Allgäu Comets unterliegen im Saarland! Jetzt zählt jedes Heimspiel

Foto: PFA/Susanne Hägele

Die Allgäu Comets mussten sich am Samstagabend im Auswärtsspiel bei den Saarland Hurricanes mit 21:46 geschlagen geben. Dabei erwischten die Allgäuer einen starken Start und gingen bereits mit ihrem ersten Angriffsrecht in Führung. Im weiteren Verlauf brachten jedoch vor allem die zahlreichen Ballverluste die Comets immer wieder in schwierige Situationen und ermöglichten den Gastgebern mehrfach kurze Felder. Trotz des zwischenzeitlich deutlichen Rückstands zeigte die Mannschaft Moral, kämpfte bis zum Ende und setzte offensiv wie in den Special Teams immer wieder Akzente. Am Ende stand dennoch eine Niederlage, durch die sich die Situation im Tabellenkeller der GFL Süd zwei Spieltage vor dem Ende der regulären Saison weiter zuspitzt.

Starker Start der Comets – Turnover bringen Saarland ins Spiel

Die Comets starteten mit Ballbesitz in die Partie und legten einen nahezu perfekten ersten Drive hin. Chris Lipsey brachte sein Team mit einem guten Kickoff-Return zunächst bis an die eigene 40-Yard-Linie. Von dort arbeitete sich die Offense konsequent über das Feld. Benedikt Schulz eröffnete mit einem Lauf über neun Yards, anschließend fand Quarterback Brad Jones zunächst Otis Newbury für 23 Yards und danach Gabe Quigley mehrfach für wichtige Raumgewinne. An der Vier-Yard-Linie war es schließlich erneut Newbury, der den Pass von Jones in der Endzone zum ersten Touchdown des Tages fing. Sven Köppl verwandelte den Extrapunkt und brachte die Allgäuer mit 7:0 in Führung. Auch die Defense setzte anschließend früh ein Zeichen. Beim ersten Angriff der Hurricanes verlor Saarlands Quarterback Gabriel Cunningham den Ball, Beau Priegnitz sicherte den Fumble und verschaffte der Comets-Offense unmittelbar die nächste Gelegenheit.

Otis Newbury (WR, Allgäu Comets, #16), – Foto: PFA/Susanne Hägele

Doch genau in dieser Phase begann die Partie zu kippen. Die Comets konnten aus dem Ballgewinn kein Kapital schlagen, stattdessen fing Saarland den ersten von insgesamt fünf Pässen der Allgäuer ab. Sebastian Kyereh trug die Interception anschließend 32 Yards zurück und brachte seine Offense bis kurz vor die Endzone. Malcolm King vollendete wenig später zum 7:7. Zwei weitere Interceptions folgten noch im ersten Viertel und ermöglichten den Hurricanes immer wieder hervorragende Ausgangspositionen. Saarland nutzte eine davon durch einen 27-Yard-Touchdown-Pass von Cunningham auf Ole Sebald und übernahm mit 14:7 die Führung. Zu Beginn des zweiten Viertels erhöhten die Gastgeber auf 21:7 und später durch einen weiteren Touchdown-Pass auf 28:7. Aus einem vielversprechenden Start war so innerhalb kurzer Zeit ein deutlicher Rückstand geworden.

Comets geben sich trotz Rückstand nicht geschlagen

Trotz des 7:28 ließen sich die Allgäuer nicht abschütteln. Vor allem die Special Teams sorgten immer wieder für gute Ausgangspositionen. Kurz vor der Halbzeit nahm Chris Lipsey einen Kickoff an der eigenen 15-Yard-Linie auf und trug den Ball über starke 48 Yards bis tief in die Hälfte der Hurricanes zurück. Die Offense nutzte das Momentum und arbeitete sich weiter in Richtung Endzone. Beim vierten Versuch an der Saarländer Sechs-Yard-Linie bewiesen die Comets Mut: Brad Jones fand Gabe Quigley zum Touchdown. Anschließend lief Lipsey die Two-Point-Conversion erfolgreich in die Endzone und verkürzte damit noch vor der Pause auf 15:28. Die Comets hatten sich nach einer schwierigen Phase wieder in die Partie zurückgekämpft und nahmen zumindest etwas Momentum mit in die Kabine.

Auch der Start in die zweite Halbzeit hätte für die Allgäuer kaum besser laufen können. Beim Kickoff verlor Saarland erneut den Ball. Jean-Pierre Porta erzwang den Fumble gegen Malcolm Washington und sicherte ihn anschließend selbst an der 28-Yard-Linie der Hurricanes. Damit bot sich den Comets unmittelbar die große Gelegenheit, den Rückstand weiter zu verkürzen. Doch erneut wurde ein Pass von Brad Jones abgefangen. Besonders bitter: Saarland startete dadurch an der eigenen Zwei-Yard-Linie und legte anschließend einen Drive über 98 Yards hin. Joshua Youngblood sorgte mit einem 66-Yard-Lauf für den Touchdown zum 36:15. Es war eine Szene, die sinnbildlich für die Partie stand – die Comets erarbeiteten sich Möglichkeiten, konnten diese jedoch zu selten in Punkte ummünzen, während Saarland die Fehler der Allgäuer konsequent bestrafte.

Quigley und Newbury sorgen für das nächste Highlight

Die Mannschaft aus Kempten zeigte jedoch auch nach diesem Rückschlag Moral. Nach einem starken 38-Yard-Kickoff-Return von Josh Dutton bewegten die Comets den Ball erneut über das Feld. Im weiteren Verlauf übernahm Gabe Quigley die Quarterback-Position und brachte sofort eine zusätzliche Dimension in die Offense. Bei einem dritten Versuch lief er selbst über 24 Yards und brachte sein Team tief in die Hälfte der Hurricanes. Wenige Spielzüge später fand Quigley Otis Newbury mit einem 32-Yard-Pass in der Endzone. Für Newbury war es bereits der zweite Touchdown des Abends, für Quigley nach seinem eigenen gefangenen Touchdown nun auch ein Touchdown-Pass. Die Conversion misslang, dennoch hatten die Comets auf 21:36 verkürzt.

Im Schlussviertel gelang es den Allgäuern allerdings nicht mehr, den Rückstand entscheidend zu reduzieren. Saarland erhöhte zunächst per 29-Yard-Field-Goal auf 39:21. Die Comets bewegten den Ball danach noch einmal bis tief in die gegnerische Hälfte, verloren ihn jedoch durch einen Fumble. Die Hurricanes nutzten auch diesen Ballgewinn und setzten mit einem weiteren Touchdown durch Malcolm King den Schlusspunkt zum 46:21. Die nackten Offensivzahlen zeigen dabei durchaus, dass die Comets über weite Strecken in der Lage waren, Raumgewinn zu produzieren. Insgesamt standen 254 Yards Total Offense zu Buche, darunter 160 Yards durch die Luft und 94 Yards am Boden. Der entscheidende Unterschied lag jedoch bei den Ballverlusten: Fünf Interceptions und zwei verlorene Fumbles bedeuteten insgesamt sieben Turnover. Saarland verlor den Ball seinerseits dreimal. Eine Turnover-Bilanz von minus vier machte es den Comets letztlich nahezu unmöglich, die Begegnung über vier Quarter offen zu gestalten.

Mehrere Comets mit starken individuellen Leistungen

Trotz der Niederlage gab es auf Seiten der Allgäu Comets mehrere Spieler, die mit starken individuellen Leistungen auf sich aufmerksam machten. Allen voran Otis Newbury, der mit fünf gefangenen Pässen für 73 Yards zum erfolgreichsten Receiver der Allgäuer avancierte. Zwei der drei Comets-Touchdowns gingen auf sein Konto. Bereits im ersten Drive fing er den Vier-Yard-Pass zur frühen 7:0-Führung, im dritten Viertel folgte der 32-Yard-Touchdown von Gabe Quigley. Newbury war damit nicht nur der produktivste Passempfänger der Comets, sondern auch der einzige Allgäuer mit zwei Touchdowns an diesem Abend.

Gabe Quigley unterstrich gleichzeitig seine Vielseitigkeit. Als Receiver fing er sieben Pässe für 57 Yards und erzielte kurz vor der Halbzeit den Touchdown zum zwischenzeitlichen 13:28. Später übernahm er selbst auf der Quarterback-Position, komplettierte drei seiner sechs Pässe für 60 Yards und warf den 32-Yard-Touchdown auf Newbury. Hinzu kam ein Lauf über 24 Yards. Quigley war damit sowohl als Passempfänger als auch als Quarterback unmittelbar an Punkten beteiligt und gehörte zu den auffälligsten Spielern der Comets-Offense.

Gabriel ‚Gabe‘ Quigley (TE, Allgäu Comets, #07) – Foto: PFA/Susanne Hägele

Eine weitere starke Leistung zeigte Chris Lipsey in den Special Teams. Vier Kickoff-Returns brachten insgesamt 126 Yards und damit durchschnittlich 31,5 Yards pro Return. Sein längster Return über 48 Yards bereitete den zweiten Touchdown der Comets unmittelbar vor. Anschließend erzielte Lipsey selbst die erfolgreiche Two-Point-Conversion. Auch Josh Dutton setzte mit einem 38-Yard-Kickoff-Return einen Akzent. Defensiv gehörten vor allem Beau Priegnitz, Jean-Pierre Porta und Steven Thoft Andersen zu den produktivsten Spielern. Priegnitz kam auf fünf Tackles und sechs Assists, verbuchte einen Tackle for Loss und sicherte bereits im ersten Viertel einen Fumble. Porta steuerte fünf Tackles, zwei Assists und 1,5 Tackles for Loss bei und erzwang unmittelbar nach der Halbzeit einen Fumble, den er selbst eroberte. Andersen kam auf fünf Tackles und vier Assists.

Jetzt zählt es: Zwei Heimspiele entscheiden über den weiteren Weg

Nach zehn absolvierten Saisonspielen stehen die Allgäu Comets bei einem Sieg und neun Niederlagen auf dem siebten Tabellenplatz der GFL Süd. Hinter den Allgäuern liegen die Straubing Spiders, die nach zehn Spielen weiterhin auf ihren ersten Saisonsieg warten. Vor den Comets stehen die Saarland Hurricanes mit zwei Siegen. Damit ist die Ausgangslage vor den letzten beiden Partien der regulären Saison klar: Für die Comets geht es um den Klassenerhalt – und beide noch ausstehenden Spiele finden vor heimischem Publikum in Kempten statt.

Zunächst empfangen die Allgäu Comets mit den Düsseldorf Panther einen Gegner aus der GFL Nord. Anschließend kommt es zum direkten Wiedersehen mit den Saarland Hurricanes. Zwei Spiele bleiben den Allgäuern damit, um ihre Ausgangsposition noch einmal entscheidend zu verbessern. Das erste Ziel ist, den Abstand zu den Straubing Spiders zu vergrößern und damit den direkten Abstiegsplatz hinter sich zu halten. Gleichzeitig besteht weiterhin die Möglichkeit, Saarland noch einmal unter Druck zu setzen und im besten Fall den siebten Tabellenplatz zu verlassen. Gerade das abschließende direkte Duell mit den Hurricanes könnte dabei noch einmal enorme Bedeutung bekommen.

Denn auch Rang sieben würde nach aktuellem Stand noch nicht den sicheren Klassenerhalt bedeuten, sondern den Weg in die Playdowns. Dort trifft der Siebtplatzierte der GFL Süd auf den Siebtplatzierten der GFL Nord. Nach dem derzeitigen Tabellenstand wären dies die Berlin Rebels – und damit würde ein äußerst anspruchsvolles Duell um den Verbleib in Deutschlands höchster Spielklasse warten. Um dieses Szenario möglichst noch zu vermeiden und gleichzeitig den Abstand auf Straubing auszubauen, zählt für die Comets in den kommenden Wochen jeder Punkt und vor allem jeder Sieg.

Die Partie im Saarland hat trotz des deutlichen Endergebnisses gezeigt, wo die Ansatzpunkte liegen. Die Comets können offensiv längere Drives produzieren, verfügen über gefährliche Playmaker und konnten auch defensiv mehrfach den Ball erobern. Gleichzeitig müssen die Ballverluste drastisch reduziert werden, denn sieben Turnover lassen sich auf diesem Niveau kaum kompensieren. Genau daran gilt es nun in der Vorbereitung auf die beiden entscheidenden Heimspiele zu arbeiten.

Noch zweimal reguläre Saison, noch zweimal Heimspiel in Kempten und noch zweimal die Chance, die eigene Situation aus eigener Kraft zu verbessern. Der Kampf um den Klassenerhalt geht für die Allgäu Comets jetzt in seine entscheidende Phase.

Autor: PassionPress.eu