Ein alter Bekannter

– Phantoms-Interview mit Griffins-Head-Coach Markus Grahn vor Play-off-Halbfinale –

Wenn sich die Rostock Griffins am Samstag, 29. August, ab 16.30 Uhr im Halbfinale um den Einzug in den GFL2 Bowl in „Camp Lindsey“ mit den Wiesbaden Phantoms messen, führt ein in der Region um die hessische Landeshauptstadt sehr bekannter Head Coach die Regie bei den Ostdeutschen: Markus Grahn.

Im Interview mit den Wiesbaden Phantoms spricht Grahn über die Griffins, ihre Philosophie, seine Importspieler, Chancen und auch, was er zwischen Ankunft und Kick-off in Frankfurt, seiner alten Wirkungsstätte, tun wird…

Tickets für das Duell zwischen Phantoms und Griffins sind unter https://wiesbaden-phantoms-0grg.vivenushop.com/ oder an der Tageskasse erhältlich.

Wie hat es Dich nach Rostock verschlagen?
Ich bin mittlerweile seit 2020 in Rostock tätig. Hier wurde ein Head Coach gesucht und eine Empfehlung der Dresden Monarchs hat alles ins Rollen gebracht. Ich war zu Besuch hier und danach ging es mit der Entscheidung für Rostock sehr schnell.

Was macht das Programm der Griffins aus? Was waren diese Saison eure Ziele und wie soll es in den nächsten Jahren weitergehen?
Das Programm zielt darauf ab, die lokalen Spieler zu fördern – von den Schulprogrammen über die Jugendarbeit im Verein bis in den Herrenbereich. Ein sinnvolles Projekt mit viel Nachhaltigkeit für die Zukunft. Unsere Ziele sind die jährliche Verbesserung des gesamten Footballprogramms, damit sind wir zwölf Monate im Jahr beschäftigt.

Wie ist die Saison für die Griffins verlaufen?
Wir haben uns mit einer 8:2-Saison für die Play-offs qualifiziert, das war unser Ziel. Somit bin ich zufrieden mit dem bisher Erreichten, da zu sehen ist, dass viele der lokalen und deutschen Spieler sich regelmäßig positiv im Team entwickeln. Zwei Niederlagen sind nicht schön, aber wir haben aus jeder gelernt und uns danach verbessert. Schön wäre es auch, wenn im gesamten Bundesland noch mehr Talente im Football zu finden wären.

Welche Stärken haben Dein Team in den vergangenen Monaten ausgemacht?
Wir sind mehr als jemals zuvor als Team motiviert. Kleine Fehler bringen uns nicht aus dem Tritt. Es gibt keine Schuldzuweisungen und wenig Ego-Shooting. Jeder kennt seine Rolle und bringt sich für das Team ein, besser als jemals zuvor in meiner Zeit in Rostock.

Wer ist für Dich am Samstag Favorit?
Es gibt keinen Favoriten. Wiesbaden hat eine 9:1-Saison und ist Meister in der GFL2 Süd geworden. Wir sind mit 8:2 Zweiter im Norden und haben ein Auswärtsspiel, das für uns viel Aufwand bedeutet, auf einem Platz, den wir nicht kennen und der sehr abgenutzt aussieht. So wird es für beide Teams gleichermaßen schwer. Da es das erste Mal Play-offs in der GFL2 gibt, bin ich selbst neugierig, wie der Vergleich ausfällt.

Welche Rolle nehmen bei euch Imports ein und nach welchen Kriterien habt ihr sie verpflichtet?
Da wir in einem sehr kleinen Verband spielen – 200 aktive Footballspieler im Alter von 18 bis 35 in Mecklenburg-Vorpommern, holen wir jedes Jahr eine Gruppe von qualifizierten Importspielern nach Rostock. Die meisten US-Spieler suchen wir selber in einem Camp in Tampa, Florida, aus. Das veranstalten wir seit fünf Jahren und es wird immer beliebter als Recruiting-Möglichkeit für die Spieler als auch für andere Teams. Wir setzen dabei auf die charakterlichen Stärken, um mit diesen Spielern sowohl im Jugend- als auch im Herrenbereich die Akzente zu setzen und unsere Jungs nach vorne zu bringen. Gut spielen sollen sie selbstverständlich aber auch.

Was hast Du während der Saison von den Phantoms mitbekommen und habt ihr sie nun speziell gescoutet?
Seit unserem letzten Saisonspiel bereiten wir uns auf die Play-offs und damit auf Wiesbaden vor. Ein Videostudium verschiedener Spiele und ein Besuch beim Spiel der Phantoms gegen Montabaur in Woche 10 haben einige Erkenntnisse zur Vorbereitung gebracht.

Welche Stärken siehst Du bei den Phantoms?
Im Rhein-Main-Gebiet gibt es viele echt gute Footballspieler, die wissen, wie der Sport zu spielen ist, und das sehe ich bei den Phantoms. Es ist das stärkste Programm in der gesamten Region und darauf sind sie hoffentlich ein bisschen stolz. Sie haben alles, um erfolgreich zu sein und zu bleiben.

Welche Vor- und Nachteile hatten in Deinen Augen eure Bye Weeks nach dem letzten regulären Saisonspiel?
Körperliche Erholung nach der Saison und die damit verbundene mentale Vorbereitung auf diese neue Play-off-Situation machen es mit einer oder zwei Bye Weeks dann doch leichter, alles vorzubereiten.

Ein, zwei Worte über Wiesbadens Head Coach Patrick Griesheimer…
Durch meine Zeit in und um Frankfurt habe ich Patrick kennengelernt und ich weiß, dass er ein super O-Line-Spieler war und ein mindestens genauso guter Coach. Überall, wo er war, ob als Spieler oder Coach, hat er viel gewonnen und junge Spieler weitergebracht. Die Saison 2026 ist ein Beweis dafür.

Wann reist ihr an?
Durch die fast 700 Kilometer Entfernung sind wir bereits ab Freitagabend in der Region, sodass wir ausgeruht am Samstagvormittag ein lockeres Training machen können und uns sehr gut auf das Spiel einstimmen können. Unser Management hat einiges in Bewegung gesetzt, um das Team sehr gut vorzubereiten.

Hast Du Zeit, alte Bekannte zu treffen oder kommt Dich jemand im „Camp“ besuchen?
Ich werde die Gelegenheit nutzen, zu meinem Lieblingsfriseur an der Bockenheimer Warte in Frankfurt zu gehen.

Play-off-Halbfinale:
Sa., 29. August, 16.30 Uhr: Wiesbaden Phantoms – Rostock Griffins