Braunschweig Lions unterliegen den Berlin Rebels denkbar knapp

Mehr als 2.000 Zuschauer im Braunschweiger Eintracht-Stadion erlebten ein Spiel, das seinem Namen als Football-Krimi mehr als gerecht wurde. Zwischen den Braunschweig Lions und den Berlin Rebels fiel die Entscheidung erst mit dem allerletzten Spielzug. Die Lions hatten bei auslaufender Uhr die Chance, die Partie mit einer Two-Point-Conversion noch zu drehen. Doch der Lauf von Quarterback Ryon Thomas wurde nur Zentimeter vor der Endzone gestoppt. So mussten sich die Braunschweiger den Berlin Rebels knapp mit 22:24 (3:0; 13:14; 0:3; 6:7) geschlagen geben.

Die Lions gewannen den Coin Toss und schickten zunächst ihre Offense um Quarterback Ryon Thomas aufs Feld. Mit Läufen sowie Pässen auf Peter Anderson und Leon Kusterer arbeiteten sich die Gastgeber kontinuierlich bis fünf Yards vor die Endzone der Berliner vor. Die Rebels-Defense hielt dem Druck zunächst stand, sodass Mark-Robin Peschelt mit einem sicheren 22-Yard-Fieldgoal die ersten Punkte des Tages zum 3:0 erzielte.

Die Berlin Rebels antworteten im ersten Ballbesitz mit einem variablen Kurzpassspiel um Quarterback Tyquell Fields. Bis an die 36-Yard-Linie der Lions kamen die Gäste, ehe die Braunschweiger Defense den ausgespielten vierten Versuch erfolgreich stoppte und den Ball zurückeroberte.

Zu Beginn des zweiten Viertels bauten die Lions ihre Führung aus. Zwei tiefe Pässe von Ryon Thomas auf Peter Anderson sorgten für großen Raumgewinn. Der zweite Pass fand Anderson über mehr als 40 Yards zum Touchdown und der 10:0-Führung nach erfolgreichem Extrapunkt.

Nur wenig später folgte der nächste Höhepunkt aus Sicht der Braunschweiger. Brandon Potts ahnte einen Pass von Tyquell Fields auf Justus Venker-Metarp, brachte seine Hand an den Ball und lenkte ihn in die Arme von Fabian Schröder. Der Defensive Back reagierte blitzschnell und trug den Ball über 42 Yards zum Interception-Return-Touchdown in die Endzone der Rebels. Der Extrapunktversuch misslang, dennoch lagen die Lions plötzlich mit 16:0 in Front.

Die Gäste ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Bereits der folgende Drive führte über wenige Spielzüge tief in die Hälfte der Lions. Tyquell Fields fand Filip Uderhardt mit einem 41-Yard-Touchdownpass zum 16:7-Anschluss.

Während die Braunschweiger Offense anschließend etwas an Rhythmus verlor und punten musste, nutzten die Rebels ihre Chance kurz vor der Halbzeit konsequent. Mit dem letzten Spielzug der ersten Hälfte verkürzte Naz Bombata per Zwei-Yard-Lauf auf 16:14 und brachte die Berliner zurück ins Spiel.

Nach dem Seitenwechsel erhielten die Rebels zunächst den Ball, konnten daraus jedoch kein Kapital schlagen. Die Lions starteten ihrerseits vielversprechend in die zweite Halbzeit. Ryon Thomas führte sein Team mit mehreren Läufen bis an die 14-Yard-Linie der Gäste. Dort schlug die Berliner Defense jedoch entscheidend zu: Beim Wurfversuch wurde Thomas unter Druck gesetzt, der Ball sprang unkontrolliert in die Arme von Lamonte McDougle und die aussichtsreiche Angriffsserie endete ohne Punkte.

Die Rebels nutzten den Ballgewinn. Ein 68-Yard-Pass von Tyquell Fields auf Filip Uderhardt brachte Berlin tief in die Hälfte der Lions. Zwar hielt die Braunschweiger Defense die Gäste anschließend aus der Endzone, doch Kris Cain verwandelte ein 30-Yard-Fieldgoal zur ersten Berliner Führung des Tages – 17:16.

Mit diesem knappen Rückstand ging es in das Schlussviertel, das an Spannung kaum zu überbieten war. Die Lions marschierten in einem langen Drive erneut Richtung Endzone. Läufe von Ryon Thomas sowie Pässe auf Peter Anderson, Leon Kusterer und Richard Jung brachten die Gastgeber bis an die Elf-Yard-Linie der Rebels. Dort wollte Thomas erneut Peter Anderson in der Endzone bedienen. Dieses Mal war jedoch Berlins Defensive Back Exavier Edwards zur Stelle und fing den Pass ab.

Die Gäste nutzten die Gelegenheit konsequent. Mit Läufen von Naz Bombata und Emil Fuchs sowie weiteren Raumgewinnen durch Filip Uderhardt arbeiteten sich die Rebels über das Feld. Emil Fuchs erhöhte schließlich mit einem 30-Yard-Touchdownlauf auf 24:16.

Den Lions blieb nur noch knapp eine Minute, um das Spiel noch einmal zu drehen. Ryon Thomas bewies einmal mehr seine Qualitäten und führte sein Team mit Pässen auf Jonathan ter Horst, Leon Kusterer und Peter Anderson bis an die Zwölf-Yard-Linie der Gäste. Mit dem letzten Spielzug der regulären Spielzeit fand Thomas erneut Peter Anderson in der Endzone – Touchdown zum 22:24.

Anstatt den sicheren Extrapunkt zu wählen, entschieden sich die Lions für die Two-Point-Conversion und damit für die Chance auf den Heimsieg. Ryon Thomas nahm den Ball selbst in die Hand und kämpfte sich Richtung Endzone. Erst wenige Zentimeter vor der Goalline wurde er von der Berliner Defense gestoppt. Damit blieb die Aufholjagd unvollendet und die Berlin Rebels sicherten sich einen hart umkämpften 24:22-Erfolg.

Trotz der knappen Niederlage zeigte die Mannschaft von Head Coach Brayden McCombs erneut eine starke Leistung und bewies einmal mehr, dass sie mit jedem Gegner der Liga auf Augenhöhe spielen kann. Im Rennen um die Playoff-Plätze ist für die Braunschweig Lions weiterhin alles möglich.

Scoreboard

3:0 – 22-Yard-Fieldgoal M. Peschelt
10:0 – 40-Yard-TD-Pass R. Thomas auf P. Anderson (PAT M. Peschelt)
16:0 – 42-Yard-Interception-Return-Touchdown F. Schröder (PAT nicht gut)
16:7 – 41-Yard-TD-Pass T. Fields auf F. Uderhardt (PAT K. Cain)
16:14 – 2-Yard-TD-Lauf N. Bombata (PAT K. Cain)
16:17 – 30-Yard-Fieldgoal K. Cain
16:24 – 30-Yard-TD-Lauf E. Fuchs (PAT K. Cain)
22:24 – 12-Yard-TD-Pass R. Thomas auf P. Anderson (Two-Point-Conversion nicht erfolgreich)

Foto: Fabian Uebe