PFORZHEIM / DRESDEN. Es ist das bisherige absolute Highlight in der noch jungen Erstliga-Historie der Pforzheim Wilddogs: Am kommenden Samstag tritt das Team im Playoff-Halbfinale der effect®-ENERGY GFL bei den Dresden Monarchs an. Für die Goldstädter, die erst in ihrer zweiten Saison im deutschen Football-Oberhaus stehen, ist der Einzug unter die besten vier Mannschaften Deutschlands bereits ein historischer Erfolg. Die Rollen vor dem Kickoff im Dresdner Heinz-Steyer-Stadion sind dennoch klar verteilt und genau darin liegt die große Chance für die Außenseiter aus Baden-Württemberg.
Während die Gastgeber aus Sachsen bislang eine makellose Saison absolviert haben und ungeschlagen durch die Liga marschiert sind, haben die Monarchs psychologisch deutlich mehr zu verlieren. Dresden peilt das große Finale an, das am 3. Oktober im heimischen Rudolf-Harbig-Stadion ausgetragen wird. Ein erneutes Endspiel vor heimischer Kulisse, wie schon 2025, als man den Potsdam Royals den Vortritt lassen musste, ist das erklärte Ziel der Hausherren. Doch auf diesem Weg steht ein kampfstarker und bestens bekannter Herausforderer.
Vertrautes Terrain und breite Brust
Bereits in der vergangenen Spielzeit kreuzten beide Teams in den Playoffs die Klingen, damals im Viertelfinale. Entsprechend gelassen blickt Headcoach Michael Lang dem Wiedersehen entgegen: „Das fühlt sich alles irgendwie schon sehr vertraut an. Das nimmt einem die Anspannung.“ Nach dem überzeugenden Heimsieg im Viertelfinale gegen die Hildesheim Invaders haben die Wilddogs bewiesen, dass sie sportlich auf Augenhöhe mit den Schwergewichten agieren. Zudem reist die Mannschaft in Bestbesetzung an: Keine Verletzungssorgen trüben die Vorbereitung, der gesamte Kader steht zur Verfügung. „Wir fühlen uns gut und wir haben Bock auf das Spiel. Wir werden es Dresden schwer machen, wie schon 2025“, bekräftigt Lang selbstbewusst.
Taktisch wartet auf die Pforzheimer Defense allerdings eine Mammutaufgabe. Die Dresdner Offensive wird vom herausragenden Duo aus Quarterback Rocky Lombardi und Wide Receiver Montigo Moss angeführt, beide gelten als heiße Anwärter auf den Titel des Offense-MVPs.
Besondere Platzverhältnisse und lautstarker Rückhalt
Neben der individuellen Klasse des Gegners gilt das Augenmerk auch den Bedingungen im altehrwürdigen Heinz-Steyer-Stadion. Thomas Zink, Technischer Leiter der Wilddogs, erinnert sich an die Tücken vor Ort: „Der Rasen in Dresden ist recht rutschig, das hat uns letztes Jahr kalt erwischt. Diesmal kennen wir das, mal schauen wie gut wir uns auf diesen Untergrund einstellen können.“
Begleitet wird die Mannschaft von einer großen Schar lautstarker Anhänger, die eigens nach Sachsen reist, um ihr Team vor Ort nach vorne zu peitschen. Viele Fans verbinden die sportliche Pflichtaufgabe mit einem Wochenendtrip. „Dresden ist schon ein ganz besonderes Ambiente dort, da will man alles mitnehmen“, freut sich Vorstand Kai Höpfinger über den enormen Zuspruch der Wilddogs-Familie.
Spannung verspricht auch der Blick auf das Parallelspiel: Dort empfangen die Schwäbisch Hall Unicorns die Potsdam Royals im Optima Sportspark. Das Teilnehmerfeld der diesjährigen „Final Four“ ist mit jeweils zwei Nord- und Süd-Teams vollkommen ausgeglichen und mit etwas Spielglück könnte am Ende sogar ein rein süddeutsches Finale Realität werden. Träumen bleibt schließlich erlaubt.
Fans, die die Reise an die Elbe nicht antreten können, haben die Möglichkeit, das Halbfinale im Pay-per-View-Livestream auf Sporteurope live mitzuverfolgen.
Foto: David Congedo (fide.pictures)




