Am vergangenen Samstag stand beim Heimspiel der Saarland Hurricanes gegen die Düsseldorf Panthers das sportliche Ergebnis ausnahmsweise nicht an erster Stelle. Viel wichtiger war alles, was rund um diesen außergewöhnlichen Spieltag von allen Beteiligten geleistet wurde, damit die Partie unter den extremen Wetterbedingungen überhaupt stattfinden konnte.
Nach reiflicher Überlegung wurde das Spiel ohne Zuschauer ausgetragen. Damit sollten die Fans vor den hohen Temperaturen auf der Betontribüne geschützt werden. Gleichzeitig konnte die Zahl der ehrenamtlichen Helfer reduziert werden, ohne die ein Spielbetrieb grundsätzlich nicht möglich wäre.
Auch für die beiden Mannschaften wurde alles getan, um gesundheitliche Risiken zu minimieren. Mehrere hundert Meter Wasserschläuche wurden zu den Teamzonen verlegt, Freiluftduschen aufgebaut und Wasserbassins bereitgestellt, um beispielsweise Handtücher dauerhaft nass halten zu können. Zusätzlich spendeten jeweils zwei Pavillons pro Teamzone Schatten. Vorsorglich war außerdem eine erhöhte Anzahl an medizinischem Personal vor Ort.
Ein großes Lob gilt auch der Schiedsrichter-Crew um Jens-Uwe Herrmann, die gemeinsam mit allen Verantwortlichen flexibel auf die außergewöhnlichen Bedingungen reagierte. So wurden zusätzliche Auszeiten eingeplant, die Spielzeit pro Quarter auf zehn Minuten reduziert und die Halbzeitpause verlängert. Auch die Quarterwechsel wurden mit jeweils vier Minuten Pause gestaltet.
Das Ergebnis all dieser Maßnahmen war der eigentliche Erfolg des Tages: Dank der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Verband, Spielleitung, Vereinsverantwortlichen der Saarland Hurricanes, Schiedsrichtern und den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern verlief der gesamte Spieltag ohne gesundheitlich bedenkliche Vorkommnisse.
Sportlich mussten sich die Hurricanes am Ende dennoch knapp mit 14:16 geschlagen geben. Besonders bitter, denn die Gastgeber hatten früh die Chance, das Spiel in ihre Richtung zu lenken.
Nach dem ersten Touchdown der Hurricanes durch Kai Frick führten die Gastgeber mit 7:0. Dabei blieb es auch bis zum Ende des ersten Spielabschnitts. Der erste Angriffsversuch der Panthers wurde von der Hurricanes-Defense gestoppt und endete mit einem Punt. Die Verteidigung der Saarländer präsentierte sich im ersten Quarter insgesamt sehr aufmerksam und ließ den Gästen kaum Raum zur Entfaltung.
Im zweiten Quarter sorgte die Offense der Hurricanes mit einem starken Lauf über 20 Yards in Richtung Düsseldorfer Endzone für Begeisterung. Der abschließende Pass auf Joshua Youngblood wurde jedoch in letzter Sekunde hervorragend von der Panthers-Defense verteidigt.
Auch die Hurricanes-Verteidigung setzte weiterhin Akzente. Marco Theisinger und Malcolm Washington fingen jeweils eine Interception und brachten ihre Mannschaft damit in aussichtsreiche Positionen. Allerdings gelang es nicht, daraus weitere Punkte zu erzielen.
Im dritten Quarter setzte die Defense ihre starke Leistung fort. Paul Berberich fing ebenfalls einen Pass der Düsseldorfer ab. Doch erneut konnten die Hurricanes daraus kein Kapital schlagen. Stattdessen verloren die Gastgeber im weiteren Verlauf des Drives den Ball, was die Panthers konsequent nutzten. Mit ihrem ersten Touchdown und einer erfolgreichen Two-Point-Conversion drehten die Gäste die Partie bei noch 6:50 Minuten im dritten Quarter auf 8:7.
Nun erhöhte Düsseldorf den Druck deutlich. Ein weiterer Touchdown brachte die Panthers weiter nach vorne. Anschließend sorgte die Düsseldorfer Nummer 10 mit einem sehenswerten Lauf für eines der Highlights des Spiels, ehe die Gäste auch die nächste Two-Point-Conversion erfolgreich abschlossen. Aus Sicht der Hurricanes war das zu diesem Zeitpunkt ein herber Rückschlag. Zu Beginn des letzten Quarters stand es 16:7 für die Gäste.
Doch die Hurricanes gaben sich nicht auf. Für den Höhepunkt aus Saarländer Sicht sorgte schließlich der neue Quarterback Gabriel Cunningham. Mit einem langen Pass auf Joshua Youngblood brachte er die Hurricanes noch einmal zurück ins Spiel. Nach erfolgreichem Extrapunkt verkürzten die Gastgeber auf 14:16 und hatten plötzlich wieder alle Chancen.
In den letzten beiden Minuten ließen die Panthers jedoch nichts mehr anbrennen und knieten die verbleibende Spielzeit ab.
Am Ende bleibt erneut die Erkenntnis, dass die Hurricanes es nach ihrer frühen Führung versäumt haben, konsequent nachzulegen. Zu viele Fehler über die gesamte Spielzeit hinweg ermöglichten den Gästen den verdienten Sieg. Dennoch zeigte die Mannschaft insbesondere defensiv viele starke Aktionen und hielt die Partie bis zum Schluss offen.
Auf den ersten Heimsieg der Saison müssen die Hurricanes damit weiterhin warten. Der eigentliche Erfolg dieses außergewöhnlichen Tages war jedoch, dass unter extremen Bedingungen ein sicherer und reibungsloser Spieltag für alle Beteiligten ermöglicht werden konnte.
Foto: Tobias Wönne




