Vorentscheidungen über Gruppensieg und im Abstiegskampf fielen in der vergangenen Woche in der Süd-Gruppe der effect® Energy GFL. Am kommenden Samstag rücken Positionskämpfe im Norden in den Blickpunkt: Beteiligt sind in den beiden reinen Nord-Duellen am 25. Juli jene vier Mannschaften, die auf eine negative Bilanz aus den bisherigen Spielen zurückblicken müssen.
Mindestens eine von diesen wird die Playoffs noch erreichen, eine wird am Ende auf Rang sieben in die Playdowns um den Klassenerhalt mit dem Siebten aus dem Süden müssen. Wer schafft es ins Rennen um die Meisterschaft, wer muss zittern? Vor Beginn der Saison galten die Berlin Rebels nach vielversprechenden Neuverpflichtungen und dem dritten Platz von 2025 als klarer Playoff-Kandidat.
Da die Konkurrenten aus Braunschweig, Kiel und Düsseldorf in den ersten Wochen der Saison nicht nur gegen Potsdam oder Dresden verloren, sondern weitere Fehlschläge erlebten, hätte sich eine Route in die Endrunde für die Rebels eigentlich abzeichnen sollen. Nur sind die Berliner das einzige Team, das bisher selbst gar keinen Sieg gegen einen Konkurrenten aus der Nord-Gruppe geschafft hat. Zusätzlich ging das Interconference-Spiel gegen Schwäbisch Hall verloren.
Nun reisen die Hauptstädter nach Braunschweig. Dort ist der wegen zwei knappen Heimniederlagen gegen Hildesheim und Kiel verpatzte Saisonauftakt inzwischen vergessen. Mitte Juni hielt die Defense der Braunschweig Lions den gefürchteten Angriff der Dresden Monarchs besser in Schach als alle anderen bis dahin und damit die eigenen Farben bis zum Ende in der Nähe einer Sensation. Seither bestätigte sich der Aufwärtstrend mit drei Siegen in Folge.
Für die Braunschweiger rückt nun noch eine ausgeglichene Bilanz in Reichweite. Drei Siege fehlen dazu, diese würden nach Lage der Dinge mit ziemlicher Sicherheit die Playoff-Teilnahme bedeuten. Zwei der letzten vier Spiele für die Lions sind die Begegnungen mit den Rebels. Die Berliner müssen später auswärts in Hildesheim und in Kiel ran - für sie steht am Samstag an der Hamburger Straße fast schon die ganze Saison auf der Kippe. Stoppen sie Braunschweigs Aufwärtstrend nicht, fallen sie um drei Siege hinter die Niedersachsen zurück und jede weitere Partie wird für sie damit quasi zum „Endspiel“.
Hinzu kommt, dass Kiel und Düsseldorf nicht nur gern den siebten Platz vermeiden wollen, sondern selbst noch auf den vierten Playoff-Platz schielen können. Die Düsseldorf Panther haben das Hinspiel in Kiel gewonnen, diese Woche kommen die Baltic Hurricanes nach Benrath. Für sie lautet die Aufgabe, dort zu siegen, am besten mit mehr als sieben Punkten, um auch den direkten Vergleich noch zu ihren Gunsten zu drehen.
Gelingt nicht wenigstens der Sieg, dürfte der Vorjahres-Vierte von der Ostsee seine Playoff-Hoffnungen abhaken dürfen. Die Panther haben später noch zwei weitere Partien gegen Teams aus dem Tabellenkeller der effect® Energy GFL Süd als Joker vor sich, Kiel dagegen zwei gegen Schwäbisch Hall und Pforzheim. Vor dem siebten Platz braucht man in Düsseldorf daher derzeit kaum Angst zu haben, betritt gegen Kiel immerhin mit einem Vorsprung aus dem Hinspiel den Rasen und kann im Spielverlauf etwas geduldiger bleiben. Den Druck haben die Baltic Hurricanes im Nacken.
Nord-Tabellenführer Dresden Monarchs besucht am Samstag den Süd-Zweiten in München. Für die Dresdener ist es die Rückkehr aus ihrer Sommerpause, vor der sie mit dem Sieg in Potsdam den Grundstein für die erste Nordmeisterschaft seit ihrem Meisterjahr 2021 gelegt haben. München bestätigte letzte Woche seinen Playoff-Kurs mit dem Auswärtssieg im Saarland. Den zweiten Platz zu halten wird aber noch eine schwere Aufgabe, mit dem Spiel gegen die Monarchs beginnt für die Cowboys ein anspruchsvolles Restprogramm.
Beide Mannschaften treffen erstmals seit 13 Jahren wieder aufeinander, 2013 waren die Münchner im Viertelfinale in Dresden ausgeschieden. Gar 18 Jahre ist es her, dass die Sachsen in München in einer Hauptrunde gastierten. 2008 war dies eines der Highlights der Saison, denn in Angriff wie Verteidigung zeigten die Cowboys da eine der besten Leistungen der knapp 50-jährigen Vereinsgeschichte und siegten überraschend mit 30:3.
In Zukunft könnten beide Mannschaften sich häufiger wiedersehen. Die denkbare Konstellation, dass beide Absteiger aus dem Süden und der einzige Aufsteiger für 2027 aus dem Norden kommt, hätte zur Folge, dass im Rahmen der laufenden Ligareform entweder Düsseldorf oder Dresden kommendes Jahr in die effect® Energy GFL Süd wechseln. Der leicht südlichere Breitengrad spräche für die Monarchs, zudem ist in der GFL 2 mit den Krefeld Ravens ein Düsseldorfer Nachbar einer der Aufstiegsfavoriten, was ein zusätzliches Argument liefern könnte, weil lokale Rivalitäten bei einer Neueinteilung berücksichtigt werden.
So oder so dürfte das Rennen um den Süd-Titel in den kommenden Jahren spannend werden. Für 2026 scheint es entschieden: Nach ihrem 28:23 in Pforzheim brauchen die Schwäbisch Hall Unicorns noch zwei Siege aus ihren letzten vier Spielen. Die erste Gelegenheit bietet sich am Samstag gegen die Allgäu Comets, die letzte Woche ihr Heimspiel gegen Regensburg 18:29 verloren. Damit stecken die Allgäuer weiter im Abstiegskampf, während Aufsteiger Phoenix sich wohl genügend Luft verschafft hat.




