmend bemerkbar. Ein vielversprechendes Big Play von AJ Coons endete in einem Fumble, nachdem ihm der Ball im Getümmel aus den Händen geschlagen wurde. Die Comets konnten aus dem Turnover jedoch kein Kapital schlagen. Auf Pforzheimer Seite häuften sich untypische Fehler, fallengelassene Bälle und Unkonzentriertheiten. Auch das Kicking-Game litt unter den Bedingungen. Dennoch hielt die Defense stand und blockte einen Field-Goal-Versuch der Allgäuer. Kurz vor der Halbzeit gelang den Gastgebern eine Interception nach einem abgefälschten Pass auf AJ Coons. Zwar kam Pforzheim eine knappe Minute vor dem Pausenpfiff noch einmal in Ballbesitz, doch die Zeit lief ungenutzt ab. Mit einem 14:0 ging es in die Kabinen.
Entscheidung im dritten Viertel
Aus der Pause kamen die Wilddogs deutlich fokussierter. Schon nach drei Spielzügen klingelte es erneut: Ein weiterer Touchdown-Pass auf Luca Faschian schraubte den Spielstand auf 21:0. Während die Allgäuer, die zudem mit Verletzungssorgen zu kämpfen hatten, in der Offense weiterhin glücklos agierten, legte Pforzheim nach. Quarterback Dre Harris bediente direkt im ersten Spielzug des nächsten Drives AJ Coons zum 28:0. Die Defense belohnte sich anschließend selbst, als Antonio Alzheimer einen Pass der Comets abfing (Interception). Die Offense nutzte das Momentum eiskalt: Nur vier Spielzüge später war es erneut AJ Coons, der den Ball in der Endzone fangen konnte. Mit dem erfolgreichen Extrapunkt stand es 35:0.
Die Null steht bis zum Schluss
Im letzten Viertel rotierten die Wilddogs und gaben den Back-ups wertvolle Spielzeit. Die Konzentration ließ auf beiden Seiten nach. Die Comets kämpften sich noch einmal bis an die 14-Yard-Linie der Wilddogs heran, doch die Pforzheimer Defense erzwang ein Turnover on Downs. Trotz einiger weiterer Ballverluste der Wilddogs an der gegnerischen 45-Yard-Linie ließen sie keine Punkte zu. In der letzten Minute warwen die Gastgeber noch einmal alles nach vorne, um das Feld nicht punktlos verlassen zu müssen. An der 11-Yard-Linie der Wilddogs spielten die Comets den vierten Versuch aus, doch die überragende Pforzheimer Defense hielt stand. Es fehlten drei Yards, und das Shutout war perfekt.
Headcoach Michael Lang resümierte nach dem Spiel treffend: „Toughes Spiel. Back-to-Back ist immer schwierig, fiel auch wegen des dominanten Hinspiels etwas fahrig aus. Am Ende war es die Defense, die hier heute alles gerettet hat.“
Ausblick auf die „Big Weeks“
Für die Pforzheim Wilddogs stehen nun die entscheidenden Wochen der Saison an. Zunächst reist das Team nach Ravensburg zu den immer brandgefährlichen ifm Razorbacks. Die Oberschwaben mussten parallel eine Niederlage gegen die Schwäbisch Hall Unicorns einstecken. Für die Wilddogs ist dieses Auswärtsspiel nun von doppelter Bedeutung: Ein Sieg in Ravensburg ist Pflicht, um den Anschluss an die Tabellenspitze zu halten. Nur so wird das darauffolgende Heimspiel am 18. Juli zu einem echten, hochbrisanten Spitzenspiel. An diesem Tag empfangen die Wilddogs die Schwäbisch Hall Unicorns im Pforzheimer Dawghouse – das absolute Highlight-Match der Saison.
Foto: Frank Baumert (archiv)




