59:0! Royals krönen historische Defensivserie

Die Potsdam Royals haben zum Abschluss der regulären Saison ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt und dabei Geschichte in der German Football League geschrieben. Beim 59:0 gegen die Munich Cowboys blieb die Potsdamer Defense zum fünften Mal in Folge ohne einen einzigen Gegenpunkt. Eine solche Serie hat es in der GFL zuvor noch nie gegeben. Insgesamt entschieden die Royals diese fünf Partien mit unglaublichen 290:0 Punkten für sich. Gleichzeitig präsentierte sich die Offense gegen München von Beginn an explosiv und sorgte bereits in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse.

Obwohl der zweite Tabellenplatz in der GFL Nord bereits vor dem Spiel feststand und auch München sein Playoffticket sicher hatte, gingen die Royals mit hoher Intensität in die Partie. Besonders die Defense machte früh deutlich, dass sie ihre historische Serie unbedingt fortsetzen wollte. Die Cowboys fanden über weite Strecken überhaupt keinen Rhythmus. Es dauerte lange, bis München sein erstes First Down verbuchen konnte, und auch danach ließ Potsdam nur sehr wenige neue erste Versuche zu. Damit kontrollierten die Royals das Spiel nicht nur auf der Anzeigetafel, sondern auch bei Ballbesitz und Feldposition.

Harvey und McLeod zerlegen die Münchner Defense

Auf der anderen Seite benötigte die Potsdamer Offense kaum Anlaufzeit. Bereits nach drei Minuten fand Quarterback Hugh „Bay“ Harvey Wide Receiver Maximilian McLeod zum ersten Touchdown. Auch die anschließende Two-Point-Conversion landete bei McLeod und sorgte für das frühe 8:0. Das Duo war damit gerade erst warmgelaufen.

Noch im ersten Viertel bediente Harvey seinen Receiver zwei weitere Male zum Touchdown. Zunächst setzte sich McLeod nach einem Pass durch die Mitte bis in die Endzone durch, anschließend folgte ein 21-Yard-Touchdown zum 22:0. Heiko Bals steuerte per Lauf die Two-Point-Conversion bei. Kurz vor dem Ende des ersten Abschnitts schlugen Harvey und McLeod erneut zu. Ein 38-Yard-Pass bedeutete bereits den vierten Touchdown der Kombination und das 28:0.

Auch im zweiten Viertel blieb Potsdam konsequent. Nun rückte Keyshawn Smith in den Mittelpunkt. Harvey fand ihn zunächst über 44 Yards zum 34:0 und später ein zweites Mal zum Touchdown. Bals erhöhte anschließend per Two-Point-Conversion auf 42:0 und traf noch vor der Pause ein Field Goal. Mit einer deutlichen 45:0-Führung gingen die Royals in die Kabine.

Potsdams Defense lässt München kaum Luft

Während die Offense in der ersten Hälfte nahezu nach Belieben punktete, arbeitete die Defense weiter an ihrem eigenen historischen Ziel. München kam nur selten dazu, Drives zu entwickeln. Das erste First Down ließ lange auf sich warten, insgesamt gestattete Potsdam den Cowboys nur sehr wenige neue erste Versuche. Selbst wenn die Gäste Raumgewinn erzielten, gelang es der Royals-Defense immer wieder, den Drive rechtzeitig zu stoppen.

Mittendrin war erneut Ruben De Ruyter. Der Defensive Back, der seit 2023 als Captain der Potsdamer Defense vorangeht, war gegen München der statistisch auffälligste Verteidiger der Royals. De Ruyter verbuchte 5,5 Tackles, drei Assists, 3,5 Tackles for Loss und einen Sack. Damit setzte er nicht nur im Defensive Backfield Akzente, sondern war auch regelmäßig hinter der Line of Scrimmage zur Stelle. Giorgius Tarlas und Joshua Wünsch steuerten ebenfalls jeweils einen Sack bei.

Trotz des fünften Shutouts in Folge sah De Ruyter noch Verbesserungspotenzial mit Blick auf die entscheidende Phase der Saison.

„Generell war es ein sehr gutes Spiel. Wir haben eine starke Defense und eine gute Gruppe. Jeder spielt hart, und auch wenn wir durchwechseln, funktioniert es sehr gut. Trotzdem waren wir nicht zu 100 Prozent zufrieden, auch wenn am Ende wieder die Null steht. Es gab ein paar Situationen, in denen wir Fehler gemacht haben, die wir uns gegen stärkere Mannschaften in den Playoffs nicht erlauben dürfen. Wir sind glücklich über das Spiel und über die Saison, aber es gibt weiterhin Dinge, an denen wir arbeiten müssen, damit wir in den Playoffs erfolgreich sind.“

Auch nach der Pause bleibt die Null stehen

Nach dem Seitenwechsel nahmen die Royals offensiv etwas Tempo aus der Partie und verteilten die Einsatzzeiten breiter. Trotzdem wuchs der Vorsprung weiter. Eineinhalb Minuten vor dem Ende des dritten Viertels überbrückte Adrian Peter die kurze Distanz bis in die Endzone. Corey Jeeves verwandelte die Two-Point-Conversion zum 53:0.

Den Schlusspunkt setzte Running Back Chrisman Kyei. Von der Zwei-Yard-Linie trug er den Ball zum 59:0 in die Endzone. Für Kyei waren es zwar lediglich vier Läufe an diesem Tag, einen davon nutzte er jedoch für seinen Touchdown. Kyei richtete den Blick nach dem Spiel bereits auf die nächste Aufgabe.

„Das Spiel war in Ordnung. Wir wussten, dass wir mit einem Sieg vom Feld gehen wollen. Trotzdem gab es einige Kleinigkeiten, die uns eigentlich nicht passieren dürfen. Man kann immer Fehler finden und sich verbessern. Unser Fokus liegt jetzt komplett auf dem ersten Playoffspiel. Wir gehen Tag für Tag vor, trainieren Dienstag, Mittwoch und Freitag dafür und wollen unseren Rhythmus weiter aufbauen. Jetzt zählt für uns nur dieses erste Playoffspiel.“

Fünf Spiele, 290:0 Punkte und ein neuer GFL-Rekord

Mit dem Schlusspfiff war schließlich nicht nur der elfte Saisonsieg perfekt. Die Royals hatten zum fünften Mal hintereinander keinen einzigen gegnerischen Punkt zugelassen und damit eine Serie aufgestellt, die es in der German Football League zuvor noch nicht gegeben hatte.

Begonnen hatte die historische Serie mit dem 61:0 bei den Hildesheim Invaders. Es folgten ein 49:0 bei den Düsseldorf Panther, ein weiteres 61:0 bei den Braunschweig Lions sowie das 60:0 gegen die Kiel Baltic Hurricanes. Mit dem 59:0 gegen München machten die Royals schließlich den fünften Shutout in Folge perfekt. Das ergibt eine Gesamtbilanz von 290:0 Punkten aus den vergangenen fünf Spielen.

Überhaupt unterstreichen die Zahlen der abgeschlossenen Regular Season die außergewöhnliche Saison der Royals. Mit einer Bilanz von 11:1 Siegen beendet Potsdam die Hauptrunde auf Rang zwei der GFL Nord. Insgesamt erzielte das Team 583 Punkte und ließ lediglich 79 zu. Nur die ungeschlagenen Dresden Monarchs lagen in der Nordgruppe vor den Royals. Gleichzeitig beendete Potsdam seine Auswärtsspiele mit einer makellosen Bilanz von 6:0.

Gerade die Art und Weise der jüngsten Serie unterstreicht dabei die Qualität und Tiefe der Potsdamer Defense. Selbst bei personellen Wechseln gelang es den Gegnern kaum noch, längere Drives aufzubauen oder überhaupt in die Nähe der Endzone zu kommen. Fünf komplette GFL-Spiele ohne einen einzigen zugelassenen Punkt sind das eindrucksvolle Ergebnis.

Trotz Rekord bleibt noch Arbeit

Vollkommen zufrieden war De Ruyter dennoch nicht. Vor allem die Strafen störten den erfahrenen Defensive Captain. Gerade in den Playoffs könnten vermeidbare Fehler deutlich schwerwiegendere Folgen haben als gegen München.

„Wir müssen disziplinierter sein. Gerade Strafen wie Offsides oder andere einfache Fehler dürfen uns nicht passieren, weil wir uns damit selbst in schlechte Situationen bringen. Diesmal konnten wir uns daraus immer wieder befreien. In einem Viertel- oder Halbfinale dürfen wir solche Fehler aber nicht machen, weil gute Mannschaften sie bestrafen werden.“

Genau darin liegt für die Royals nun die Aufgabe. Die Regular Season ist beendet und aus einer starken Hauptrunde wird nun eine K.-o.-Runde. Das 59:0 gegen München, die Bilanz von 11:1 und insbesondere die historische Defensivserie liefern reichlich Selbstvertrauen. Gleichzeitig will sich die Mannschaft von den deutlichen Ergebnissen der vergangenen Wochen nicht blenden lassen.

Noch einmal Playoff-Football in Potsdam

Durch den zweiten Tabellenplatz dürfen die Royals ihr Viertelfinale vor heimischem Publikum gegen die ifm Razorbacks bestreiten. Für De Ruyter ist klar, dass die Unterstützung von den Rängen in einem Spiel, in dem es kein Zurück mehr gibt, noch einmal eine besondere Bedeutung bekommt.

„Playoff-Football ist das Beste, was es gibt. Es heißt gewinnen oder nach Hause gehen, dadurch steht noch einmal deutlich mehr auf dem Spiel. Es wird eine großartige Atmosphäre und wie immer ein tolles Event hier in Potsdam. Wahrscheinlich wird es leider auch unser einziges Heimspiel in diesen Playoffs sein. Deshalb: Seid dabei. Es ist unser letztes Heimspiel.“

Nach fünf Shutouts in Serie beginnt für die Royals nun der entscheidende Teil der Saison. 290:0 Punkte in fünf Spielen, elf Siege aus zwölf Partien und ein neuer GFL-Rekord bilden den Abschluss einer beeindruckenden Regular Season. Doch so außergewöhnlich diese Serie auch ist: In den Playoffs beginnt alles wieder bei null.

Autor: PassionPress.eu
Foto: Philipp Kuhnert