Bitterer Abend in München: Comets verlieren gegen Cowboys

Die Allgäu Comets mussten am Samstagabend bei den Munich Cowboys die nächste Niederlage in der Effect Energy GFL hinnehmen. Beim Auswärtsspiel in München unterlagen die Kemptener mit 13:53. Das Ergebnis fällt deutlich aus, spiegelt jedoch nicht alle Phasen der Begegnung wider. Vor allem nach der Halbzeit zeigte das Team von Head Coach Mark Priegnitz eine kämpferische Reaktion und bewies einmal mehr Charakter, obwohl der Favorit aus München an diesem Tag offensiv kaum zu stoppen war.

Bradley Jones (QB, Allgäu Comets, #08) und Benedikt Schulz (TE, Allgäu Comets, #26) – Foto: Foot Bowl/Susanne Hägele

Mit nun 0:3 Siegen bleiben die Comets am Tabellenende der GFL Süd. Die Cowboys festigten dagegen mit ihrem dritten Erfolg im vierten Spiel ihre Position in der Spitzengruppe hinter Schwäbisch Hall und Pforzheim.

Frühe Chancen bleiben ungenutzt

Dabei begann die Partie keineswegs so eindeutig, wie es das Endergebnis vermuten lässt. Die Comets eröffneten das Spiel mit einem starken ersten Drive und arbeiteten sich bis tief in die Münchner Hälfte vor. Mehrfach stand die Offense bereits in aussichtsreicher Position, konnte die frühen Chancen jedoch nicht in Punkte umwandeln.

Statt einer möglichen Führung schlugen die Cowboys unmittelbar zurück. Quarterback Nicholas Semptimphelter fand immer wieder seine Receiver in der Tiefe und brachte München früh auf Kurs. Besonders Gabriel Boccella entwickelte sich schnell zum Problem für die Allgäuer Defense. Bereits im ersten Viertel fing er zwei lange Touchdown-Pässe und sorgte nahezu im Alleingang für eine frühe 14:0 Führung der Gastgeber.

Nicholas Semptimphelter (QB, Munich Cowboys, #09) – Foto: Foot Bowl/Susanne Hägele

Die Comets bewegten den Ball zwar immer wieder solide über das Feld, scheiterten jedoch mehrfach in entscheidenden Situationen. München zeigte sich dagegen deutlich effizienter und nutzte nahezu jede Gelegenheit konsequent aus.

Cowboys-Offense auf Hochtouren

Im zweiten Viertel übernahmen die Cowboys endgültig die Kontrolle. Maximilian Mayer erhöhte mit einem 29-Yard-Touchdown-Lauf auf 21:0, ehe München kurz vor der Halbzeit weitere Punkte nachlegte und mit einer komfortablen 31:0 Führung in die Pause ging.

Die Zahlen verdeutlichen die Herausforderung, vor der die Allgäuer Defensive stand. München sammelte insgesamt 633 Offense-Yards und kam auf beeindruckende 471 Passing Yards. Semptimphelter absolvierte eines der besten Spiele seiner bisherigen Saison und brachte 27 seiner 36 Pässe für 437 Yards und fünf Touchdowns an.

Besonders die Verbindung zu Gabriel Boccella funktionierte nahezu perfekt. Der Receiver fing zehn Pässe für 176 Yards und zwei Touchdowns. Immer wieder gelang es den Cowboys, große Raumgewinne durch die Luft zu erzielen und die Defensive der Comets unter Druck zu setzen.

Comets zeigen nach der Pause Charakter

Trotz des hohen Rückstands gaben sich die Gäste nicht auf. Direkt nach der Halbzeit versuchten die Comets mit einem Onside Kick ein Zeichen zu setzen und zeigten anschließend ihre beste Phase des Spiels.

Chris Lipsey sorgte für die ersten Punkte der Allgäuer. Nach einem starken Drive fing er einen sieben Yard Touchdown-Pass von Quarterback Brad Jones und verkürzte auf 6:31. Wenig später setzte Lipsey erneut ein Ausrufezeichen. Nach mehreren guten Offense-Serien fing er auch den zweiten Touchdown des Tages und war damit klar der auffälligste Spieler der Comets-Offense.

Der Running Back präsentierte sich in diesem Spiel vor allem als Passempfänger und beendete die Partie mit sechs Catches für 35 Yards und zwei Touchdowns. Zusätzlich überzeugte er im Return Game mit mehreren starken Kickoff-Rückträgen, darunter ein spektakulärer 57-Yard-Return direkt nach der Halbzeit. Auch Gabe Quigley zeigte mit neun Receptions für 78 Yards eine solide Leistung, während Brad Jones trotz des starken Drucks der Münchner Defense auf 213 Passing Yards und zwei Touchdown-Pässe kam.

Moral bewiesen trotz schwierigem Abend

Auch wenn die Niederlage deutlich ausfiel, gab es aus Sicht der Comets einige positive Aspekte. Die Mannschaft kämpfte bis zum Schluss, erzielte beide Touchdowns in der zweiten Halbzeit und zeigte trotz des Rückstands Einsatzwillen.

Daniel Moradi (LB, Allgäu Comets, #06) stoppt Gabriel Boccella (WR, Munich Cowboys, #02) – Foto: Foot Bowl/Susanne Hägele

Defensiv sorgten vor allem Daniel Moradi und Josh Dutton immer wieder für wichtige Aktionen. Moradi erzwang einen Fumble, der von Leon Eisert gesichert werden konnte und den Comets zwischenzeitlich Hoffnung gab. Allerdings gelang es nicht, daraus entscheidendes Kapital zu schlagen.

Die größte Baustelle bleibt weiterhin die Defensive gegen explosive Offenses. Bereits 176 Gegenpunkte haben die Comets in den ersten drei Saisonspielen kassiert. Damit stellt Kempten aktuell die anfälligste Verteidigung der GFL Süd. Gleichzeitig zeigt die Tabelle aber auch, dass noch genügend Zeit bleibt, um die Entwicklung voranzutreiben und den ersten Saisonsieg einzufahren.

Leon Eisert (LB, Allgäu Comets, #52) – Foto: Foot Bowl/Susanne Hägele

Blick nach vorne: Derby gegen Straubing

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den Allgäu Comets nicht. Bereits am kommenden Wochenende wartet das nächste wichtige Spiel. Im Illerstadion empfangen die Kemptener die Straubing Spiders zum direkten Duell zweier bislang siegloser Teams der GFL Süd.

Für beide Mannschaften geht es dabei nicht nur um den ersten Erfolg der Saison, sondern auch darum, den Anschluss an das Mittelfeld der Tabelle nicht frühzeitig zu verlieren. Vor heimischer Kulisse wollen die Comets nun die positiven Ansätze aus München mitnehmen und sich endlich für ihren Aufwand belohnen. Das Derby gegen Straubing könnte dabei zu einem richtungsweisenden Spiel für den weiteren Saisonverlauf werden.

Autor: PassionPress.eu 
Titelbild: Foot Bowl/Susanne Hägele