Dresden Monarchs weiterhin ungeschlagen

Dresdner gewinnen enges Match gegen die Düsseldorf Panther mit 30:20

Die Dresden Monarchs bleiben in der aktuellen Spielzeit weiter ungeschlagen. Gegen den Tabellen-Vierten der effect® ENERGY GFL Gruppe Nord, die Düsseldorf Panther, mussten die Sachsen aber deutlich mehr investieren und gewannen am Ende mit 30:20 (14:0/3:14/7:6/6:0).

Das sollte eine Sommer-Party werden in Dresden. Das mit dem Sommer fiel meteorologisch bedingt ins Wasser. Und nach Party sah das auch zeitweise so gar nicht aus. Was es aber war: ein spannendes Footballspiel auf verdammt hohem Niveau. Insofern kamen die 3.756 Fans im Dresdner Heinz-Steyer-Stadion an diesem Samstag voll auf ihre Kosten!

Die Monarchs starteten furios! Kaum zwei Minuten waren gespielt, da fand Dresdens Quarterback Rocky Lombardi seinen Lieblings-Receiver Montigo Moss. Der schnappte sich den Ball und lief mit atemberaubender Geschwindigkeit in die Endzone zum ersten Touchdown (PAT Florian Finke 7:0). Wenig später stand es schon 14:0. Die Gäste hatten sich früh vom Ball trennen müssen, Dresden kam schon in Sichtweite der Düsseldorfer Endzone ins Angriffsrecht. Und Lombardi nahm Herz und Ball spontan selbst in die Hand und lief zum zweiten Monarchs-Touchdown (PAT Finke 14:0). Das sah nach einer sehr sicheren Sache aus. Wurde es aber so gar nicht, denn die Gäste, nach anfänglichen Schwierigkeiten, kamen mit Ende des ersten und mit Beginn des zweiten Viertels besser in Schwung. Angeführt vom in der Sommerpause frisch verpflichteten neuen Spielmacher Dawson Herl schalteten die Panther sowohl in Angriff als auch Verteidigung mehrere Gänge hoch. Einen ersten guten Drive über mehr als sechs Minuten schloss Herl mit dem ersten Touchdown Pass auf Sven Appelt ab (PAT nicht gut 14:6). Dresden wollte kontern. Man sah es den Spielern an, dass sie weiter dominant auftreten wollten. Sowohl Montigo Moss als auch Runningback David Moore trumpften auf, fighteten immer wieder für Extra-Yards. Doch dann passiert es eben auch mal, dass man einen Tick überdreht. Moore, die Goalline und den nächsten Touchdown schon im Blick, verlor den Ball. Keine Punkte, dafür Ball für die Panther. Und die nahmen diese Einladung dankend an: Touchdown James Okike plus erfolgreiche Conversion für zwei Punkte – Ausgleich 14:14. In den letzten Sekunden vor der Halbzeitpause marschierte Dresden noch einmal und legte dank Florian Finke via Fieldgoal zum 17:14 nach.

Da kamen Deja-Vu-Vibes auf. War da nicht was im Hinspiel? Da stand es zur Pause ähnlich 14:14. Dresden gewann, vor allem dank einer bärenstarken Defense. Und waren es nicht auch diese Düsseldorfer, die im letzten Jahr als einziges Team den scheinbar unschlagbaren Potsdamern die einzige Niederlage beibringen konnten? Sollte Ihnen heute ein ähnlicher Coup in Dresden gelingen? Sie hatten jedenfalls sichtbar Lust und Spaß, den Favoriten weiter zu ärgern. Dresden leistete sich zu Beginn des dritten Viertels schon den zweiten kapitalen Fehler: Interception Rocky Lombardi – Jurriente Davis fing den Ball für seine Panther ab. Und Dawson Herl fand erneut James Okike zum nächsten Touchdown. Auch hier ging zwar der Zusatzpunktversuch schief, aber nun lag eben zum ersten Mal Düsseldorf vorn – 17:20. Nicht lange – diesmal fand Dresden schnell eine erfolgreiche Antwort: Wieder Lombardi, wieder Moss, wieder Finke – 24:20.

Schlussviertel – Hochspannung! Düsseldorf roch die Überraschung, Dresden stemmte sich dagegen und musste wirklich um jedes Yard und jeden Punkt kämpfen. Florian Finke erhöhte mit einem erneut erfolgreichen Fieldgoal zwischenzeitlich auf 27:20. Und dann schlug im richtigen und entscheidenden Moment Dresdens Defense zu. Logan Mobelini eröffnete die Jagd auf Quarterback Herl, zwang den zu einem Fehler, freier Ball und Dresdens Sterling May griff zu. Dresden ließ jetzt Ball und Uhr laufen. Und Finke legte mit seinem dritten Fieldgoal zum 30:20 nach. Düsseldorf versuchte in den letzten gut 90 Sekunden noch einmal eine letzte Wende zu erzwingen. Das gelang aber nicht. Schluss: 30:20 für Dresden.

Beide Teams hatten an diesem verregneten August-Samstag zeitweise Probleme mit rutschigem Geläuf und einem glitschigen Ball. Dresdens Headcoach Greg Seamon hatte außerdem zu Recht vor einem starken Gegner gewarnt, dessen Leistungs-Niveau nicht unbedingt vom Tabellenstand korrekt wiedergegeben wird. Seamons Team wankte kurz. Und fand mit Konzentration und Konsequenz zurück in die Spur. Am kommenden Wochenende müssen die Monarchs zu den immer unbequemen Berlin Rebels. Und in 14 Tagen steigt dann das nächste Heimspiel: Sonntag (!), 16. August, gegen die Hildesheim Invaders.

Foto Jörg Meißner